Monthly Archives: January 2010

Fünf-Minuten-Brot — Five Minute Bread

Wir backen unser Brot selbst und bisher war das Rezept meiner Schwiegermutter immer mein Favorit (genauso bei Pizza!), aber jetzt hat es Konkurrenz bekommen! Durch Zufall habe ich auf der Seite von Mother Earth News ein Rezept für “Fünf-Minuten-Brot” gefunden. Man bereitet gleich den Teig für mehrere Brote zu und da er so feucht ist, hält er sich im Kühlschrank bis zu zwei Wochen. Und wenn man ein Brot backen möchte, holt man einfach ein bisschen Teig aus dem Kühlschrank lässt es kurz gehen und schiebt es in den Ofen. Wenn man die ganze Zeit abzieht, die sich das Brot selbst beschäftigt, sind das echt nur fünf Minuten.

Hier also das Rezept für ca. 4 mittelgroße Brote:

6 Tassen Wasser (ca. 1400 ml)
3 EL Salz (ca. 45 g)
3 EL Trockenhefe (ca. 54 g)
13 Tassen Mehl (ca. 1700 g)

Wasser, Salz und Hefe vermischen und rühren bis sich alles gut aufgelöst hat. Dann das Mehl hinzugeben und vermischen, bis der Teig gleichmäßig feucht ist. Vorsicht, nicht kneten! Der Teig muss dann mindestens 2 Stunden ruhen, gerne auch mehr, bis er leicht in sich zusammenfällt, wenn man ihn mit dem Finger sticht. Dann kommt ein Deckel drauf und der Teig für mindestens 3 Stunden in den Kühlschrank. Dann kann man das erste Brot backen. Dazu nimmt man soviel Teig ab, wie man braucht, formt ein rundes Brot (Brotform geht auch) und stellt es erstmal 40 Minuten beiseite. Dann kommt der Teig in den auf 230 Grad vorgeheizten Ofen, auf dessen Boden man eine Pfanne gestellt hat. Sobald der Teig im Ofen ist, wird in die Pfanne eine Tasse Wasser geschüttet und schnell die Ofentür geschlossen. Der entstehende Dampf sorgt für eine schöne Kruste. Man kann auch den Teig während des Backens hin und wieder mit einer Sprühflasche befeuchten, dann wird die Kruste noch schöner. Nach ca. 40 Minuten ist das Brot fertig: Es zeigt bei einem hineingestochenen Thermometer ca. 80 Grad an und klingt hohl, wenn man draufklopft. Abkühlen lassen und genießen!

Der Teig ist sehr anfängerfreundlich – ich habe mal vergessen, ihn die 40 Minuten gehen zu lassen und es hat auch geklappt. Außerdem kann man damit auch Brötchen oder indisches Naan-Brot machen: Für das Naan braucht man den Teig nicht gehen zu lassen, sondern macht sich einfach pfirsichgroße Stückchen ab und rollt sie mit Mehl ca. einen halben Zentimeter dünn aus. Dann kommen sie eine heiße Pfanne mit Butter oder Ghee und werden auf beiden Seiten gar geröstet. Auch sehr lecker.
Auf Seite 6 des Mother Earth News-Artikels gibt es sogar ein Rezept für Karamell-Brötchen mit dem Teig.

Viel Spaß beim Backen!

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We bake our bread ourselves and so far my mother-in-law’s recipe was my favourite, but now it has competition! By coincidence I found a recipe for five minute bread on Mother Earth News. You make enough dough for many loaves and since it’s so moist, it keeps in the fridge for up to two weeks. When you want to bake a bread, you take some dough out of the fridge, let it rest and bake it. Easy!

Here is the recipe for about 4 medium sized breads:

6 cups water
3  tablespoons salt
3 tablespoons active dry yeast
13 cups flour

Mix water, salt and yeast and stir until all is dissolved. Then add the flour and mix until the dough is uniformly moist. Don’t knead! The dough has to rest for at least 2 hours, more works too, until the dough sighs when you poke it with a finger. Then put a lid on it and it goes in the fridge for at last 3 hours. When you want to bake a bread, take the dough out of the fridge, take as much as you need and shape it to a nice round ball (or plop it into a bread form). Then let it rest for 40 minutes before putting it into the oven. Perheat the oven to 450 F and put a pan on the floor of it. After putting in the bread, pour a cup of water in the pan and quickly shut the door to trap the steam. It will make the crust nicer. Alternatively, you can spray the bread with a spray bottle every now and then during the baking process. After about 40 minutes, the bread is done: A thermometer stuck into the bread will show at least 180 F and the bread sounds hollow when you tap it.

The dough is great for beginners – I once forgot to let it erst after taking it out of the fridge and it still worked nicely. You can also use it to make rolls or naan bread: For the naan you don’t have to let the dough rest, just take it out of the fridge and take off peach-sized pieces. Roll them out to half a centimetre thickness and fry them in a slightly buttered pan on both sides until done.

Page 6 of the Mother Earth News article even describes how to use the dough to make caramel sticky buns.

Have fun baking!

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Knuspermüsli – Granola

Knuspermüsli ist bei uns immer ganz schnell weg, ist schließlich so lecker. Wie gut, dass man es ganz einfach selber machen kann!

Man braucht:

Haferflocken (oder andere Flocken)
Nüsse
Rosinen (oder anderes Trockenobst)
Honig (oder Zuckerrübensirup, Ahornsirup, …)

Der Unterschied zu normalem Müsli ist beim Knuspermüsli der, dass es gebacken wird. Das Backen bringt erst so richtig den Geschmack der Nüsse raus und das Backen macht auch die mit Honig vermischten Flocken schön knusprig.
So geht’s: Der Honig wird erwärmt, bis er flüssig ist und dann mit den Flocken vermischt (ich vermische eine Hälfte mit Honig, die andere wird so gebacken). Dann werden die sich bildenden Klumpen je nach Geschmack größer gelassen oder klein gequetscht. Die Flocken kommen dann auf ein Backblech, wo sie bei 150 Grad solange gebacken werden, bis sie ganz leicht golden werden. Das dauert so etwa 20 Minuten und man riecht auch, dass sie dann gut sind – sie riechen ganz intensiv.
Die Nüsse werden je nach Geschmack gehackt oder ganz gelassen und ebenfalls auf einem Backblech geröstet (etwa 5 – 10 Minuten). Hier ist allerdings Vorsicht geboten! Nüsse verbrennen schnell und müssen daher alle paar Minuten gewendet/gerührt/geschüttelt werden. So werden sie gleichmäßig braun. Weiterhin halten die Nüsse die Temperatur eine ganze Weile, d.h. man muss sie aus dem Ofen holen, bevor sie fertig sind und dann vom heißen Blech runterholen. Sie rösten dann beim Abkühlen noch weiter.
Die Trockenfrüchte kommen nicht in den Ofen, sondern gleich in die Schüssel, in der das Müsli zusammengerührt wird. Die noch heißen Flocken und Nüsse werden darauf gegeben und machen mit ihrer Resthitze die Trockenfrüchte noch ein wenig trockener und bissfester.
Man kann natürlich noch weitere Zutaten hinzugeben – Kokosraspeln oder Schokostückchen zum Beispiel.

Guten Appetit!

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Granola doesn’t last long in our household – it’s too yummy! Good thing it’s easy to make!

You need:
Rolled oats (or other grains)
Nuts
Raisins (or other dried fruit)
Honey (or molasses or maple syrup, …)

The difference of granola and the regular German müsli is that granola is baked/roasted. The roasting makes everything more flavourful and makes the oat/honey clumps nice and crunchy.
This is how you do it: Gently heat up the honey until liquid, then mix it with the rolled oats (I usually only mix half the oats with honey). The mixture will form clumps that you can leave big or squish smaller. Put the oat/honey clumps onto a baking sheet and put them into the oven to bake at 150 celsius (ca. 300 F). Bake until they just turn golden (about 20 minutes). They smell intensely of oats and honey when they’re done.

Chop the nuts up (or leave them whole) and put them on a baking sheet in the oven too (ca. 5 – 10 min). Watch out, though, nuts burn easily and have to be turned or shaken every few minutes. Also, they keep their temperature for a while even after you take them off the hot tray, so you will have to take them out of the oven before they’re done! They will keep roasting while they cool.
The dried fruit stay out of the oven. Put them into the bowl you’ll use to mix everything together. The hot oat/honey clumps and the nuts are put on top and draw some more moisture out of the dried frtuis, making them even chewier.
Add whatever else you have at home (grated coconut, chocolate chips, …).

Guten Appetit!

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Löwenzahnkaffee – Dandelion Coffee

Man kennt das ja aus den Geschichten vom Krieg – Kaffee gab’s nicht, man machte Ersatzkaffee aus Gerstenmalz, Zichorie, Eicheln und wer was noch alles… Malzkaffee aus Gerstenmalz trinken wir auch gerne und haben auch schon andere Arten ausprobiert, aus Feigen, aus Zichorie, aber mein Lieblingsersatzkaffee wird aus der Löwenzahnwurzel gemacht. Löwenzahn ist eine tolle Pflanze und ich freue mich, wenn sie sich in meinem Garten ausbreitet, denn sie hat für mich viele Zwecke: Ich mache Sirup aus den Blüten, Salat aus den Blättern und die Wurzeln werden getrocknet.
Im Herbst (da hat sich die Pflanze in die Wurzel zurückgezogen und sie sind am wirkstoffreichsten) erntet man also die Wurzeln und macht sich aus den Blättern, die noch oben dranhängen, einen leckeren Salat oder dünstet sie kurz als Gemüse an. Vorsicht, kleine Nacktschnecken verstecken sich meiner Erfahrung nach gerne an der Blattrosette unten!
Dann wäscht oder bürstet man den Schmutz von der Wurzel, tupft sie trocken und legt sie zum Trocknen an einen luftigen, schattigen Ort.
Wenn die Wurzeln ganz trocken sind (sie sind noch ein bisschen biegsam), kann man sie gut in einem Stoffbeutel oder in einem Schraubglas (das schützt vor Motten) aufbewahren. Wir essen sie auch gerne so als gesunde Knabberei (getrocknet schmecken sie eher süß als bitter) und natürlich finden die Wurzeln auch als leberstärkende Medizin ihre Anwendung.
Für den Kaffee nimmt man die getrockneten Wurzeln und röstet sie kurz (5-10 min auf dem Gitter im Backofen), bis sie so trocken sind, dass sie leicht zerbrechen:

Die gerösteten Wurzeln

Dann kommen sie in einen Mörser oder ein anderes Zerkleinerungsgerät und werden kleingestampft und dann zermahlen:

Im Mörser kleingestampft...

...und zermahlen.

Wenn die Wurzeln klein genug gemahlen sind, kommen sie wie normal in den Kaffeefilter und werden mit kochendem Wasser übergossen. Mit Milch schmeckt das entstehende Getränk wie Kaffee mit Haselnussaroma, sehr lecker!
Für einen Liter Kaffee haben wir ca. 12 Wurzeln verbraucht – also Löwenzahn gut im Garten verbreiten, damit man genug zum Ernten hat!

Viel Spaß beim Ausprobieren und wohl bekomm’s.

Mehr Koch- und Hausapotheken-Rezepte zum Löwenzahn findet man in diesem (leider nur englischen) Buch: “Healing Wise” von Susun Weed.

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You always hear it in the story about the war – there was no coffee and people made coffee substitutes by using barley malt, chicory, acorns, and who knows what else… We love barley malt coffee and have tried other kinds, too; made from figs, from chicory… but my favourite substitute coffee is made from dandelion root. Dandelion is a great plant and I love it when it spreads in my garden, because for me it has many uses: I made syrup from the blossoms, salad from the leaves and the roots gets dried.
In autumn, the plant has withdrawn into its root and latter has the most nutrients and medicinal value. That is when you harvest it. Make yourself a nice salad from the leaves that are still on the root, or steam them shortly (Watch out for little slugs on the lower leaves!).
The roots are washed or brushed to get the dirt off and then you pat them dry and leave them to dry in a airy, shady place.
When the roots are dry (they will still be a bit flexible), you put them into a cloth bag or a screw-top glas (that protects them from moths) to store. We like to eat them as a healthy snack, too (when dry, they taste more sweet than bitter), and of course we also appreciate them for their medicinal value.
To make coffee you take the dry roots and roast them shortly in the oven (5 – 10 min on a grill), until they’re so dry that they break easily.

The roasted roots

Then you put them into a mortar or some other curshing/milling device of your choice and grind them small:

First crushed...

...then ground

When the roots are ground finely enough, you put them into a coffee filter and pour boiling hot water over them. With milk the resulting drink tastes like coffee with a hazelnut aroma, very delicious!
For one litre of coffee we used ca. 12 roots, so make sure you spread the plant in your garden well, so that you have enough to harvest!

Have fun trying it out!

More cooking recipes and medicinal advice about dandelion you find in this wonderful book: “Healing Wise” by Susun Weed.

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Kompost-Heizung – Compost Heating

Je mehr ich zum Thema Permakultur und anderen alternativen Techniken lese, desto begeisterter bin ich ob der ganzen Möglichkeiten, die es gibt! Warum wissen eigentlich nur so wenige Leute davon?

David Holmgren, der Co-Begründer der Permakultur, hat zum Beispiel in seinem Haus einen „Kühl-Schrank“, der ohne Elektrizität funktioniert. Wie das? Eine Leitung schleust kalte Luft aus dem Keller in den Kühlschrank, in dem Gemüse und Milchprodukte in Drahtkörben aufgehängt sind, und von dort nach draußen. Die gleichbleibende Kellertemperatur sorgt für eine gleichmäßige Temperatur im Kühlschrank und kalt genug für Milchprodukte ist es wohl.

Eine andere tolle Idee handelt vom Gegenteil: Vom Heizen. Der Franzose Jean Pain hat eine Methode entwickelt, wie man mit Kompost heizt. Das Kompost beim Umwandeln sehr heiß wird, ist ja bekannt. Eine Recyclinganlage in meiner Nähe hat riesige Komposthaufen und wenn man seine Hand zu weit reinsteckt, dann tut es richtig weh, so heiß werden sie.
Jean Pain machte sich das zu nutze und legte in seine großen Komposthaufen Leitungen in Spiralform. Diese führten danach zu seinem Haus und heizten Wasser und Haus.
„Jean Pain gab an, dass er sein 5-Zimmer-Haus von etwa 100 qm mit einem 50 t-Komposthaufen sechs Monate lang beheizte, sowie Warmwasser (4 L/min) produzierte; mit einem nur 12 t großen Haufen heizte er sogar volle 18 Monate!“ (Peter Bane, Another Kind of Energy)
Um wirklich alle Energie recyclen zu können, nutze Jean Pain später auch das entstehende Methangas.
Beide Systeme möchte ich gerne mal ausprobieren, im Moment vielleicht eher im Kleinen mit einer Kompost-Gewächshausheizung und einem kleinen Kühl-Schrank, aber vielleicht kann ich es später in ein zukünftiges Haus integrieren.

Mehr zum Thema:
http://www.biomeiler.at/

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The more I read about permaculture and other alternative technologies, the more I get excited about the abundance of possibilities! How come that so few people know about this stuff?

David Holmgren, co-founder of permaculture, has replaced his fridge with a cooling cupboard, for example: A pipe directs cold air from his basement into a cupboard into a kitchen which contains wire-racks with vegetables and dairy. From there the air is directed outside. The even basement temperature makes sure the cooling cupboard stays cool throughout the year and obviously it works well.
(More info: Abdallah House, under “Cellar and Cool Cupboard”)

Another method works the exact opposite: It heats.
Ever heard of Jean Pain? I think it doesn’t hurt to know him. (Sorry about the pun. 🙂 )
Jean Pain developed a method of heating with compost piles. If you stick your hand into a well-working compost pile, you know how hot it gets. A compost company nearby has huge piles and if you stick your hand in too deep, it hurts!
Jean Pain put spirals of pipe into his compost piles and used them for heating:
„ Pain reports that he heated his five—room house of 1000 square feet (100 m2) and provided hot water (at a rate of 4 liters! minute) for its occupants from a 50 ton pile for six months, but that a 12 ton pile maintained that output for a full 18 months.” (Peter Bane, Another Kind of Energy)
To use every bit of possible energy in his piles, Pain later even used the methane gas.

I want to try out both systems; at the moment maybe rather small-scale with a compost-heated greenhouse and a small cool cupboard, but maybe later I can integrate it into a future house.

More about Jean Pain:
http://en.wikipedia.org/wiki/Jean_Pain
http://www.journeytoforever.org/biofuel_library/methane_pain.html
http://www.daenvis.org/technology/Jeanpan.htm

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Essbare Waldgärten – Edible Forest Gardens

Warum habe ich im Moment mal wieder so wenig Zeit zum Bloggen? Weil ich zu Weihnachten ein paar echt tolle Bücher bekommen habe!

Im Moment lese ich “Edible Forest Gardens” von Dave Jacke und Eric Toensmeier. Es ist unheimlich spannend und wenn ich es mal beiseite lege, möchte ich nur noch in den Garten springen und mir auch einen Waldgarten anlegen.

Was ist nun aber so ein Waldgarten? Im Prinzip ist es ein Garten, der nach dem Vorbild eines Waldes angelegt ist. Es gibt verschiedene Schichten (hohe Bäume, niedrige Bäume, Sträucher, Stauden, Bodendecker, Wurzelschicht und Kletterpflanzen), die so zusammengepflanzt werden, dass sie sich gegenseitig ergänzen, helfen und als kleines Ökosystem zusammenarbeiten. Die Ziele des Waldgartens sind Diversität, niedrige Erhaltungskosten (das System erhält und erneuert sich selbst), hohe Belastbarkeit und Stabilität. Da es neben Zehrern auch Pflanzen gibt, die Nährstoffe binden, also Stickstoffbinder und Nährstoff-Akkumulatoren, müssem dem System keine Nährstoffe zugeführt werden. Da die Pflanzen zum großen Teil ausdauernd sind oder sich selbst wiederaussäen, ist auch kein Umgraben etc. nötig. Weiterhin reduziert die Vielfalt den Schädlingsdruck und die Wahrscheinlichkeit eines Totalausfalls.
Anfangs wird schon viel Energie in das System gesteckt, um es zum Laufen zu bringen – man muss den Garten ja anlegen, mulchen, etc. pp. -, aber wenn der Garten einmal läuft, ist die Arbeit, die noch fällig ist, sehr gering: Hier da vielleicht mal eingreifen und zurückschneiden, vielleicht ein wenig nachmulchen und natürlich ernten.
Martin Crawford vom Agroforestry Research Trust, dessen 0.8 ha großen Waldgarten wir besucht haben, zählt auf, was er im Laufe des Jahres an Zeit investiert: “In den Monaten April, Mai und Juni verbringe ich pro Monat etwa 6 Tage mit Unkrautjäten; in Juli und August sind es etwa zwei Tage monatlich.” (Jacke, 294) Ansonsten verbringt es ein wenig Zeit damit, frisch bepflanzte Stellen zu mulchen, hier und da ein paar Änderungen anzubringen und zu ernten. Martin bewirtschaftet seinen Hektar allein und managt nebenbei noch seinen Saatgut- und Pflanzenhandel, sowie andere Dinge!
Ein weiterer Waldgärtner, Charlie aus Greensboro, North Carolina, USA, gibt als Arbeitsstunden an: “Im Jahresdurchschnitt muss er nur 10 Stunden pro Woche für zwei Wochen jeweils im Frühling und Herbst aufbringen.“ Zu den Arbeiten gehören Mulchen, Beschneiden, Ausdünnen und Kompost verteilen, sowie ab und zu das “Überarbeiten” und Ändern von Teilen des Gartens. „Abgesehen von den Frühlings- und Herbsthauptarbeitszeiten arbeitet Charlie nur maximal eine Stunde pro Woche im Garten, hautpsächlich um sich um seine einjährigen Gemüsepflanzen zu kümmern.” (Jacke, 61).

Das Buch hat einen Fokus auf essbare oder sonstig verwertbare Pflanzen (also medizinisch, handwerklich, etc. nutzbare) und hat einen Anhang mit einer riesigen tollen Liste voller Pflanzen. Da wünscht man sich echt mehr Platz und Geld.

Im eigenen Garten haben wir ein bisschen angefangen, den Garten hin zum Waldgarten zu gestalten, indem wir die Baumscheiben mit einjährigen und ausdauernden Pflanzen bepflanzt und Kletterer hochklettern haben lassen, aber es fehlen noch mehr Bodendecker, Sträucher und außerdem Verbindungen zwischen den Bauminseln. Aber 2010 steht ja gerade erst vor uns und wir haben mal wieder viele Gartenideen.

Das System der Waldgärtern kam mir letztens auch in den Kopf, als ich ein Interview in der National Geographic (Dez. 09) mit Landschaftsökologen Wolfgang Haber las, der einerseits dafür plädiert, CO2-Senken wie Wälder zu vermehren, aber auch einräumt, dass das die Welternährungssituation nicht verbessert. “Wälder kann man nicht essen”, sagt er (Nat. Geo., Dez 09, S. 40).
Dem gegenüber stehend ist die lange Einleitung des Edible Forest Garden-Buches, das beschreibt, wie die Indianer Nordamerikas die Wälder in Sinne von Waldgärten bewirtschafteten und Erträge der bevorzugten Nahrungspflanzen durch verschiedene Techniken erhöhten und eine Art riesiges essbares Paradies schafften. Einen großen Waldgarten eben.
Fichtenmonokulturen kann man nicht essen, aber wenn wir ein bisschen umdenken und unsere herkömmliche Landwirtschaft einjähriger Pflanzen mit so arbeitsextensiven Systemen wie den Waldgärten verbinden, dann wäre das vielleicht eine Lösung.
Dave Jacke beschreibt in seinem Buch auch eine schöne Vision, in der die großen Rasenflächen der US-amerikanischen Vorstädte vielen Waldgärten weichen, die alle verbunden sind und so neben Nahrungs- und Materialquellen der Menschen auch noch als Wildkorridore dienen (Jacke 50 f).

So, bevor ich hier noch weiter schwärme, beende ich mal diesen Post und empfehle nur noch schnell das Buch:

Dave Jacke und Eric Toensmeier. „Edible Forest Gardens“, Chelsea Green. Hat zwei Bände, Band 1 ist Vision und Theorie; Band 2 die „Werkzeugkiste“ des Waldgartendesigners.

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Why do I have so little time for blogging at the moment? Because I got some great books for Christmas!

At the moment I’m reading „Edible Forest Gardens“ by Dave Jacke and Eric Toensmeier. It’s very exciting and when I put it down, I just want to jump up and into the garden and start creating my own forest garden.

So, what is a forest garden? It’s basically a garden that has been designed with a forest in mind. There are several layers (canopy, low trees, shrubs, herbacious layer, ground cover, root layer and vines), that are planted together to supplement and help each other and work like a little ecosystem.
The goals of the forest garden are diversity, sustainability, low maintainance (the system maintains and renews itself), high resilience and stability.
Since next to „hungry“ plants grow nutrient accumulators and nitrogen fixers, the system doesn’t require the gardener to add any nutrients, and no tilling is necessary because the majority of the plants is perennial or resows itself. The diversity reduced pest pressure and the probability of a complete crop failure.
In the beginning quite some energy has to be put into the system to get it going – you have to plant the garden after all, mulch, etc. -, but once it’s running, the work that remains is very little: Here and there some directing, some pruning, some mulching and, of course, harvesting.
Martin Crawford of the Agroforestry Research Trust, whose 0.8 ha garden we visited, lists how much time he invests during the course of a year: „I tend to spend about six days per month in April, May, and June and two days in July and August on weeding patrols.“ (Jacke 294) Otherwise he spends some time mulching freshly planted spots and changing his garden here and there, and harvesting. Martin works his hectare alone and besides it also manages his seed and plant business and some other things!
Another forest gardener, Charlie from Greensboro, NC, USA, says about his work „load“: „On an annual basis, he has to put in only about ten hours per week for two weeks in spring, and the same for two weeks in the fall. This includes mulching (usually in the fall), and pruning, thinning, and spreading compost around younger trees and bushes in spring. […] Other than his spring and fall activity bursts, he puts in up to an hour per week during the eight-month growing season, mainly to care for his annual vegetables.“ (Jacke 61).

The book focusses on edible or otherwise useful plants (medicine, crafts, etc.) and has an appendix with a wonderful and huge list of plants. Makes you wish for more garden space and money.

In our garden we have started to design the garden more towards a forest garden by planting annual and perennial herbs under the trees and having vines climbing up them, but there are still ground cover and shrubs missing, and connections between the tree islands.
But 2010 just only started and we have again lots of garden ideas.

I also had to think of forest gardening when I read an article in National Geographic (German Dec 09 issue) the other day: A German landscape ecologist named Wolfgang Haber proposes to increase carbon sinks like forests, but complains that this won’t improve the global food situation. „You can’t eat forests“, he says (Nat. Geo, Germany, Dec 09, p. 40).
Opposing that is the long introduction of Dave Jacke’s Edible Forest Garden book, which describes the forest gardening of the Native Americans which increased yields of forest food plants with different techniques and managed the forests intensively to form a kind of giant edible paradise. A big forest garden.
Pine monocultures you can’t eat, but if we change our point of view just a little bit and connect our conventional agriculture of annual crops with such work extensive systems like forest gardening then that might pose a solution.
Dave Jacke describes a beautiful vision in which the lawns of subarban USA are turned into forest gardens which are all connected and function not only as food and craft material producers but also as wildlife corridors (Jacke 50p).

Ok, before I keep rambling on about forest gardening, I’ll end this post and recommend the book:

Dave Jacke und Eric Toensmeier. „Edible Forest Gardens“, Chelsea Green. Two volumes, Vol 1 is vision and theory; Vol 2 the forest garden designer’s toolkit.

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