Monthly Archives: August 2010

Ich tausche gerne! — I love to trade!

Vor etwa einem halben Jahr habe ich durch Zufall wieder mal eine interessante Seite im Internet entdeckt: Tauschgarten. Dort werden von den Mitgliedern fleißig Pflanzen und Samen hin und hergetauscht. Bisher fand ich solche Tauschseiten zwar praktisch, aber ich hatte wenig, das ich hätte anbieten können und meist fand ein 1:1-Tausch statt, bei dem ich nur mit einer Person direkt etwas hätte tauschen können.
Tauschgarten jedoch ist anders: Man stellt Artikel (Samen, Pflanzen, Gartengeräte, Bücher, etc….) ein und wenn jemand einen Artikel anfordert, erhält man ein Ticket, mit dem man bei einer beliebigen anderen Person Artikel erstehen kann. Spielgeld im Prinzip. Die “Preise” sind niedrig, in der Regel wechseln die Artikel für ein Ticket den Besitzer – bei raren oder teuer zu verschickenden Artikeln sind es auch mal zwei Tickets oder mehr.
Das Porto bezahlt der Anbieter in der Regel selbst, aber da man ja selbst auch bei anderen anfordert, gleicht sich das wieder aus. Außerdem halten sich die Versandkosten dank so genannten Warensendungen, mit denen man bis zu 500 g schwere Päckchen zu günstigen Preisen verschicken kann, ohnehin in Grenzen.
Ich habe mit meinen wenigen Samen angefangen zu tauschen und konnte schon bald Pflanzen erstehen, die ich schon lange gesucht hatte. Die ich in Gartenversänden für viel Geld gesehen hatte und mir nicht leisten wollte. Klasse!
Jetzt bin ich fleißige Tauschgärtnerin und kann das Tauschgarten nur weiterempfehlen – da findet sich sicher für jeden etwas und jeder hat sicher etwas, was er eintauschen kann. Macht mit!

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Half a year ago I discovered a webpage that opened a whole new world to me: Tauschgarten.de
I had seen plant and seed trading sites before but usually only 1:1-trading where I could only trade directly with one person. Tauschgarten is different:
Unfortunately only in German, this page offers people to trade seeds, plants and garden-related items.
You offer you item and when somebody requests it, you get a “ticket” for it. This ticket you can then use to “purchase” somebody else’s item. The “prices” are usually low, a ticket per item; only items that are more rare or more expensive to ship are two or more tickets.
The “seller” bears the shipping costs, but since you also request items from other people, it keeps balanced. Also, with certain kinds of shipping offered by the German Post, non-personalized items are cheap to mail.
I started out trading seeds and soon got to request plants I had eyed for a quite a while but never bought because the high nursery prices had kept me off them. Now I got them for almost nothing at all! Amazing!
Now I’m a dedicated seed and plant trader and can only recommend you to find yourself networks like Tauschgarten and get trading! It’s fun and rewarding!

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Bienenstich – Bee Sting

Aus gegebenem Anlass werde ich hier mal ein wenig berichten, was ich mache, wenn ich von einer Biene (oder Wespe) gestochen werde.

Und um diejenigen, die auf der Suche nach einem Kuchenrezept hiergefunden haben nicht zu enttäuschen, gibt es am Ende noch ein Rezept für Honigkuchen.

Aber zunächst zum Bienenstich: Honigbienen, aber auch andere Bienenarten wie Hummeln, haben einen Stachel, mit dem sie sich wenn sie sich bedroht fühlen, zustechen.
Die meisten Honigbienenarten werden seit Jahrhunderten auf Sanftmut gezüchtet und stechen daher selten, aber wenn man aus Versehen auf sie tritt, sich vors Flugloch stellt oder sie sich aus einem anderen Grund bedroht fühlen, stechen sie gerne mal zu.

Ihr Stachel wurde ursprünglich gegen Insektenfeinde entwickelt und kann aus dem Panzer der Insekten auch ohne weiteres wieder herausgezogen und weiterverwendet werden. Wir Säugetiere haben allerdings eine ziemlich dicke Haut und so kommt es, dass bei uns nach einem Bienenstich der Stachel samt Giftblase und Nerven in der Haut stecken bleibt. Die Muskeln um die Giftblase arbeiten weiter und auch ohne Biene, die nach Verlust dieser Körperteile stirbt, wird weiter Gift ins Opfer gepumpt.

Folglich ist die erste Maßnahme beim Bienenstich: Entfernen des Stachels/der Giftblase! Dazu sollte man diese nicht zwischen zwei Finger nehmen und ziehen, da der Druck der Finger dann die Giftblase leert, sondern man sollte den Giftapparat am besten seitlich mit dem Finger “wegschnicken” oder drücken. Das klappt recht gut, allerdings gebe ich zu, dass man in der Aufregung nicht immer dran denkt…

Die Biene hat beim Stechen nicht nur den Stachel hinterlassen, sondern auch Duftstoffe, sog. Pheromone, die ihren Stockkolleginnen signalisieren, wohin sie stechen sollen. Wenn man also in der Nähe der Bienen stehen bleibt, hat man gleich noch weitere Stiche in die gleiche Körperstelle. Um das zu vermeiden, reibt man die gestochene Stelle sofort mit etwas Spucke, Wegerich oder am besten mit etwas Stark-riechendem wie einer Zwiebel.
Übrigens ähneln die Angriffspheromone stark dem Geruch einer reifen Banane. Deswegen sollte man seine reifen Bananen nicht in der Nähe eines Bienenstocks genießen!

So, nun haben wir den Stachel und die Giftblase entfernt und auch uns aus der Nähe der Bienen; wir haben den Duftstoff abgewaschen oder übertönt. Was nun?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten: Zwiebel wird nicht nur wegen des starken Geruchs empfohlen, sondern kühlt auch und enthält wie auch Knoblauch Stoffe, die den Schmerz abbauen. Ein bisschen Zwiebel auf der gestochenen Stelle ist daher sehr angenehm.

Wegerich ist für mich die Nummer Eins beim Kontakt mit Giften: Er hilft das Gift aus dem Körper zu ziehen und kann sogar bei Blutvergiftungen helfen! Zerkaut oder zerrieben wird er auf die betroffene Stelle gelegt und wenn er austrocknet immer wieder gewechselt.

Mein Mann hat kürzlich mit der Monarde (auch Indianernessel genannt, Monarda fistulosa) gute Erfahrungen gemacht. Nach dem Motto “Die heißt auf Englisch doch bee balm – Bienenbalsam” hat er sie zerrieben und auf die Wunde gegeben. Diese ist auch schnell verheilt und auch die Schwarzfuß-Indianer nutzten sie für kleinere Wunden.

Es gibt bei Bienenstichen auch homöopathische Mittel. Das richtige Mittel hängt allerdings von den individuellen Symptomen ab:
Aconitum napellus kann angewandt werden, wenn sich der Betroffene nach dem Stich panisch oder ängstlich fühlt. Es wird sofort eingenommen, während die Symptome noch intensiv sind und kann danach durch ein anderes Mittel abgelöst werden.
Apis mellifera kann helfen, wenn die Einstichstelle geschwollen, rot und heiß ist, allerdings habe ich hier gehört, dass es nicht das beste Mittel ist, da man in der Homöopathie nicht Gleiches mit Gleichem sondern Ähnliches mit Ähnlichem heilt. Hypericum kann bei Einstichstellen, in denen viele Nerven verlaufen, das richtige Mittel sein. Die Symptome sind hier Taubheit, schießender Schmerz und Jucken.

Die “normale” Dosis ist in der Regel D30 oder C30. Angaben ohne Gewähr, am besten Rücksprache mit dem Homöopathen halten!

Ganz wichtig ist noch, dass bei einer Allergie gegen Bienenstiche sofort ein Arzt oder Krankenhaus aufgesucht werden muss! Auch für Leute, die (noch) keine Allergie haben, aber nach dem Stich Atemnot, Sehschwierigkeiten, Übelkeit oder starke Schwellungen, besonders im Atemwegsbereich haben, ist das besser.

Auf Wikipedia waren noch andere, teilweise sehr überraschende Vorschläge, wie man Bienenstiche behandeln kann, zB mit Kupfermünzen.
Hat da jemand Erfahrung? Was macht ihr?

Und nun noch das Honigkuchenrezept (ohne Eier):
500g Honig
1 Päckchen Vanillezucker
150 g Butter
1/2 Tasse Milch
2 EL Joghurt
1 Prise Salz
1 EL Zimt
1 EL Lebkuchengewürz
500 g Mehl
100 g gemahlene Mandeln
1 Päckchen Backpulver

Honig, Vanillezucker, Butter und Milch unter Rühren erwärmen (nicht kochen!); dann die Gewürze hinzugeben. Danach können der Joghurt und die Hälfte Mehl dazu. Danach werden die Mandeln, das restliche Mehl und das Backpulver verknetet.
Je nach Konsistenz noch ein wenig Milch oder Wasser dazugeben.

Der Teig wird nun auf ein gefettetes Blech gestrichen und bei 175 Grad Celsius 30 Minuten gebacken, bis er goldbraun ist.
Noch warm wird er dann in Rechtecke geschnitten und diese dürfen dann auf einem Gitter abkühlen.

Guten Appetit!

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Since I’ve been stung a lot now that I’m a beekeeper, I’ll tell you about some remedies now.

Honey bees but also other kinds of bees like bumble bees have a stinger that they’re not hesitant to use if they feel threatened.
Luckily honey bees have been bred for tameness for hundreds of years, so they’re not too sting-happy. However, if you accidently step on one, stand in front of their entrance hole to the hive or anger them in another way, they will sting you.

Their stinger is said to have evolved as a measure against insectal enemies and can therefore be extracted easily out of an insect’s skin and reused. Unfortunately, we mammals have a much thicker skin, so when a bee stings us, her stinger rips off with part of the abdomen, muscles, nerves and all. The muscles keep working and even without the bee, which now dies from the massive injury it suffered, the venom is being pumped into the victim’s body.

Consequently, the first measure when stung is to remove the stinger! Trying to take it with two fingers and pulling results in squeezing the stinger and pumping even more venom in the body. Therefore, try to push the stinger out from the side. That works well, but I have to admit that in the excitement of the moment one often forgets….

The honey bee didn’t only leave the stinger when she stung, but also pheromones, smell agents, that tell her sisters where to sting. So if you stay close to the bees, you’ll have more stings in the same body part in no time. To avoid that you rub the stung area immediately with some spit, plantain or even better with something strong smelling like an onion.
By the way, the attack pheromones are very similar to the smell of a ripe banana. That’s why you should stay away from any beehives when enjoying a ripe banana.

Now we have removed the stinger and ourselves from the beehive; we have washed off or overpowered the scent of the pheromones. What now?

There is a multitude of possibilities: Onion is not only the measure of choice because of its smell, but also cools and just like garlic, contains agents that reduce the pain. A little slice of onion on the sting is therefore very soothing.

Plantain (Plantago) is my number one remedy when dealing with poisons: It helps drawing the venom from the body and can even be used to heal blood poisoning. Applied as a poultice and changed regularly when it dries out.

My husband has recently had good luck using monarda (Monarda fistulosa). Saying “It’s called bee balm, after all”, he used it as a poultice on his sting. The swelling reduced quickly. The Blackfoot Indians also used monarda to heal minor wounds.

Homeopathy also has its place in healing bee stings. However, the right remedy depends on the symptoms:
Aconitum napellus
can be used when the victim feels panicky or scared after the sting. It is taken immediately when the symptoms are still intense and can later be replaced with something else.
Apis mellifera can help when the sting is swollen, red and hot; however, I’ve been told that in homeopathy you use some remedy that is similar to the occasion, not the same, i.e. no apis mellifera (honey bee) for a honey bee sting.
Hypericum is useful when the sting has occurred in an area that is full of nerves like the fingertips. Symptoms are numbness, shooting pains and itching.
The “normal” dose is usually D30 or C30.
No responsibility can be taken for result (or the lacking thereof) of using any of the remedies – best ask your homeopath!

Very important: If you have an allergy to insect stings, report to a doctor or a hospital immediately! That applies also to people who have no allergy (yet), but experience trouble breathing and with their vision, have nausea or unusually big swellings after being stung and after being stung in or near the airways.

Wikipedia offers a variety of other remedies, such as copper coins.
Any experience with that? What do you do?

Beesting in German is “Bienenstich” and is a kind of cake. So for anybody who might find this page while looking for a cake recipe, here’s a great eggless honey cake recipe (but not a Bienenstich):

Eggless Honey Cake

500g honey
1 tsp vanilla extract
150 g butter
1/2 cup milk
2 tbsp yoghurt
1 dash salt
1 tbsp ground cinnamon
500 g flour
100 g ground almonds
1 1/3 tbsp baking powder
1 tbsp German “Lebkuchengewürz”, a magical spice mixture that improves any Christmas baking (depending on the brand, it consists of cinnamon, cloves, coriander, ginger, cardamom, mace, allspice, nutmeg and pepper)

Gently heat up honey, vanilla extract, butter and milk while stirring it (do not boil!); then add the spices. After that stir in yoghurt and one half of the flour. Now add the almonds, the rest of the flour, and baking powder (possibly sift flour and baking powder together beforehand) and knead well.
Depending on the consistency, add some milk or water.

Put the batter on a greased baking sheet and make it at 175 degrees Celsius for 30 minutes until golden brown.
While still warm, cut it into rectangles and cool them on a rack.

Enjoy!

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Sheet Mulch II – Photos

Hier nun die versprochenen Fotos unserer neuen Sheet Mulch-Beete:

Winterliche Gartenplanung

Im Winter kann man den Garten gut planen, da ja sonst nicht so viel zu tun ist. Man sieht noch die Teile des linken Beets, die mal Stücke von unserem Bohnenzelt waren und jetzt mit als großes Beet zusammengeführt werden. Außerdem haben wir  die zukünftigen Beete mit Steinen und Holz abgesteckt, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie es später sein wird.

Die Beete werden mit Pappe bedeckt

Nun werden die Beete mit Pappe bedeckt

Es ist wichtig, dass die Pappe erst aufgelegt wird, wenn der Boden wieder aufgetaut ist, da der Mulch sonst den Frost isoliert und der Boden nur sehr langsam auftaut. Am besten ist es am späten Nachmittag eines warmen Tages, damit die Wärme dann durch die Pappe gehalten wird. Ein Grund, das zukünftige Beet schon im Herbst anzulegen.
Wie man sieht, haben wir in der rechten vorderen Ecke des linken Beetes schon einen Baum gepflanzt; die Pappe wird nun um ihn herumgelegt.

Und fertig!


Und schwupps sind die Beete fertig. Auf die Pappe kam ein wenig Kompost und dann eine dicke Lage von über den Winter kompostierten Holzchips. Und dann konnte das fleißige Pflanzen schon losgehen! Die dunkle Farbe des Holzchipsmulches hat im kühlen Frühjahr auch den Vorteil, dass sie die Erde stärker erwärmt. Die recyclete Öltonne im Hintergrund des zweiten Bildes wird übrigens mal eine Kartoffeltonne.

Ende Juli ist das Beet schon ein Dschungel!

Alles ist in die Höhe geschossen...

Wir waren nur zwei Wochen im Urlaub, aber als wir wiederkamen, war alles enorm gewachsen und die beiden neuen Beete hatten sich in Dschungel verwandelt.

Falls ihr auch Erfahrung mit Sheet Mulch habt, würde ich mich über Berichte und Kommentare freuen!

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Here the photos of the new beds:

Wintertime Garden Construction

Winter is a good time to plan your garden as there isn’t much else to do. In the lft bed you can still see the little bed snippets that were part of the bean tent last year and will be united in a big bed now.
Also, we put bricks and wood around the future beds to get a feel for how it will be later.

Die Beete werden mit Pappe bedeckt

Now the beds are covered with cardboard

It is important that the cardboard is put down after the ground has thawed, otherwise it insulates the frost and the ground thaws only very slowly.
It’s best to choose the late afternoon of a warm day, so that the warmth from the day is being held in by the cardboard. A good reason to make your new bed in fall before the ground freezes.
As you can see we have planted a tree in the front right corner of the left bed; cardboard will now be put around it.

And done!


And quickly the new beds are done! The cardboard was covered with a little compost and then a thick layer of woodchips that have been lefft to compost over winter. After that the planting could start!
The dark colour of the composted woodchips also makes the soil warm up more.
The recycled oil barrel in the background of the second picture will become a potato barrel.

End of July the bed has become a jungle!

Everything has grown massively..

We were on holidays for just two weeks but when we returned, everything had grown enormously and the two new beds had turned into a jungle.

If you have any experience with sheet mulch, I’d love to hear about it!

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Der schnelle Garten – Sheet Mulch

Heutzutage soll ja immer alles schnell gehen und obwohl ich dem meist wiederspreche, ziehe ich einen Instant-Garten stundenlangem Umgraben vor. Wie praktisch, dass die Permakultur da eine tolle Methode hat, das so genannte Sheet Mulching.”Sheet” ist englisch für Laken, Blatt, Platte, etc. – also ein dünner, meist rechteckiger Gegenstand. Und um es mal ganz kurz auszudrücken, geht es darum auch: Man schafft sich ein Beet, indem man die vorhandene Vegetation mit dünnen, meist rechteckigen Gegenständen, also zum Beispiel Pappe oder Zeitung abdeckt.

Vorteile und Nachteile

Natürlich ist es nicht ganz so einfach, daher erstmal ein kleiner Ausflug in die Vorteile des Sheet Mulching:

  • die Bodenstruktur bleibt erhalten, was für die Bodenorganismen von Vorteil ist
  • der Mulch verhindert Austrocknen, Erosion und Nährstoffverlust der Erde
  • der Mulch unterdrückt ungewollte Vegetation, zB hartnäckige Unkräuter wie Giersch und Efeu
  • Mulch schafft Lebensraum für Spinnen, die wiederum Schädlinge im Garten fressen
  • und natürlich spart es mir als Gärtner eine ganze Menge Arbeit

Nachteile des Sheet Mulch sind,

  • dass man nicht diesen Bloße-Erde-Effekt hat, den manche Gärtner gerne mögen
  • dass Schnecken Mulch mögen (und leider nicht von den Spinnen gefressen werden)
  • dass im ersten Jahr viele Nährstoffe in der Erde sind, was sich bei manchen Pflanzen negativ auswirken kann (Sepp Holzer empfiehlt für seine Hügelbeete, die ähnlich errichtet werden, nur Starkzehrer im ersten Jahr)
  • und dass man für die Schaffung des neuen Beets eine ganze Menge Resourcen braucht

Anwendung

Angewandt werden kann der Sheet Mulch besonders bei der Anlegung von Beeten, die mit schon vorhandenen Pflanzen bestückt werden sollen, also mit Bäumen, Sträuchern, Stauden, etc. Allerdings können auch “Problemzonen” schon vorhandener Beete mit Sheet Mulch bestückt werden.

Was braucht man?

Für das neue Beet werden grob zwei Sachen benötigt: Sheet und Mulch.

Sheets sind ja wie gesagt Pappe, Papier, Zeitung, alte Kleidung/Stoffe etc.. Besonders (unbedruckte) Pappe ist toll, weil sie recht dick ist und das Unkraut gut unterdrückt. Im Hausgebrauch hat man oft nicht genug Pappe, aber man muss sich nur mal bei größeren Firmen in Nähe umschauen und findet dort oft haufenweise alte Kartons. Tipp: Bei Fahrradläden nachfragen – die haben oft XXL-Kartons in Fahrradgröße.

Der Mulch kann fast alles organische Material sein; er wird in zwei Kategorieren unterteilt: Unkrautfrei und Nicht-Unkrautfrei.
Möchte man das neue Beet anlegen, wo schon eine Menge Vegetation ist, kann man diese einfach niederhacken/schneiden und hat schonmal eine Menge Mulch. Dieser fällt aber in die Kategorie Nicht-Unkrautfrei, da sich darunter sicher auch eine Menge Unkrautsamen und – wurzelstücke befinden, die man ja eigentlich loswerden möchte. Ebenso ist normales Stroh und Heu Nicht-Unkrautfrei, da sich darin meist noch vereinzelte Getreidekörner und Wiesenblumensamen befinden. Der ganze Nicht-Unkrautfrei-Mulch ist wunderbar als erste Lage auf dem neuen Beet, denn darüber kommt dann die Pappe (o.ä.), die eventuell neu keimendes Unkraut am Durchkommen hindert.
Unkrautfreier Mulch ist demnach logischerweise Mulch, in dem sich keine Unkrautsamen oder -wurzelstücke befinden, also Holzchips, Rindenmulch, getreidefreies Stroh (das gibt es speziell für Strohballenhäuser, aber für den Hobbygärtner ist der Besorgungsaufwand sicher nicht lohnenswert), Papierschnipsel, Zeitung, etc.

Während man die Pappe noch ganz einfach bekommen hat, ist es ein wenig schwieriger an Mulch ranzukommen, wenn man nicht schon eine Menge hat. Da hilft es, sich an Gärtnerfreunde zu wenden, zu einer Kompostierungsanlage zu fahren oder herauszufinden, was sonst im Umkreis so mit Grünschnitt/-müll passiert, und dort nachzufragen. Gartenpflege- und Baumpflegeunternehmen haben oft eine Menge Grünschnittabfälle, die sie kostenpflichtig beseitigen müssen und freuen sich manchmal über nette Gärtner, die ihnen was abnehmen.


Wie wird’s gemacht?

Das ist sicher der einfachste Teil: Man sucht sich einen Platz, an dem ein Beet entstehen soll. Dort wird vorhandene Vegetation (falls vorhanden und falls notwendig) runtergeschnitten.
Falls größere Pflanzen wie Büsche und Bäume später das Beet bevölkern sollen, pflanzt man sie am besten jetzt, um nicht hinterher wieder große Löcher in den Mulch machen zu müssen.
Außerdem sollte die Stelle vorher sehr gut gegossen werden, da die Schicht, die später Unkraut unterdrücken soll, Wasser gut aufsaugt, aber nicht so gut durchlässt.
Auf Gras und ähnlich kurze Pflanzen kann der Mulch einfach drauf gelegt werden. Genau das passiert jetzt auch: Erst kommen eventuelle Lagen von unkrauthaltigem Mulch, dann die “sheets”, also die Pappe, o.ä.
Falls schon größere Pflanzen vorhanden sind, wird die Pappe mit einem Abstand von ca. 2,5 cm vom Stamm um sie herumgelegt.
Darauf kommen dann Lagen des unkrautfreien Mulchs, Holzchips, andere kompostierbare Stoffe. Als zweitoberste Schicht kommt Kompost, dann noch eine Schicht Stroh o.ä., das Verdunstung verhindert.
Es ist gut, beim Bauen immer mal wieder alles gut zu bewässern, da dies dem Verrottungsvorgang hilft und da der Mulch wie gesagt ja auch Wasser nicht so gut durchlässt.
Legt man als oberste Schicht Stroh oder ähnlich leichtes Material, hilft Befeuchten dabei, dass es nicht wegfliegt.

Sheet Mulch muss nicht wissenschaftlich genau gelegt werden – es kann alles sei von einer Schicht Pappe mit einer dicken Oberlage Stroh bis hin zum Super-Sheet-Mulch, der 10 verschiedene Lagen in einer bestimmten Reihenfolge aufweist, … Der Fantasie sind da kaum Grenzen gesetzt und man kann sich einfach seinen Resources orientieren.

Wie wird gepflanzt?

Das Beet ist nun fertig für Pflanzen. Man kann Sheet Mulch allerdings auch im Herbst ausbringen, damit man im Frühjahr ein wunderbar kompostiertes Beet hat.

Um schon größere Pflanzen aus Töpfen zu setzen, zieht man die obersten Mulchlagen am gewünschten Platz auseinander und schneidet/hackt ein kreuzförmiges Loch mit seiner Schaufel in die Papplage. Je nach Pflanzengröße, kann der Wurzelballen entweder auf das Kreuz gesetzt werden oder man gräbt unter der zur Seite geklappten Papplage und setzt den Wurzelballen ins Loch. Die Papplage wird dann zurückgeklappt und der Wurzelballen, der in über den Papplagen liegt, wird in Erde eingepackt. Danach kann der restliche Mulch wieder zurückgeschoben und die Pflanze gegossen werden. Fertig!

Um Samen zu säen, wird auch wieder der Oberflächenmulch zur Seite geschoben, dann gibt man Erde oder Kompost auf die Papplage und darauf werden die Samen gesät. Dann gießt man und freut sich dann auf die wachsenden Pflänzchen.

Soviel zum Thema Sheetmulch – noch Fragen? Ich werde in den nächsten Tagen auch mal Bilder von unserm Sheetmulch-Beet von letztem Jahr posten.

Quellen: Eigene Erfahrung; Permaculture Design Course 2009, Aranya, Steward Wood; Sepp Holzers Permakultur von Sepp Holzer; Edible Forest Gardens von Dave Jacke, Vol. 2, pp. 402-406.

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Nowadays everything has to be fast and easy and even though I usually think differently, I’d rather have an instant garden than digging for hours. How convenient that permaculture has a great method for that, the so-called sheet mulching. To put it simply, you create a garden bed by putting down some kinds of sheets on the existing vegetation.

Advantages and Disadvantages

Of course it’s not that simple, so first of all a little digression into the advantages of sheet mulching:

  • The soil structure stays the same which is more favourable for soil organisms
  • the mulch gives the soil organisms food directly so that soil life is stimulated and they’re starting to work the soil more
  • the mulch prevents drying out of the soil, erosion and loss of nutrients
  • the mulch inhibits unwanted vegetation, such as persistent weeds like ivy and ground ivy
  • the mulch creates a habitat for spiders that will then eat pests
  • and of course the mulch saves me, the gardener, a lot of work

Disadvantages of sheet mulch are…

  • you don’t get the bare soil-look that some gardener loves so dearly
  • slugs love mulch (and sadly, the spiders won’t eat them)
  • in the first year the mulch greatly increases the amount of nutrients in the soil, which can be disadvantageous for some plants (Austrian permaculturist Sepp Holzer recommends only planting high nutrient-demanding plants in the first year in his hill beds which are similar to sheet mulched beds)
  • and that you need quite a bit of resources for the creation of your new bed

Application

Sheet Mulch can be applied especially for the creation of new beds that will later be planted with potted plants, such as perennials, trees and shrubs. But also beds for seeds or “problem zones” of existing beds can be improved with sheet mulch.
What do you need?

For the new bed you basically need two things: Sheets and mulch.
Sheets are anything flat and bio-degradable, such as cardboard, paper, newspaper, old clothes/fabric.
I like especially cardboard because it’s quite thick and smothers weeds well. Usually a household doesn’t generate enough cardboard for a big bed, but look around at companies in the area – they often have big heaps of waste cardboard boxes. A bike shop in our area has a great XXL cardboard boxes that their bikes come in!

The mulch can be any organic material and is divided in two categories: weed-free and non-weed-free.
If the spot of your new bed already has vegetation, just cut it down or shred it and you already have a lot of mulch. This is non-weed-free mulch though as it is likely that there are seeds in it and of course root bits that can regenerate.
Also in this category is normal straw or hay which usually contains a lot of seeds.
The non-weed-free mulch is a great first layer which will then be covered by the weed-smothering layer, but I digress.
Weed-free mulch is then logically mulch that does not contain any seeds or root bits, such as wood chips, bark mulch, grain-free straw (available specially for straw-bale architecture, so it’s maybe not a feasible option for small-scale gardeners), paper chips and newspaper.

While the sheets (f.e. cardboard) are relatively easy to procure, mulch is a bit more tricky. It’s useful to talk to your gardener friends, to drive to a composting plant or to find out where organic material is disposed of in the your area. Landscaping, gardening and tree caring companies often have a lot of organic waste and have to pay money to have it removed, so often they will gladly give some of their “waste” to a nice gardener.

How is it done?

This is probably the most simple part: Find a nice spot for your new bed. Cut down existing vegetation if necessary.
If you want to have bigger plants (shrubs, trees) in your future garden bed, plant them now to avoid making big holes in your sheet mulch later.
Also the spot should be watered very well now because the sheet mulch will impede the water flow later on.
Gras and other short plants can just be covered in the sheet mulch and that’s exactly what’s happening now:
First you cover your future bed with the non-weed-free mulch. Then your “sheets” that function as weed-barrier, e.g. your cardboard or whatever you have at hand.
If your bed already contains big plants such as shrubs or trees, lay the cardboard with a distance of an inch (2.5 cm) to the trunk
On top of that you put layers of weed-free mulch such as wood chips and other bio-degradable materials. Then a layer of compost and at last a layer of straw or a similar material that protects from erosion and evaporation.
While assembling your bed, it’s good to water every now and then to speed up the composting process and, as I said before, because the mulch hinders the water from going through.
If your last layer is straw or other light material, watering it will keep it from flying away.

Sheet Mulch does not have to be applied scientifically correct – it can be anything from a layer of cardboard with a thick layer of straw on top to a super sheet mulch with 10 layers in an exact order,… There are no limits to your ideas apart from your resources.

How to plant

The bed is now ready for plants. You can also use sheet mulch in fall, though, so that in spring you have a wonderfully composted bed.

To plant potted plants, just pull apart the upper lays of the mulch and cut an X into the weed-barrier using a trowel. Depending on the size of the plant, either put the root ball on top of the X or fold the weed barrier aside, dig a little deeper, put in the root ball and fold back the weed barrier. After that pack some soil or compost around the roots and push the mulch back around it. Water it and you’re done!

To plant seeds again the mulch is being pushed aside and compost or soil is added on top of the weed barrier. On top of that you plant your seeds, water them and wait for your plants to grow.

So much for sheet mulch – questions anyone? Within the next few days I’ll post some pictures of our latest sheet mulch bed.
Sources: My own experience; Permaculture Design Course 2009, Aranya, Steward Wood; Sepp Holzers Permakultur by Sepp Holzer; Edible Forest Gardens von Dave Jacke, Vol. 2, pp. 402-406.

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