Drohnenschlacht — Drone Eviction

In der Bienenwelt geht es im Moment heiß her: Die Bienenvölker, bei denen die Königin im Sommer befruchtet wurde (oder es vorher schon war), bereiten sich jetzt auf den Winter vor und im Zuge dessen werden die Mitglieder des Volks, die man nun nicht mehr braucht, ausgestoßen: Die Drohnen.
Die männlichen Bienen, die Drohnen, erkennt man daran, dass sie wesentlich größer als die Arbeiterinnen sind und riesige Augen haben. Sie werden von Bienenforscher Jürgen Tautz in seinem Buch “Phänomen Honigbiene” als “fliegende Spermaträger” bezeichnet und das sind sie im Prinzip auch. Ihre einzige oder zumindest wichtigste Aufgabe ist es, Königinnen zu befruchten. Jeden Tag fliegen sie zu einer bestimmten Zeit aus und sammeln sich an so genannten Drohnensammelplätzen, um auf potentielle Königinnen zu warten. Sofern keine Königin vorbeikam, fliegen sie dann auch brav wieder zurück zu ihrem Volk (nach/während der Befruchtung sterben die Drohnen) und verbringen den Rest des Tages dort oder in anderen Völkern. Sie sind die einzigen Mitglieder des Volkes, die auch andere Völker besuchen können ohne zu riskieren, dass man sie zu Tode sticht. Sie werden gefüttert und eine ausgewogene Anzahl von Drohnen zu Arbeiterinnen gibt dem Volk ein Gefühl der Harmonie.
Um Juli und August herum sinkt allerdings die Wahrscheinlichkeit, dass Königinnen befruchtet werden müssen. Gleichzeitig gibt es auch weniger blühende Pflanzen, obwohl die Bienen gerade jetzt für den Winter sammeln müssen. Deswegen werden nun “nutzlose Esser” rausgeschmissen und es geht den Drohnen an den Kragen. Sie werden weniger und weniger gefüttert und man kann Arbeiterinnen betrachten, die Drohnen aus dem Flugloch zerren und versuchen, sie buchstäblich in den Abgrund zu schubsen. Die wesentlich größeren Drohnen dagegen streben wieder zurück zum Eingang. Manchmal heben sie sogar ab und versuchen, im Flug die störende Arbeiterinnen loszuwerden.
Aber selbst wenn sie es wieder in den heimeligen Stock schaffen – sie verzögern nur das Unvermeidliche…
Hier ein paar Impressionen:

Eine Arbeiterin zerrt an einem Drohn (hinten links auf dem Flugbrett)

Jetzt hängt er schon über dem Abgrund - schafft er es noch zu entkommen?

Seitlich kriechend versucht er der Arbeiterin zu entwischen...

...doch diese hält felsenfest!

Der Drohn arbeitet sich langsam wieder Richtung Eingangsloch vor.

Von den spannenden letzten Minuten habe ich leider kein Foto, aber ich kann euch berichten, dass der Drohn nochmal Glück hatte und schnell wieder in die Beute flitzen konnte.

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Things are rough in the world of the honey bees at the moment: The bee colonies that have fertilized queens are preparing for winter and therefore, the less useful members of society are evicted: The drones.
The male bees, the drones, are easily recognized by being much bigger than the female worker bees and by their huge eyes. German ethologist and bee scientist Jürgen Tautz calls them “flying sperm carriers” in his book “The Buzz about Bees” and that is what they basically are. Their most important task is to fertilize young queens.
Every day at a certain time they fly out to gather at so called drone gathering places, waiting for queens. If no queen came by, the drones return to their colonies (drones die while/after fertilizing a queen) and spend the rest of the day there or at other colonies. They are the only members of the colony that can just go and visit other colonies without risking certain death by being stung.
They get fed and a certain ration of drones to workers gives the colony a sense of harmony.
Around July and August the probability of unfertilized queens decreases rapidly and at the same time the amount of flowering nectary plants sinks, even though the bees are stocking up for winter.
Therefore, “useless eaters” are being kicked out and the drones are the ones to go. They are being fed less and less to weaken them and you can watch worker bees dragging drones out of the entrance hole, trying to literally push them over the edge.
The drones, much bigger in size, however, try to get back to the entrance hole. Sometimes they even lift off and try to shake off the annoying worker bees in flight.
But even if they make it back into the homely hive – they are only postponing the inevitable…

Here are some pictures:

A worker bee is dragging a drone (back left on the entrance board)

Now he is already hanging over the abyss - will he still escape?

Crawling sideways he's trying to break free from the worker bee...

...who is holding on with all her strength!

The drone is slowly making it back towards the entrance...

Unfortunately, there are no pictures of the exciting last minutes, but I can assure you that the drone was luckily enough to escape back into the hive.

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