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Essbare Bodendecker — Edible Groundcover

Vor kurzem ist jemand mit den Suchbegriffen “essbare Bodendecker” auf meinen Blog gestoßen. Das fand ich interessant und dachte, darüber könnte ich ja mal schreiben….

Bodendecker sind toll – sie helfen gegen Austrocknung und Erosion, halten den Boden kühl und sind oft auch noch trittfest.
Wenn man sie dann auch noch essen oder anderweitig nutzen kann, ist es eigentlich perfekt, oder?

Hier ein kleiner Überblick über einige essbare (oder sonstwie nützliche) Bodendecker:

Neuseeländer Spinat (Tetragonia tetragonioides): Dieses bei uns einjährige Blattgemüse sät sich selbst aus. Bodendeckend bleibt er aber nur, wenn man ihn regelmäßig beerntet, sonst bildet er aufsteigende Triebe, die bis zu zwei Meter hoch werden! Er hat sehr fleischige Blätter und ist daher nicht trittfest. Er ist eher etwas für sonnige Standorte.

Portulak (Portulaca oleracea): Wie der Neuseelandspinat sät auch er sich selbst aus und hat fleischige Blätter. Die Blätter sind kleiner, aber trotzdem sehr lecker. Er ist auch eher etwas für sonnige Standorte. Portulak bleibt auch ohne Ernten klein, ist aber auch nicht trittfest.

Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus): Kapuzinerkresse verteilt sich auch schön auf dem Boden und sät sich ebenso begeistert selbst aus. Hier wird man auch noch mit hübschen Blüten belohnt und kann nicht nur Blüten und Blätter essen, sondern auch die unreifen Samenkapseln als Kapern-Ersatz einlegen. Auch nicht trittfest.

Gundermann (Glechoma hederacea): Gundermann ist ein wunderbarer Bodendecker – er bleibt klein, ist einigermaßen trittfest (keine Pflanze für einen viel benutzten Weg), wächst fast überall (sicher auch unbemerkt in deinem Garten) und hat hübsche violette Blüten. Die Blätter haben einen sehr intensiven Geschmack und machen sich gut in Kräuterbutter. Gundermann vermehrt sich fröhlich selbst schlägt beim Wachsen immer mal wieder Wurzeln, so dass man ihn gut über Ableger vermehren kann.

Scheinerdbeere (Potentilla indica): Auch sie breitet sich schnell selbst durch Ableger aus und ist trittfest. Sie hat kleine gelbe Blüten und Erdbeerähnliche Blätter. Den Walderdbeeren am ähnlichsten jedoch sind die fade schmeckenden, aber essbaren Früchte. Martin Crawford vom Agroforestry Research Trust nutzt die jungen Blätter der Scheinerdbeere als Salat.

Walderdbeere (Fragaria vesca): Ist der Standort eher schattig, bietet sich die Walderdbeere an. Sie ist relativ trittfest, blüht schön und die kleinen Erdbeeren sind meist viel aromatischer als die großen Arten. Die Blätter können auch für Tee verwendet werden.

Himalaja-Himbeere (Rubus nepalensis): Diese Himbeerart habe ich auch in Martin Crawfords essbarem Waldgarten kennengelernt. Sie wächst auch im Vollschatten, wird bis 20 cm hoch, ist absolut trittfest und macht leckere Beeren. Außerdem ist sie nicht so stachelig wie die “normale” Himbeere.

Thymian: An warmen, sonnigen Standorten eignen sich kleinbleibende Thymianarten, die einen duftenden Teppich bilden (Thymus caespititius) und mit ihren Blüten auch noch Insekten anlocken. Relativ trittfest, hat man dann einen dichten Rasen, den man für den Küchen- und Teegebrauch auch beernten kann.

Kamille: Neben der strahlenlosen Kamille (Matricaria discoidea) gibt es auch Sorten der römischen Kamille (Chamaemelum nobilis), die kleinbleibend sind und als Rasenkamille verkauft werden. Gut trittfest und duftend.

Giersch (Aegopodium podagraria): Während die Gärtner, die Giersch in ihrem Garten haben, jetzt sicher die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, führe ich ihn der (un-)Vollständigkeit halber mal auf. Giersch ist sehr trittfest und absolut robust. Man kann die jungen Blätter essen und wenn man ihn lässt, bildet er weiße Blüten (die aber schon mal einen Meter hochstehen). Es gibt ihn in grün und auch in panaschiert. Allerdings ist beim Giersch höchste Vorsicht geboten: Er breitet sich gerne aus und ist sehr schwer wieder “einzufangen”. Zum Glück kann man ihm ganz gut mit Sheet Mulch Einhalt gebieten.

Beeren: Es gibt viele kleinbleibende Beerenarten, wie die europäische Blaubeere (Vaccinium myrtillus), Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea), Krähenbeere (Empetrum nigrum), Cranberry (Vaccinium oxycoccos) und die Shallon-Scheinbeere (Gaultheria shallon).
Einige von ihnen haben allerdings ganz bestimmte Bodenansprüche (sauer, mager…) weswegen “normaler” Gartenboden meist nicht geeignet ist. Ansonsten sind sie aber trittfest und als Waldpflanzen in der Regel auch schattentolerant.

Niedere Scheinbeere (Gaultheria procumbens): Diese Pflanze ist in den Wäldern des Nordostens Amerikas heimisch. Die Blätter ergeben einen leckeren Tee und die Früchte haben ein minziges Aroma. Wie die anderen Heidekrautgewächse bevorzugt auch die Niedere Scheinbeere saure Böden, ist daher eher was für moorige Gegenden.

Kriechende Mahonie: Ein weiterer interessanter Bodendecker ist die kriechende Mahonie (Mahonia repens). Sicher trittfest ist sie trotzdem eher was für Stellen, die man nicht betritt, denn sie ist ziemlich stachelig. Allerdings blüht sie im Frühjahr wunderbar gelb und zieht mit ihrem starken Duft nicht nur Bienen an. Die Beeren sind essbar, allerdings sehr sauer.

Kriechender Rosmarin (Rosmarinus officinalis ‘Prostratus’): Wie der Thymian liebt auch der kriechende Rosmarin sonnige Fleckchen, bedankt sich aber mit aromatischen Blättchen, die ein tolles Gewürz sind, und mit schönen Blüten. Bedingt trittfest und vom Boden her meiner Meinung nach anspruchslos.

Vogelmiere (Stellaria media): Eine meiner Lieblingspflanzen ist die Vogelmiere. Sie wächst gerne wo es feucht ist, gerne auch ein wenig schattig und breitet sich dort auch gerne aus. Sie schmeckt saftig, erdig und lecker, steckt voller Vitamine und Mineralien und ist auch medizinisch nutzbar. Wie der Name schon sagt mögen sie auch Vögel. Da sie sehr fleischig ist, nimmt sie es einem übel,wenn man sie häufig betritt.

Breitwegerich (Plantago major) : Ihn kann man direkt auf den Weg pflanzen – er wird nicht umsonst Wegerich genannt. Mit seinen essbaren Blättern und seiner großen Heilkraft gehört auch er zu meinen Lieblingspflanzen. Er wächst auch auf trockenem harten Boden und ist eine der Pionierpflanzen, wenn es gilt “Erdwunden” zu besiedeln.

Beinwell: Beinwell reichert den Boden mit Stickstoff an und seine im Überfluss wachsenden Blätter sind toller Mulch und gut für Jauchen. Die Zwergformen (Symphytum ibericum) bleiben recht klein, sind aber nicht sonderlich trittfest. Dafür wachsen sie eigentlich überall. Beinwell breitet sich über Wurzelstückchen aus, aber wenn man in seiner Nähe nicht umgräbt (oder Mäuse und Maulwürfe hat), bleibt er wo er soll.

Nun hoffe ich einen kleinen Überblick und neue Inspirationen zum Thema Bodendecker gegeben zu haben. Habe ich was vergessen? Habt ihr noch interessante Bodendecker?

Edit: Dank meiner aufmerksamen Leser hier noch zwei Bodendecker, die ich selber im Garten habe und lieber, aber dennoch vergessen hatte:
Waldmeister (Galium odoratum), Blätter bis zur Blüte für Maibowle; Vorsicht, enthält Cumarin.
Duftveilchen (Viola odorata), Blätter und Blüten essbar, wunderbarer Duft.

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Recently somebody found my blog using the terms “edible ground cover” in his search. I found that very interesting and decided to write something about it…

Groundcover is great – it helps against evaporation and erosion, keeps the ground cool and often you can even walk on it.
And if you can then also eat it or use it for something, it’s perfect, right?

Here a little overview about edible (or otherwise useful) groundcover plants:

New Zealand Spinach (Tetragonia tetragonioides): In temperate climate only annual this groundcover plant with edible leaves reseeds itself happily. It only stays a groundcover, however, if you harvest it regularly, otherwise it forms erect shoots that can grow up to two meters! NZ spinach has very succulent leaves and stems and therefore shouldn’t be stepped on. It’s something for sunny spots.

Common Purslane (Portulaca oleracea): Like the NZ Spinach it also reseeds itself and has succulent edible leaves. Those are smaller but nevertheless delicious. Purslane is happy in sunny, moist spots and stays low even without harvest. Shouldn’t be stepped on.

Nasturtium (Tropaeolum majus): Nasturtiums like to sprawl and will reseed itself. It doesn’t only have edible leaves, but also beautiful edible flowers that will add both beauty and spice to your salad! Even the unripe seedpods can be used as a pickled caper substitute. Not to be stepped on.

Creeping Charly (Glechoma hederacea): A wonderful ground cover – it stays small, is pretty tolerant to being stepped on, grows almost everywhere and has beautiful purple flowers. The leaves have a very strong taste and are nice in herb butters. Creeping Charly propagates itself happily by taking root here and there where it touches the ground, so you can easily layer it.

Mock Strawberry (Potentilla indica): It also likes to take root along its way and will spread quickly. It can be stepped on and sports little yellow flowers and strawberry-like fruit that are bland but edible. Martin Crawford of the Agroforestry Research Trust recommends the young leaves for salads.

Forest Strawberry (Fragaria vesca): Is the spot for your future ground cover rather shady, forest strawberries will do well. It can be stepped on, has pretty flowers and will reward you with tiny strawberries that are usually a lot more aromatic than any big one you can find! The leaves can also be used for tea.

Nepalese Raspberry (Rubus nepalensis): I first met this kind of raspberry in Martin Crawford’s edible forest garden in Devon, England. It grows even in full shade, gets only up to 20 cm high, is absolutely tolerant to being stepped on and makes delicious berries. And what’s best: It’s not as prickly as the common raspberries!

Thyme: Sunny, warm spots are great for thyme and varieties that stay small (Thymus caespititius) will form a lovely smelling carpet and attract pollinators with their little flowers. Relatively tolerant to being stepped on, thyme creates the sort of lawn that can be harvested for kitchen and medicinal use.

Chamomile: Apart from the pineapple weed (Matricaria discoidea) there are also kinds of the Roman chamomile (Anthemis nobilis) that stay small and are being sold as “lawn chamomile”. Can be stepped on and smells good.

Ground ivy (Aegopodium podagraria): While the gardeners amongst you who have it in their garden are probably shaking their heads now, I will still mention the ground ivy. It is very tolerant to being stepped on and absolutely robust. You can eat the young leaves and if you let it it flowers nicely (but grows then up to 1 meter high). The “wild form” is green, but there are also variegated varieties. Watch out though, ground ivy likes to spread like mad and if you once let it get out of control, it’s hard to get rid of. Luckily it’s well to deal with if you use sheet mulch.

Berries: There are many prostate kinds of berries such as the European blueberry (Vaccinium myrtillus), lingonberry (Vaccinium vitis-idaea), crowberry (Empetrum nigrum), cranberry (Vaccinium oxycoccos) and shallon (Gaultheria shallon).
Some of them have very specific requirements as to where they like to grow (acid soil, …), so “normal” garde soil often doesn’t suit them. Otherwise they’re ok to walk on every now and then and being forest plants often also shade-tolerant.

Wintergreen (Gaultheria procumbens): Winterberry is a native to Northeast America. The leaves make for a nice tea and the fruit has a minty flavour. Just like other heather family plants, winterberry also prefers acid soil.

Creeping mahonia: Another interesting groundcover is the creeping mahonia (Mahonia repens). It doesn’t mind being stepped on, but since it is quite prickly I wouldn’t recommend it. It flowers beautifully in spring and the strong scent and yellow blossoms area bee magnet. The berries are edible, but very tart.

Creeping rosemary (Rosmarinus vulgaris ‘Prostatus’): Just like thyme, rosemary is something for sunny spots. The aromatic leaves are a great spice, however, and it has pretty blueish blossoms. Nothing for paths, but otherwise pretty easy to keep.

Chickweed (Stellaria media): One of my favourite plants is chickweed.  It likes to grow in moist and also shady areas and likes to spread. Chickweed tastes juicy, earthy, fresh and delicious, is full of vitamins and minerals and Susun Weed recommend some medicinal use for it, too. The name also tells you how much birds love it. Shouldn’t be stepped on much.

Greater plantain (Plantago major): You can plant it right in the path, it’s so hardy! Its edible leaves and its amazing medicinal value make it also one of my favourites. It is a pioneer plant that comes to “heal” disturbed ground, so it can even grow in dry compacted soil.

Comfrey (Symphytum sp.): Comfrey is a nitrogen-fixer and its abundantly growing leaves are great for mulch and compost teas. S. ibericum stays small, but none of the comfreys is very happy about being stepped on. However, they grow pretty much everywhere. Comfrey can spread like mad by root cuttings, but as long as you don’t dig in its vicinity (and as log as the cats keep a check on mice and moles), it stays where it should.

I hope you enjoyed this little overview over edible ground covers! Do you know any other interesting ground covers?

NOTE: I live in a temperate climate. So any time I write “warm and sunny” I am talking about warm and sunny in a temperate zone. If you’re living, for example, the south of the US, a plant that I described as loving it warm and sunny might prefer partial shade. Ask your neighbours, friends, local nurseries or consult a book before planting!

Edit: Thanks to my faithful readers, here two more groundcovers I have in my own garden and love, yet forgot:

Woodruff (Galium odoratum), leaves until flower for May wine; watch out, contains cumarin.
Violet (Viola odorata), leaves and flowers edible, lovely scent.

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Essbare Waldgärten – Edible Forest Gardens

Warum habe ich im Moment mal wieder so wenig Zeit zum Bloggen? Weil ich zu Weihnachten ein paar echt tolle Bücher bekommen habe!

Im Moment lese ich “Edible Forest Gardens” von Dave Jacke und Eric Toensmeier. Es ist unheimlich spannend und wenn ich es mal beiseite lege, möchte ich nur noch in den Garten springen und mir auch einen Waldgarten anlegen.

Was ist nun aber so ein Waldgarten? Im Prinzip ist es ein Garten, der nach dem Vorbild eines Waldes angelegt ist. Es gibt verschiedene Schichten (hohe Bäume, niedrige Bäume, Sträucher, Stauden, Bodendecker, Wurzelschicht und Kletterpflanzen), die so zusammengepflanzt werden, dass sie sich gegenseitig ergänzen, helfen und als kleines Ökosystem zusammenarbeiten. Die Ziele des Waldgartens sind Diversität, niedrige Erhaltungskosten (das System erhält und erneuert sich selbst), hohe Belastbarkeit und Stabilität. Da es neben Zehrern auch Pflanzen gibt, die Nährstoffe binden, also Stickstoffbinder und Nährstoff-Akkumulatoren, müssem dem System keine Nährstoffe zugeführt werden. Da die Pflanzen zum großen Teil ausdauernd sind oder sich selbst wiederaussäen, ist auch kein Umgraben etc. nötig. Weiterhin reduziert die Vielfalt den Schädlingsdruck und die Wahrscheinlichkeit eines Totalausfalls.
Anfangs wird schon viel Energie in das System gesteckt, um es zum Laufen zu bringen – man muss den Garten ja anlegen, mulchen, etc. pp. -, aber wenn der Garten einmal läuft, ist die Arbeit, die noch fällig ist, sehr gering: Hier da vielleicht mal eingreifen und zurückschneiden, vielleicht ein wenig nachmulchen und natürlich ernten.
Martin Crawford vom Agroforestry Research Trust, dessen 0.8 ha großen Waldgarten wir besucht haben, zählt auf, was er im Laufe des Jahres an Zeit investiert: “In den Monaten April, Mai und Juni verbringe ich pro Monat etwa 6 Tage mit Unkrautjäten; in Juli und August sind es etwa zwei Tage monatlich.” (Jacke, 294) Ansonsten verbringt es ein wenig Zeit damit, frisch bepflanzte Stellen zu mulchen, hier und da ein paar Änderungen anzubringen und zu ernten. Martin bewirtschaftet seinen Hektar allein und managt nebenbei noch seinen Saatgut- und Pflanzenhandel, sowie andere Dinge!
Ein weiterer Waldgärtner, Charlie aus Greensboro, North Carolina, USA, gibt als Arbeitsstunden an: “Im Jahresdurchschnitt muss er nur 10 Stunden pro Woche für zwei Wochen jeweils im Frühling und Herbst aufbringen.“ Zu den Arbeiten gehören Mulchen, Beschneiden, Ausdünnen und Kompost verteilen, sowie ab und zu das “Überarbeiten” und Ändern von Teilen des Gartens. „Abgesehen von den Frühlings- und Herbsthauptarbeitszeiten arbeitet Charlie nur maximal eine Stunde pro Woche im Garten, hautpsächlich um sich um seine einjährigen Gemüsepflanzen zu kümmern.” (Jacke, 61).

Das Buch hat einen Fokus auf essbare oder sonstig verwertbare Pflanzen (also medizinisch, handwerklich, etc. nutzbare) und hat einen Anhang mit einer riesigen tollen Liste voller Pflanzen. Da wünscht man sich echt mehr Platz und Geld.

Im eigenen Garten haben wir ein bisschen angefangen, den Garten hin zum Waldgarten zu gestalten, indem wir die Baumscheiben mit einjährigen und ausdauernden Pflanzen bepflanzt und Kletterer hochklettern haben lassen, aber es fehlen noch mehr Bodendecker, Sträucher und außerdem Verbindungen zwischen den Bauminseln. Aber 2010 steht ja gerade erst vor uns und wir haben mal wieder viele Gartenideen.

Das System der Waldgärtern kam mir letztens auch in den Kopf, als ich ein Interview in der National Geographic (Dez. 09) mit Landschaftsökologen Wolfgang Haber las, der einerseits dafür plädiert, CO2-Senken wie Wälder zu vermehren, aber auch einräumt, dass das die Welternährungssituation nicht verbessert. “Wälder kann man nicht essen”, sagt er (Nat. Geo., Dez 09, S. 40).
Dem gegenüber stehend ist die lange Einleitung des Edible Forest Garden-Buches, das beschreibt, wie die Indianer Nordamerikas die Wälder in Sinne von Waldgärten bewirtschafteten und Erträge der bevorzugten Nahrungspflanzen durch verschiedene Techniken erhöhten und eine Art riesiges essbares Paradies schafften. Einen großen Waldgarten eben.
Fichtenmonokulturen kann man nicht essen, aber wenn wir ein bisschen umdenken und unsere herkömmliche Landwirtschaft einjähriger Pflanzen mit so arbeitsextensiven Systemen wie den Waldgärten verbinden, dann wäre das vielleicht eine Lösung.
Dave Jacke beschreibt in seinem Buch auch eine schöne Vision, in der die großen Rasenflächen der US-amerikanischen Vorstädte vielen Waldgärten weichen, die alle verbunden sind und so neben Nahrungs- und Materialquellen der Menschen auch noch als Wildkorridore dienen (Jacke 50 f).

So, bevor ich hier noch weiter schwärme, beende ich mal diesen Post und empfehle nur noch schnell das Buch:

Dave Jacke und Eric Toensmeier. „Edible Forest Gardens“, Chelsea Green. Hat zwei Bände, Band 1 ist Vision und Theorie; Band 2 die „Werkzeugkiste“ des Waldgartendesigners.

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Why do I have so little time for blogging at the moment? Because I got some great books for Christmas!

At the moment I’m reading „Edible Forest Gardens“ by Dave Jacke and Eric Toensmeier. It’s very exciting and when I put it down, I just want to jump up and into the garden and start creating my own forest garden.

So, what is a forest garden? It’s basically a garden that has been designed with a forest in mind. There are several layers (canopy, low trees, shrubs, herbacious layer, ground cover, root layer and vines), that are planted together to supplement and help each other and work like a little ecosystem.
The goals of the forest garden are diversity, sustainability, low maintainance (the system maintains and renews itself), high resilience and stability.
Since next to „hungry“ plants grow nutrient accumulators and nitrogen fixers, the system doesn’t require the gardener to add any nutrients, and no tilling is necessary because the majority of the plants is perennial or resows itself. The diversity reduced pest pressure and the probability of a complete crop failure.
In the beginning quite some energy has to be put into the system to get it going – you have to plant the garden after all, mulch, etc. -, but once it’s running, the work that remains is very little: Here and there some directing, some pruning, some mulching and, of course, harvesting.
Martin Crawford of the Agroforestry Research Trust, whose 0.8 ha garden we visited, lists how much time he invests during the course of a year: „I tend to spend about six days per month in April, May, and June and two days in July and August on weeding patrols.“ (Jacke 294) Otherwise he spends some time mulching freshly planted spots and changing his garden here and there, and harvesting. Martin works his hectare alone and besides it also manages his seed and plant business and some other things!
Another forest gardener, Charlie from Greensboro, NC, USA, says about his work „load“: „On an annual basis, he has to put in only about ten hours per week for two weeks in spring, and the same for two weeks in the fall. This includes mulching (usually in the fall), and pruning, thinning, and spreading compost around younger trees and bushes in spring. […] Other than his spring and fall activity bursts, he puts in up to an hour per week during the eight-month growing season, mainly to care for his annual vegetables.“ (Jacke 61).

The book focusses on edible or otherwise useful plants (medicine, crafts, etc.) and has an appendix with a wonderful and huge list of plants. Makes you wish for more garden space and money.

In our garden we have started to design the garden more towards a forest garden by planting annual and perennial herbs under the trees and having vines climbing up them, but there are still ground cover and shrubs missing, and connections between the tree islands.
But 2010 just only started and we have again lots of garden ideas.

I also had to think of forest gardening when I read an article in National Geographic (German Dec 09 issue) the other day: A German landscape ecologist named Wolfgang Haber proposes to increase carbon sinks like forests, but complains that this won’t improve the global food situation. „You can’t eat forests“, he says (Nat. Geo, Germany, Dec 09, p. 40).
Opposing that is the long introduction of Dave Jacke’s Edible Forest Garden book, which describes the forest gardening of the Native Americans which increased yields of forest food plants with different techniques and managed the forests intensively to form a kind of giant edible paradise. A big forest garden.
Pine monocultures you can’t eat, but if we change our point of view just a little bit and connect our conventional agriculture of annual crops with such work extensive systems like forest gardening then that might pose a solution.
Dave Jacke describes a beautiful vision in which the lawns of subarban USA are turned into forest gardens which are all connected and function not only as food and craft material producers but also as wildlife corridors (Jacke 50p).

Ok, before I keep rambling on about forest gardening, I’ll end this post and recommend the book:

Dave Jacke und Eric Toensmeier. „Edible Forest Gardens“, Chelsea Green. Two volumes, Vol 1 is vision and theory; Vol 2 the forest garden designer’s toolkit.

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Sauerkraut

Sauerkraut – einfach und lecker!

Unser pinkes Sauerkraut

Der Herbst ist da und im Garten wird es ruhiger. Die Bauern verkaufen Kohl und wir decken uns für den Winter ein. Unsere Lieblingslagerungsart für Kohl (und anderes Gemüse) ist in Form von Sauerkraut. Jetzt denkt mancher Leser sicher, “Sauerkraut, das schmeckt mir nicht.” Aber wer schonmal richtig frisches Sauerkraut gegessen hat, weiß, wieviel besser das ist als das Sauerkraut aus dem Laden, das schon eine Weile in der Verpackung sitzt oder womöglich noch das abgekochte Sauerkraut aus der Dose.
Außerdem ist Sauerkraut total einfach zu machen!
Also, los gehts:

Man braucht:
Gemüse
Salz
ein Messer/Raspel/Küchenmaschine
ein Schneidebrett
eine Schüssel
ein Gefäß für das Sauerkraut (Größe je nach gewünschter Menge von Sauerkraut)
ein Gewicht

Erst wird das Gemüse geschnitten. Je nachdem ob man das Sauerkraut lieber grob oder fein mag, schneidet man es entsprechend.
Dann wird das Gemüse mit 2% Salz vermischt (sprich: auf 1 kg Gemüse kommen 20 g Salz). Gut durchmischen, damit das Salz sich gut verteilt.
Danach wird das nun salzige Gemüse entweder gestampft (mit einem Sauerkrautstampfer, Fleischhammer, etc.) oder mit den Händen gut gedrückt. Das bringt die Zellwände zum Platzen und das Salz kann dem Gemüse die Flüssigkeit entziehen, die dann mit dem Salz zur Sauerkrautlake wird und das Kraut haltbar macht.
Das Gemüse wird dann in das saubere und trockene Gefäß gestopft, wobei so wenig Luft wie möglich zwischen dem Gemüse bleiben soll. Schon nach wenigen Minuten hat das Salz dem Gemüse soviel Flüssigkeit entzogen, dass es mit Lake bedeckt ist, wenn man drauf drückt. Das ist der Trick beim Sauerkraut: Die salzige Lake verhindert Schimmel – allerdings nur, wenn wirklich alles Gemüse unter Wasser ist! Deswegen braucht man jetzt noch ein Gewicht, das das Gemüse unter der Lake halt. Bei richtigen Gärtöpfen sind meistens Steine mit dabei, aber wenn man kleine Mengen von Sauerkraut in Einweckgläsern macht (so wie wir, wenn wir experimentelle Ansätze machen), reicht auch ein kleines Schraubglas, das mit Wasser gefüllt ein gutes Gewicht abgibt. Am besten hat das Schraubglas eine solche Größe, die es gerade so durch die Öffnung des anderen Gefäßes passen lässt, damit möglichst wenig Luft an den Ansatz kann (daher haben Gärtöpfe eine Wasserrille als Luftschranke). Alternativ kann man auch einen Teller von passender Größe mit Gewicht darauf benutzen. Gegen Fruchtfliegen kann man ein Tuch über den Ansatz legen.
Das Sauerkraut in spe sollte besonders am Anfang an einem warmen Ort (~20C) stehen, damit der Gärvorgang in Schwung kommt.
So, das Gemüse ist unter Wasser; das Gewicht ist drauf; jetzt heißt es warten!
Gärtöpfe fangen meistens nach einigen Stunden an, rhythmisch zu “blip!”pen, kleinere Einweckglasansätze schäumen meistens ganz schön und können auch überlaufen. Nach einigen Tagen läßt die Gärungsintensität nach und das Blippen wird seltener und das Überlaufen hört ganz auf. In den ersten zwei Wochen sollte darauf geachtet werden, dass die Lake auch wirklich immer alles bedeckt und ggf. jeden Tag das Kraut runtergedrückt werden.
Ab etwa zwei Wochen ist das Kraut essfertig, aber man kann es auch länger gären lassen. Der beste Aufbewahrungsort für Sauerkraut ist im Gärgefäß, weswegen man immer nur so viel rausholen sollte, wie man direkt essen möchte. Nach dem Entnehmen von Kraut muss das verbleibende Kraut wieder gut unter die Lake gedrückt werden, um Schimmel zu vermeiden. Dann wieder Gewicht drauf, Tuch drüber, fertig. Jetzt kann man das Sauerkraut auch an einen kühleren Ort stellen.

Wir essen unser Kraut am liebsten roh oder mit Käse überbacken auf Toast.

Noch ein paar Gedanken zum Sauerkraut:

Hm, lecker!

Traditionell wird Sauerkraut mit Weißkohl gemacht, aber Rotkohl enthält laut der US-Behörde für Landwirtschaft und ihrer tollen Ernährungsdatenbank ungefähr die doppelte Menge an Nährstoffen. Daher mischen wir beide Kohle und erhalten ein sehr hübsches, pinkes Kraut.

Sauerkraut enthält viel Vitamin C, was gerade im Winter wichtig ist. In Korea wurde zum Beispiel beobachtet, dass Kimchi, die koreanische Version des Sauerkrauts, gegen Vogelgrippe half.  Außerdem wurde Sauerkraut früher auf Seereisen mitgenommen, um der Vitamin-C-Mangelkrankheit Skorbut vorzubeugen.

Sauerkraut entsteht durch Milchsäuregärung. Die Bakterien, die hierfür verantwortlich sind, sind überall – in der Luft, am Kraut, … – man braucht also nichts zuzusetzen, sondern hat kostenlos kleine Helfer. Falls man aber schon einen gärenden Ansatz hat und dem neuen Ansatz einen kleinen Schubser geben möchte, kann man vom gärenden Ansatz ein wenig Flüssigkeit nehmen und es mit in den neuen Ansatz geben. Das beschleunigt den Prozess etwas.

Sandor Ellix Katz schreibt in seinem empfehlenswerten Buch „Wild Fermentation“, dass gegärte Lebensmittel leichter verdaulich sind und die Gärung teilweise Nährstoffe umwandelt, so dass man in Gärprodukten zB. Vitamin B12 findet, das sonst hauptsächlich in Tierprodukten zu Hause ist. Außerdem zitiert er zum Thema Sauerkraut eine finnische Studie von Eeva-Liisa Ryhanen, die herausgefunden hat, dass so genannte Glukosinolate im Kohl durch die Gärung zu Isothiocynaten umgewandelt werden – und letztere bekämpfen wohl Krebs. Toll, oder?

Also dann, guten Appetit!

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Sauerkraut – easily made and delicious!

Our pink sauerkraut

Our pink sauerkraut

Autumn is here and the garden is slowing down. The farmers are selling cabbages in bulk and we’re getting our share ready for winter. Our favourite way of storing cabbage (and other vegetables) is as sauerkraut. Now some reader might think, „sauerkraut, I don’t like that stuff“. But if you have ever had really fresh sauerkraut, you know how much better that is than the packaged stuff.
Also, sauerkraut is very easy to make!
So, here we go:

You need:
Vegetables
Salt
a knife/grater/kitchen aid
A cutting board
a bowl
a container for the sauerkraut
a weight

First we cut the vegetables small. Depending on how you like your kraut, cut it finer or coarser.
Then you mix the vegetables with 2% salt (that is: 20 g salt per 1kg of vegetable). Mix it well so the salt gets everywhere.
Now you either pound the vegetables with a wooden sauerkraut pestle or whatever you have handy, or you squish it well with your hands. That makes the cell walls burst and they release the liquid that together with the salt makes the brine that keeps the kraut from molding.
The vegetables are then stuffed into the clean and dry container. Stuff well so that as little air as possible remains. After only a few minutes the salt will have drawn enough liquid out the vegetables to cover everything when you press it down. It’s important that all vegetable bits are covered by the brine because exposure to air will make them mold. So that’s why you need a weight to keep them from floating up. Real sauerkraut crocks usually come with weight stones, but if you have another container a plate weighted down or a little jar filled with water will suffice. It’s clever to have a jar that only just fits into your container, so that it keeps the air out as much as possible. Sauerkraut crocks have a little grove that you fill with water and when the lid sits in there, it blocks the air out, but the gas can still get out. Clever, hu?
Unless you have that, you can also put a cloth over your container to keep fruit flies out.
Especially in the beginning the kraut needs warmth to start fermenting. Temperatures around 20C are good.
Ok, vegetables are under „water“, weighted down, now we have to wait!
After a few hours, maybe longer, sauerkraut crocks start to go „blip!“; other containers might start to foam and overflow. After a few days, however, the fermentation slows down and the blipping and foaming decreases and eventually stops. The overflowing stops pretty quickly, too.
From about two weeks onwards the sauerkraut is ready to be eaten, but you can also let it ferment longer.
The best place for the sauerkraut is the crock/container, so it’s best to only take out as much as you’re going to eat. After taking some out, you should press the rest down to make sure everything is covered by the brine to avoid mold. Then you put the weight back one, the cloth over everything, done.

We like our sauerkraut best raw or on toasted bread covered with molten cheese.


A few thoughts about sauerkraut:

Hm, yummy!

Traditionally, sauerkraut is made with white cabbage. However, according to the USDA’s lovely nutrient database red cabbage contains more nutrients, so we mix it both to get lovely pink coloured sauerkaut.

Sauerkraut contains high amounts of vitamin c which is respecially important in winter. That’s why sailors used to take it on long journeys to avoid scorbut, a vitamin c deficiency. In Korea, research has even shown that given kimchi chickens suffering from bird flue recovered quickly!

Sauerkraut is fermented by lactic acid bacteria which live everywhere – in the air, on your vegetables, … – you don’t have to add anything to your vegetables, but get loads of little helpers for free! If you already have a sauerkraut going, though, you can just take some of its brine and add it to your new kraut as a starter. It will speed up the beginning some.

In his very recommendable book „Wild Fermentation“, Sandor Ellix Katz writes that fermented foods are much better digestable and that the fermentation even changes nutrients into others, meaning you can for example find Vitamin B12, which normally only appears in animal products, in fermented foods!
Also, he cites a Finnish study by Ph.D. Eeva-Liisa Ryhanen, who found out that so called glucosinolates in cabbage are turned into isothiocynates during the fermentation – and the latter fight cancer! Great, hu?

So, off you go, make and eat sauerkraut! It’s great food!

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Permakultur im Garten 1 – Gardening with Permaculture 1

Die ersten beiden Augustwochen verbrachten wir im schönen Dartmoor in England und lernten dort mehr über Permakultur. Wir hatten schon vorher Bücher darüber gelesen und im Garten einiges ausprobiert und jetzt nach dem Kurs sind wir umso inspirierter!
Hier also eine kleine Serie, was man mit ein paar einfachen Techniken im Garten so machen kann:

Heute: Die vertikale Ebene entdecken

Egal, wie groß der Garten ist, eigentlich hat man immer zu wenig Platz. Aber meistens wird vergessen, dass man nicht nur in der horizontalen Ebene pflanzen kann, sondern auch in der vertikalen und man vielleicht mehr Platz hat, als man denkt:

Wo ist der Zaun? Unterm Kürbis!

Wo ist der Zaun? Unterm Kürbis!

Das Paradebeispiel ist sicher der Kürbis (hier: Feigenblattkürbis, Curcubita ficifolia): Auf dem Boden nimmt er unheimlich viel Platz weg, aber eigentlich klettert er ja sowieso viel lieber sonstwo lang und so ist unserer jetzt auf dem Zaun gelandet. Je nach Zaun muss man eventuell noch ein wenig stützen, sonst kann sich der Zaun unter der Last der reifenden Früchte ganz schön biegen.

Kürbis im Busch

Kürbis im Busch

A propos Biegen: Gerade wenn Kürbisse in Bäume und Büsche hineinwachsen, sollte man ein Auge darauf haben. Sonst können ganz schnell Äste abbrechen, die man eigentlich lieber behalten hätte. Ein weiterer Bonus des Baum-Kürbisses: Die spannende Suche, wieviele Kürbisse man eigentlich hat. Manchmal verstecken sie sich gut!

Kürbis im Kirschbaum

Kürbis im Kirschbaum

Hier hängt ein Kürbis aus dem Kirschbaum. Obwohl wir die wachsende Pflanze immer wieder auf die dicken Zweige gelegt haben, hat sie sich als wir nicht da waren, wieder auf einen dünneren Zweig rübergeschlichen. Also wird dieser Kürbis bald geerntet, bevor er dem Baum zu schwer wird. Den Feigenblattkürbis kann man übrigens auch wenn er noch jung ist essen, dann schmeckt er mehr wie Zucchini. Wenn er ausgereift ist, hält er sich über mehrere Jahre, trocknet aber innen wie ein Flaschenkürbis langsam aus, also sollte man ihn schon innerhalb eines Jahres aufessen.

Flaschenkürbis im Zelt

Flaschenkürbis im Zelt

Der Flaschenkürbis (Lagenaria) ist auch ein Kletterkandidat. Bei uns hat er das Pflanzenzelt erobert und man muss schauen, dass man sich nicht Kopf stößt.

Tomate am Haus

Tomate am Haus

Bei Tomaten (hier: “Fence Row Cherry”) ist die Vertikale doppelt von Vorteil: Läßt man sie am Haus hochwachsen, wärmt die von der Sonne aufgewärmte Wand auch nachts und erzeugt so ein Mikroklima. So überleben die Tomaten länger als anderswo. Außerdem schützen meist auch überhängende Dächer vor übermäßigem Regen. Dieses Foto ist von vorgestern – während anderswo die Tomaten schlapp machen, legt die Fence Row Cherry hier erst richtig los und produziert Tomaten wie wild.

"Stapeln" im Vorgarten

"Stapeln" im Vorgarten

Das “Stapeln” von Pflanzen um den Platzverbrauch zu optimieren geht natürlich auch mit ornamentalen Pflanzen. Der Boden wird hier von Lavendel, Konkardenblättern und Escholtzie bedeckt,
daraus hervor ragen die Königskerze und der kleine Stachelbeerbusch und die rote Winde und der falsche Jasmin klettern daran hoch.

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We spent the first two weeks of August in beautiful Dartmoor in England and learnt more about permaculture. We’d been reading books on permaculture before and experimented in our garden, but now we were even more inspired.

So today I’ll start a little series on how to use permaculture principles in gardening.

Today: Exploring the vertical!

No matter how big the garden, there always seems too little space. But often people forget that you can not only use the horizontal plane, but also the vertical one:

Wo ist der Zaun? Unterm Kürbis!

Where's the fence? Hidden by the pumpkin!

The prime example is probably the pumpkin or squash (here: Malabar gourd, Cucurbita ficifolia): Takes up lots of space when grown on the ground, but it seems to prefer climbing anyway and so ours ended up on the fence.
Depending on the fence, make sure to support it some (the fence, not the pumpkin), otherwise it might bend under the weight of the growing pumpkins.

Kürbis im Busch

Bush pumpkin

Speaking of bending: Especially when pumpkins grow into bushes and trees, you should keep an eye on them! Otherwise the weight might break off branches that you would have preferred to keep. Another plus of the tree pumpkin: The exciting search for ripe fruit which sometimes like to hide well.

Kürbis im Kirschbaum

Pumpkin in the cherry tree

Here a pumpkin is hanging out of the cherry tree. Even though we kept winding the tendrils around a thick branch, it secretly fastened itself to a thinner branch while we were away. So we’ll harvest this gourd before it gets too heavy for the branch. Malabar gourds you can eat when they’re young and taste like zucchini or have them ripen all the way and then store them up to three years. While being stored it starts to dry out inside though, so you should eat it within a year.

Flaschenkürbis im Zelt

Bottle gourd in the tent

The bottle gourd (lagenaria) is also a climber. Ours conquered our plant tent and you have to watch your head in there!

Tomate am Haus

Tomato on the house wall

Tomatoes (here: “Fence Row Cherry”) profit doubly from the vertical plane if it’s a house wall: The wall stores the day’s heat and warms the plant all night, creating a microclimate that helps it survive colder nights than it normally would. Also, the overhanging roof protects the tomato from too much rain. This photo is from the day before yesterday – even though other tomatoes have already given up, the Fence Row Cherry is still going strong, producing flowers and tomatoes like mad!

"Stapeln" im Vorgarten

Stacking in the front yard

You can also “stack” ornamental plants: The ground here is covered by lavender, escholtzia and the leaves of a Gaillardia; the mullein and the little gooseberry bush protude from out of them and the Cardinal climber and the Jasmine nightshade climb up it.

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BAM! Die Gartenexplosion! – The Garden explosion!

Im Mai wurde es still im Blog, denn wir waren für einen Monat im hohen Norden, in Schweden. Nach zwei Wochen herumreisen bekam ich eine Email von meiner Mutter mit der Nachricht, dass unser Garten “explodiert” sei. Wir waren gespannt!
Tatsächlich erwartete uns eine Überraschung als wir wieder zu Hause ankamen. Alles war in die Höhe und Breite geschossen – oder vor Hitze und Durst gestorben (unser Gießservice war nicht sehr fleißig). 😦
Hier ein paar Vorher-Nachher-Bilder:
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I took a blog pause in May because we went up north to Sweden for a month. After travelling for two weeks, I found an e-mail in my inbox: My mum wrote that our garden had exploded. We were excited to see!
Indeed it was quite the surprise when we came back home: Everything was banging and had multiplied in size – or died of heat and thirst (our watering service hadn’t been so diligent).

A few before/after shots:

Vorher: Der Vorgarten. Alles noch kahl und klein.

Vorher: Der Vorgarten. Alles noch kahl und klein. --- Before: The front yard

Nachher: Alles ist Grün!

Nachher: Alles ist Grün! --- After: The front yard is green!

Unser Bohnenzelt am Vorabend der Abfahrt. Mais und Bohnen sind frisch gepflanzt.

Unser Bohnenzelt am Vorabend der Abfahrt. Mais und Bohnen sind frisch gepflanzt. --- Our bean tent on the evening of the day before we left; corn and beans have just been planted.

Bohnenzelt bei Rückkehr: Der Mais ist mangels Gießens nicht sehr groß geworden und die wenigen Bohnen, die gekommen sind, sind verdorrt oder von Schnecken abgefressen worden.

Bohnenzelt bei Rückkehr: Der Mais ist mangels Gießens nicht sehr groß geworden und die wenigen Bohnen, die gekommen sind, sind verdorrt oder von Schnecken abgefressen worden. --- The bean tent upon our return: Lack of watering dwarfed the corn and the few beans that sprouted got eaten by slugs or died of thirst.

Baumscheibe um den Süßkirschbaum - alles ist massiv gewachsen.

Nachher: Baumscheibe um den Süßkirschbaum (oben im Bild rechts) - alles ist massiv gewachsen. --- After: The bed around the sour cherry tree (on the right side in the above picture) - everything is banging.

Nachher: Dieses Beet wurde auch kurz vor Abfahrt besät. Jetzt ist alles groß und grün.

Nachher: Dieses Beet wurde auch kurz vor Abfahrt besät (wie auf dem Bild unten zu sehen). Jetzt ist alles groß und grün. --- After: This bed also got planted just before we left (see on the picture below). Now everything is big and green.

Vorher: Der Gemüsegarten. Die Beete sind besät, aber noch sieht man wenig.

Vorher: Der Gemüsegarten. Die Beete sind besät, aber noch sieht man wenig. --- Before: The veggie garden. The bed have been planted but there's little to see.

Nachher: Das Beet ist grün und voller Erbsen.

Nachher: Das Beet ist grün und voller Erbsen. --- After: The bed is green and full of sugar snap peas

Nachher: Der Mangold und der Kohl, die wir haben Blüten bilden lassen, produzieren jetzt fleißig Samen und sind riesig geworden.

Nachher: Der Mangold und der Kohl, die wir haben Blüten bilden lassen, produzieren jetzt fleißig Samen und sind riesig geworden. --- After: The Swiss chard and the kale that we left to flower are making seeds and have grown enormously.

Vorher: Unser Bohnenschattenbeet soll später die Ecke beim Holunderbaum vor Sonne schützen, damit es dort auch im Hochsommer kühl bleibt.

Vorher: Unser Bohnenschattenbeet soll später die Ecke beim Holunderbaum vor Sonne schützen, damit es dort auch im Hochsommer kühl bleibt. --- Before: Our shade bean bed is supposed to keep the corner under the elder tree cool later in the year.

Nachher: Obwohl das Beet nur späte Abendsonne bekommt, ist alles super gewachsen.

Nachher: Obwohl das Beet nur späte Abendsonne bekommt, ist alles super gewachsen. --- After: Even though the bed only gets evening sun, everything grew well.

Noch eine Schattenecke, wo's gut wächst. Die Buschtomaten bekommen Morgensonne und ein bisschen Abendsonne.

Noch eine Schattenecke, wo's gut wächst. Die Buschtomaten bekommen Morgensonne und ein bisschen Abendsonne. --- Another shady corner: The bush tomatoes only get morning and evening sun.

Nachher: Die Bank mit meinen Indoor-Pflanzen. Die Tomaten rechts auf der Bank wurden im Dezember gesät und trugen im März ihre ersten Tomaten.

Nachher: Die Bank mit meinen Indoor-Pflanzen. Die Tomaten links auf der Bank wurden im Dezember gesät und trugen im März ihre ersten Tomaten. --- After: The bench with my indoor plants. The tomatoes to the left on the bench were plante in December and had their first ripe fruit in March.

Ich werde in nächster Zeit mal die Teile des Gartens einzeln und genauer vorstellen.

In the near future I’ll write more about the individual parts of the garden.


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Tannenspitzensirup – Spruce tip syrup

Der Frühling ist warm und alles wächst wie wild. Unter anderem auch die Tannen und ihre Spitzen leuchten grellgrün. Jetzt ist also die Zeit für:

Tannenspitzensirup

Man braucht Tannenspitzen und Zucker. In ein fest verschraubbares Glas füllt man jetzt eine Schicht Tannenspitzen, darauf eine Schicht Zucker, dann wieder Tannenspitzen, etc. Die Schichten schön zusammendrücken – wie beim Sauerkraut machen! Ganz oben kommt eine Schicht Zucker und das Glas wird fest verschlossen.
Dann stellt man es in die Sonne und der Zucker entzieht den Tannenspitzen die Flüssigkeit. Ich schneide die Tannenspitzen auch ganz gern ein bisschen kleiner, weil dann die Flüssigkeit auch schneller rauskann.
Nach ca. einer Woche hatte sich der Inhalt meines letzten Ansatzes schon auf die Hälfte verringert (die Tannenspitzen fallen zusammen) und ich habe noch ein bisschen nachgefüllt.
Nach einigen Wochen oder Monaten ist dann der Zucker mehr oder weniger flüssig (wenn man zuviel Zucker drin hatte, löst sich nicht alles auf) und man kann den Sirup umfüllen.

Der Sirup enthält sehr viel Vitamin C und wird bei Erkältungskrankheiten genommen.
Man kann die Tannenspitzen auch mit Wasser und Zucker kochen, aber ich mag die schonendere Variante lieber.

Vorsicht: Wo die Spitzen abgemacht werden, wird der Baum dieses Jahr nicht weiter wachsen! Also bitte nur immer wenige Spitzen pro Zweig nehmen und möglichst an Stellen, in denen der Baum ohnehin nicht wachsen soll (ich habe meine Spitzen von einem Zweig, der versuchte, einen Weg zu versperren). Also bitte mit Bedacht pflücken, gerade im Wald – sonst ärgern sich die Förster.

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Spring is warm und everything in the garden is banging! Especially the fir and spruce tips are glowing bright green. So now is the time for:

Spruce tip syrup

You need spruce tips and sugar. Now you put a layer of spruce tips into a jar and then a layer of sugar, another layer of spruce tips, etc. Press everything down firmly – as if you were making sauerkraut! At the end you top it off with a layer of sugar and screw the lid on tightly.
Then you put the jar on a sunny windowsill and you’ll see how the sugar draws the liquid out of the spruce tips. I like to cut the spruce tips a little smaller because it helps the sugar draw the liquid.
After a week of my first syrup making, the jar was only half full, because the spruce tips had reduced in size and the sugar had become liquid. Then I just filled it up some more.
After some weeks or months, the sugar is more or less liquid (if you added too much sugar in the beginning it doesn’t get completely liquid) and you can strain the syrup off and put it into a different jar.

The spruce tip syrup is full of vitamin c and great against colds and flues.
You can also cook the spruce tips with sugar and water to make a syrup, but I prefer the more gentle method without cooking.

Caution: At the places where you take off the tips, the tree won’t grow anymore this year! So please make sure to only ever take a few tips per branch and if possible only in places where the tree isn’t supposed to grow anymore anyway (my tips were taken from a branch that was trying to block the path)
So please pick with that in mind, especially if you pick your spruce tips out in the wild, otherwise the rangers might get upset.

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More about dandelions – Noch mehr Löwenzahn

Today is nice and sunny and all the dandelion blossoms are open and pretty. I picked a bowlful and wondered what to do with them. Last year I made about a gallon of syrup, so I’m still good. Then I remembered vinegar. I’ve never made dandelion blossom vinegar before, so I can’t tell you if it tastes good or not. But here’s the “recipe”:
*Lots of dandelion flowers
*good vinegar (I used white wine vinegar and self-made honey wine vinegar)

Put as many dandelion blossoms in a jar as you want or can. Top up with vinegar. Cap tightly, label (!) and store for a while (I guess maybe two weeks?).

I’ll tell you if it’s good in a few weeks.

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Die Sonne scheint und die Löwenzahnblüten sind offen und wunderbar gelb. Also habe ich eine Schüssel voll gesammelt und dann überlegt, was ich damit machen soll. Löwenzahnsirup habe ich letztes Jahr massig gemacht und habe immer noch viele Gläser voll. Dann fiel mir Essig ein. Ich habe noch nie Löwenzahnblütenessig gemacht und weiß nicht, ob er gut schmeckt, aber hier ist mein “Rezept”:
*viele Löwenzahnblüten
*guter Essig (ich habe Weißweinessig und selbst gemachten Honigweinessig genommen)
Soviele Löwenzahnblüten wie gewünscht/möglich in ein Glas tun und mit Essig bis oben hin füllen. Den Deckel fest drauf schrauben, Etikett drauf und warten.
Ich schätze, es wird so zwei Wochen dauern, bis es gut durchgezogen ist. Dann kann ich auch sagen, ob es gut schmeckt oder nicht.

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