Monthly Archives: July 2010

Drohnenschlacht — Drone Eviction

In der Bienenwelt geht es im Moment heiß her: Die Bienenvölker, bei denen die Königin im Sommer befruchtet wurde (oder es vorher schon war), bereiten sich jetzt auf den Winter vor und im Zuge dessen werden die Mitglieder des Volks, die man nun nicht mehr braucht, ausgestoßen: Die Drohnen.
Die männlichen Bienen, die Drohnen, erkennt man daran, dass sie wesentlich größer als die Arbeiterinnen sind und riesige Augen haben. Sie werden von Bienenforscher Jürgen Tautz in seinem Buch “Phänomen Honigbiene” als “fliegende Spermaträger” bezeichnet und das sind sie im Prinzip auch. Ihre einzige oder zumindest wichtigste Aufgabe ist es, Königinnen zu befruchten. Jeden Tag fliegen sie zu einer bestimmten Zeit aus und sammeln sich an so genannten Drohnensammelplätzen, um auf potentielle Königinnen zu warten. Sofern keine Königin vorbeikam, fliegen sie dann auch brav wieder zurück zu ihrem Volk (nach/während der Befruchtung sterben die Drohnen) und verbringen den Rest des Tages dort oder in anderen Völkern. Sie sind die einzigen Mitglieder des Volkes, die auch andere Völker besuchen können ohne zu riskieren, dass man sie zu Tode sticht. Sie werden gefüttert und eine ausgewogene Anzahl von Drohnen zu Arbeiterinnen gibt dem Volk ein Gefühl der Harmonie.
Um Juli und August herum sinkt allerdings die Wahrscheinlichkeit, dass Königinnen befruchtet werden müssen. Gleichzeitig gibt es auch weniger blühende Pflanzen, obwohl die Bienen gerade jetzt für den Winter sammeln müssen. Deswegen werden nun “nutzlose Esser” rausgeschmissen und es geht den Drohnen an den Kragen. Sie werden weniger und weniger gefüttert und man kann Arbeiterinnen betrachten, die Drohnen aus dem Flugloch zerren und versuchen, sie buchstäblich in den Abgrund zu schubsen. Die wesentlich größeren Drohnen dagegen streben wieder zurück zum Eingang. Manchmal heben sie sogar ab und versuchen, im Flug die störende Arbeiterinnen loszuwerden.
Aber selbst wenn sie es wieder in den heimeligen Stock schaffen – sie verzögern nur das Unvermeidliche…
Hier ein paar Impressionen:

Eine Arbeiterin zerrt an einem Drohn (hinten links auf dem Flugbrett)

Jetzt hängt er schon über dem Abgrund - schafft er es noch zu entkommen?

Seitlich kriechend versucht er der Arbeiterin zu entwischen...

...doch diese hält felsenfest!

Der Drohn arbeitet sich langsam wieder Richtung Eingangsloch vor.

Von den spannenden letzten Minuten habe ich leider kein Foto, aber ich kann euch berichten, dass der Drohn nochmal Glück hatte und schnell wieder in die Beute flitzen konnte.

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Things are rough in the world of the honey bees at the moment: The bee colonies that have fertilized queens are preparing for winter and therefore, the less useful members of society are evicted: The drones.
The male bees, the drones, are easily recognized by being much bigger than the female worker bees and by their huge eyes. German ethologist and bee scientist Jürgen Tautz calls them “flying sperm carriers” in his book “The Buzz about Bees” and that is what they basically are. Their most important task is to fertilize young queens.
Every day at a certain time they fly out to gather at so called drone gathering places, waiting for queens. If no queen came by, the drones return to their colonies (drones die while/after fertilizing a queen) and spend the rest of the day there or at other colonies. They are the only members of the colony that can just go and visit other colonies without risking certain death by being stung.
They get fed and a certain ration of drones to workers gives the colony a sense of harmony.
Around July and August the probability of unfertilized queens decreases rapidly and at the same time the amount of flowering nectary plants sinks, even though the bees are stocking up for winter.
Therefore, “useless eaters” are being kicked out and the drones are the ones to go. They are being fed less and less to weaken them and you can watch worker bees dragging drones out of the entrance hole, trying to literally push them over the edge.
The drones, much bigger in size, however, try to get back to the entrance hole. Sometimes they even lift off and try to shake off the annoying worker bees in flight.
But even if they make it back into the homely hive – they are only postponing the inevitable…

Here are some pictures:

A worker bee is dragging a drone (back left on the entrance board)

Now he is already hanging over the abyss - will he still escape?

Crawling sideways he's trying to break free from the worker bee...

...who is holding on with all her strength!

The drone is slowly making it back towards the entrance...

Unfortunately, there are no pictures of the exciting last minutes, but I can assure you that the drone was luckily enough to escape back into the hive.

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Sonnenstrahlen sammeln – Catching Sun Rays

Ich mags gerne bunt und gerade an grauen Wintertagen sind erhellen kleine Sonnentrahlen das Gemüt. Meine Sonnenstrahlen finde ich im selbstgemachten Haustee.

Wie das geht? Jetzt im Sommer blühen alle möglichen Pflanzen, deren bunte Blüten getrocknet den Haustee optisch aufpeppen. Hierzu sammelt man essbare Blüten oder Blütenblätter von zum Beispiel…

Malve

Rose

Königskerze

Ringelblume

Sonnenblume

Wegwarte

…und weitere essbare Blüten.
Die Blütenblätter oder Blüten werden dann im Schatten getrocknet. Ich nehme alte Papp-Obststiegen (kostenlos und stapelbar!), deren Böden ich zum Teil mit Fliegennetzen ersetzt habe, um bessere Luftzirkulation zu gewährleisten. Die Farben der Blüten bleiben erhalten (wenn man sie in der Sonne trocknet, bleichen sie aus!) und wenn sie richtig trocken sind, kann man sie in beschriftete Behälter (z.B. Schraubgläser) umfüllen.
Ob sie trocken sind, verrät ein einfacher Test: Sind die Pflanzenteile noch biegsam, müssen sie noch mehr trocknen. Zerbrechen oder zerbröseln sie hingegen einfach, sind sie trocken genug.
Man kann die Blüten einfach in den Schwarztee mischen, in dem die bunten Farben einen schönen Kontrast bilden oder man mischt sich einen Haustee zusammen. Ich nehme für meine Hausteebasis Pfefferminze, Zitronenmelisse, ein wenig Salbei und Zitronenverbene. Alles gut vermischt und dann kommen die Blüten hinzu.

Fertig ist der Sonnenstrahlentee für gute Laune im Winter!

P.S.: Für nächstes Frühjahr schonmal vormerken: Veilchen-, Holunder- und Lindenblüten machen sich auch wunderbar im Tee.

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I love beautiful colours and especially on grey winter days little colourful sun rays lighten the mood. I find my sun rays in my homemade tea mixture.

How that works? Now that it’s summer lots of plants are flowering and their beautiful flowers can be dried and used to visually enhance your own homemade tea.
Just collect edible flowers or flower petals of local plants such as…

Malva

Rose

Mullein

Calendula

Sun flower

Chicory

…and other edible flowers.

The flowers or petals are then dried in the shade. I use old cardboard boxes that have been used for transporting fruit to stores (free and stackable!) and some of them I modified the floor to have a fly screen for better air circulation.
The colour of the flowers stay if you dry them in the shade – in the sun they bleach!
When they are completely dry, they can be put into labeled containers (I use glass screw top jars).
If they are completely dried you can find out with this simple test: Are the plant parts still bendy? Then they’re not dry enough! Do they crumble and snap? They are dry enough!
You can mix your flowers into black tea for a wonderful contrast of the black and the colours or you make your own tea mixture: For a base I use peppermint, lemon balm, a little sage and lemon verbena.
Mix it well and then add your flowers.
There you go – your own sun ray tea for a good mood in winter!

P.S.: For your spring to-do-list: Violet, elder and linden flowers are also wonderful in tea!

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Das Jahr der Biodiversität — The Year of Biodiversity

2010 wurde von der UNO als das Jahr der Biodiversität ausgerufen. Das hatte ich eigentlich gar nicht im Kopf, also ich dieses Jahr viele Nektarpflanzen in meinem Garten säte und pflanzte – eigentlich wollte ich damit meinen Bienen was Gutes tun.

Woran ich allerdings nicht gedacht hatte: Bienen gehen gerne so genannte “Massentrachten”, d.h. sie holen sich den Nektar von den Blüten, von denen es viele an einem Platz gibt. Sie lieben zum Beispiel Bäume wie die Linde oder die Robinie, an der sich Tausende von Blüten befinden. Oder Himbeer- und Brombeerhecken, in denen sie “blütenstet”, wie sie es gerne machen, von Blüte zu gleichartiger Blüte trudeln können. Meine Mischung aus Bienenweidepflanzen ließen sie bisher größtenteils links liegen – es gab immer Orte in der Umgebung, in der mehr Blütenmonotonie herrschte.
Was meine Nektarpflanzenaktion allerdings bewirkte, ist eine enorme Steigerung der nektartrinkenden Insektenbesuchern im Garten, denen es egal ist, welche Art Blüte sie nacheinander anfliegen, solange es Nektar gibt. Da gibt es die “normalen” Hummeln, die schwarz-gelb-weiß sind; die schwarzen mit den roten Hinterleiben; dann die Schwebfliegen; winzige Bienchen; riesige Bienenbrummer; alle möglichen anderen Wildbienen; Schmetterlinge, etc pp. Wow! Das hatte ich ja gar nicht erwartet! Überall schwirrt und summt es jetzt.

Ich kann es nun wirklich nicht genug empfehlen, etwas für die nicht-menschlichen Besucher des Gartens zu tun oder ein Eckchen im Garten “wild” zu lassen.
Was macht ihr im Jahr der Biodiversität?

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2010 was announced the year of biodiversity by the UN. Yet, that’s was not what I was thinking of when I sowed and planted all kinds of nectary plants in my garden this year – I had wanted to improve the food possibilities of my bees.

What I didn’t consider, though, is that bees like to get their nectar and pollen from flowers that appear in mass in a very small space. They love flowering trees like linden and locust that bear thousands of flowers. Or raspberry or blackberry hedges where they can fly from flower to like flower like they like to do it.
My mix of bee plants they mostly ignored – they have always been places in the area with a great “flower monotony”.
What bee plants did create though, was an increase in visits of other nectar-drinking insects in my garden – the ones that don’t care what flower they’re drinking from as long as they get nectar. There are the “normal” bumblebees that are black, yellow and white; the black ones with the red bottoms; the hoverflies; tiny bees; giant bees; and all kinds of other wild bees; butterflies; etc.
Wow! I had not expected that! Everywhere there’s humming and buzzing now!

I can only recommend you to do something for the non-human visitors of your garden or to leave a little corner “wild”.
What do you do in the year of biodiversity?

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Freiwillige vor! — Volunteers, anyone?

Als Samensammler lasse ich jedes Jahr einige Pflanzen ausblühen und Samen bilden und ab und zu bleiben hier und da auch Früchte wie Tomaten hängen. Deswegen habe ich auch dieses Jahr wieder viele “Freiwillige” in meinem Garten. Hier sprießen kleine Mangold-Pflänzchen zwischen den Trittsteinen hervor, dort kommen Babys der Tomate aus dem letzten Jahr aus dem Boden und Jungpflanzen der roten Melde überraschen mich als kleine Farbtupfer an den seltsamsten Orten.

Ich finde diese “Pioniere” sehr praktisch – sie sind abgehärtet, treten oft in Massen auf und ersparen mir eine Menge Anzuchtsarbeit: Ich muss sie nur noch ausgraben und an einen besseren Ort setzen (wie die Trittsteinmangolds) oder sie einfach dort lassen. Natürlich ziehe ich jedes Jahr auch meine eigenen Pflanzen an, aber wenn’s mal nicht so klappt, kann ich auf das jährlich wachsende Repertoire an Freiwilligen zurückgreifen und ich mag besonders den Überraschungseffekt sehr gerne.
Und wenn’s zuviele sind – wie oft beim weißen Gänsefuß – dann werden sie kurzerhand abgeschnitten und als Mulch genutzt oder kommen auf den Kompost.

Meine Lieblingspioniere sind Mangold, Tomaten, Krause Malve und Rettiche – wie sieht’s bei euch im Garten aus?

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As a seedsaver I let some of my plants go to seed every year, and here and there I forget to harvest the odd tomato or other fruit.
That’s why I have lots of “volunteers” in my garden this year – like every year.
Between the step stones Swiss chards are sprouting, babies of the previous year’s tomato are growing between the comfrey leaves and seedlings of the red orach surprise me with little bursts of colour in the strangest places.

I like these “pioneers” – they are hardy, often appear in mass and save me a lot of work: I just have to dig them up and transfer them to a better place (like in the case of the Swiss chard) or even just leave them. Of course I start my own little plants from seeds, too, but if something goes wrong I always have my spares in the yearly increasing mass of volunteers and I also like the surprises they give me.
And if they’re too many – as it often happens with lamb’s quarters (Chenopodium album) – I just cut them down for mulch or put them on the compost heap.

My favourite volunteers are Swiss chards, tomatoes, Chinese mallow and radishes – what are yours?

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