Der schnelle Garten – Sheet Mulch

Heutzutage soll ja immer alles schnell gehen und obwohl ich dem meist wiederspreche, ziehe ich einen Instant-Garten stundenlangem Umgraben vor. Wie praktisch, dass die Permakultur da eine tolle Methode hat, das so genannte Sheet Mulching.”Sheet” ist englisch für Laken, Blatt, Platte, etc. – also ein dünner, meist rechteckiger Gegenstand. Und um es mal ganz kurz auszudrücken, geht es darum auch: Man schafft sich ein Beet, indem man die vorhandene Vegetation mit dünnen, meist rechteckigen Gegenständen, also zum Beispiel Pappe oder Zeitung abdeckt.

Vorteile und Nachteile

Natürlich ist es nicht ganz so einfach, daher erstmal ein kleiner Ausflug in die Vorteile des Sheet Mulching:

  • die Bodenstruktur bleibt erhalten, was für die Bodenorganismen von Vorteil ist
  • der Mulch verhindert Austrocknen, Erosion und Nährstoffverlust der Erde
  • der Mulch unterdrückt ungewollte Vegetation, zB hartnäckige Unkräuter wie Giersch und Efeu
  • Mulch schafft Lebensraum für Spinnen, die wiederum Schädlinge im Garten fressen
  • und natürlich spart es mir als Gärtner eine ganze Menge Arbeit

Nachteile des Sheet Mulch sind,

  • dass man nicht diesen Bloße-Erde-Effekt hat, den manche Gärtner gerne mögen
  • dass Schnecken Mulch mögen (und leider nicht von den Spinnen gefressen werden)
  • dass im ersten Jahr viele Nährstoffe in der Erde sind, was sich bei manchen Pflanzen negativ auswirken kann (Sepp Holzer empfiehlt für seine Hügelbeete, die ähnlich errichtet werden, nur Starkzehrer im ersten Jahr)
  • und dass man für die Schaffung des neuen Beets eine ganze Menge Resourcen braucht

Anwendung

Angewandt werden kann der Sheet Mulch besonders bei der Anlegung von Beeten, die mit schon vorhandenen Pflanzen bestückt werden sollen, also mit Bäumen, Sträuchern, Stauden, etc. Allerdings können auch “Problemzonen” schon vorhandener Beete mit Sheet Mulch bestückt werden.

Was braucht man?

Für das neue Beet werden grob zwei Sachen benötigt: Sheet und Mulch.

Sheets sind ja wie gesagt Pappe, Papier, Zeitung, alte Kleidung/Stoffe etc.. Besonders (unbedruckte) Pappe ist toll, weil sie recht dick ist und das Unkraut gut unterdrückt. Im Hausgebrauch hat man oft nicht genug Pappe, aber man muss sich nur mal bei größeren Firmen in Nähe umschauen und findet dort oft haufenweise alte Kartons. Tipp: Bei Fahrradläden nachfragen – die haben oft XXL-Kartons in Fahrradgröße.

Der Mulch kann fast alles organische Material sein; er wird in zwei Kategorieren unterteilt: Unkrautfrei und Nicht-Unkrautfrei.
Möchte man das neue Beet anlegen, wo schon eine Menge Vegetation ist, kann man diese einfach niederhacken/schneiden und hat schonmal eine Menge Mulch. Dieser fällt aber in die Kategorie Nicht-Unkrautfrei, da sich darunter sicher auch eine Menge Unkrautsamen und – wurzelstücke befinden, die man ja eigentlich loswerden möchte. Ebenso ist normales Stroh und Heu Nicht-Unkrautfrei, da sich darin meist noch vereinzelte Getreidekörner und Wiesenblumensamen befinden. Der ganze Nicht-Unkrautfrei-Mulch ist wunderbar als erste Lage auf dem neuen Beet, denn darüber kommt dann die Pappe (o.ä.), die eventuell neu keimendes Unkraut am Durchkommen hindert.
Unkrautfreier Mulch ist demnach logischerweise Mulch, in dem sich keine Unkrautsamen oder -wurzelstücke befinden, also Holzchips, Rindenmulch, getreidefreies Stroh (das gibt es speziell für Strohballenhäuser, aber für den Hobbygärtner ist der Besorgungsaufwand sicher nicht lohnenswert), Papierschnipsel, Zeitung, etc.

Während man die Pappe noch ganz einfach bekommen hat, ist es ein wenig schwieriger an Mulch ranzukommen, wenn man nicht schon eine Menge hat. Da hilft es, sich an Gärtnerfreunde zu wenden, zu einer Kompostierungsanlage zu fahren oder herauszufinden, was sonst im Umkreis so mit Grünschnitt/-müll passiert, und dort nachzufragen. Gartenpflege- und Baumpflegeunternehmen haben oft eine Menge Grünschnittabfälle, die sie kostenpflichtig beseitigen müssen und freuen sich manchmal über nette Gärtner, die ihnen was abnehmen.


Wie wird’s gemacht?

Das ist sicher der einfachste Teil: Man sucht sich einen Platz, an dem ein Beet entstehen soll. Dort wird vorhandene Vegetation (falls vorhanden und falls notwendig) runtergeschnitten.
Falls größere Pflanzen wie Büsche und Bäume später das Beet bevölkern sollen, pflanzt man sie am besten jetzt, um nicht hinterher wieder große Löcher in den Mulch machen zu müssen.
Außerdem sollte die Stelle vorher sehr gut gegossen werden, da die Schicht, die später Unkraut unterdrücken soll, Wasser gut aufsaugt, aber nicht so gut durchlässt.
Auf Gras und ähnlich kurze Pflanzen kann der Mulch einfach drauf gelegt werden. Genau das passiert jetzt auch: Erst kommen eventuelle Lagen von unkrauthaltigem Mulch, dann die “sheets”, also die Pappe, o.ä.
Falls schon größere Pflanzen vorhanden sind, wird die Pappe mit einem Abstand von ca. 2,5 cm vom Stamm um sie herumgelegt.
Darauf kommen dann Lagen des unkrautfreien Mulchs, Holzchips, andere kompostierbare Stoffe. Als zweitoberste Schicht kommt Kompost, dann noch eine Schicht Stroh o.ä., das Verdunstung verhindert.
Es ist gut, beim Bauen immer mal wieder alles gut zu bewässern, da dies dem Verrottungsvorgang hilft und da der Mulch wie gesagt ja auch Wasser nicht so gut durchlässt.
Legt man als oberste Schicht Stroh oder ähnlich leichtes Material, hilft Befeuchten dabei, dass es nicht wegfliegt.

Sheet Mulch muss nicht wissenschaftlich genau gelegt werden – es kann alles sei von einer Schicht Pappe mit einer dicken Oberlage Stroh bis hin zum Super-Sheet-Mulch, der 10 verschiedene Lagen in einer bestimmten Reihenfolge aufweist, … Der Fantasie sind da kaum Grenzen gesetzt und man kann sich einfach seinen Resources orientieren.

Wie wird gepflanzt?

Das Beet ist nun fertig für Pflanzen. Man kann Sheet Mulch allerdings auch im Herbst ausbringen, damit man im Frühjahr ein wunderbar kompostiertes Beet hat.

Um schon größere Pflanzen aus Töpfen zu setzen, zieht man die obersten Mulchlagen am gewünschten Platz auseinander und schneidet/hackt ein kreuzförmiges Loch mit seiner Schaufel in die Papplage. Je nach Pflanzengröße, kann der Wurzelballen entweder auf das Kreuz gesetzt werden oder man gräbt unter der zur Seite geklappten Papplage und setzt den Wurzelballen ins Loch. Die Papplage wird dann zurückgeklappt und der Wurzelballen, der in über den Papplagen liegt, wird in Erde eingepackt. Danach kann der restliche Mulch wieder zurückgeschoben und die Pflanze gegossen werden. Fertig!

Um Samen zu säen, wird auch wieder der Oberflächenmulch zur Seite geschoben, dann gibt man Erde oder Kompost auf die Papplage und darauf werden die Samen gesät. Dann gießt man und freut sich dann auf die wachsenden Pflänzchen.

Soviel zum Thema Sheetmulch – noch Fragen? Ich werde in den nächsten Tagen auch mal Bilder von unserm Sheetmulch-Beet von letztem Jahr posten.

Quellen: Eigene Erfahrung; Permaculture Design Course 2009, Aranya, Steward Wood; Sepp Holzers Permakultur von Sepp Holzer; Edible Forest Gardens von Dave Jacke, Vol. 2, pp. 402-406.

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Nowadays everything has to be fast and easy and even though I usually think differently, I’d rather have an instant garden than digging for hours. How convenient that permaculture has a great method for that, the so-called sheet mulching. To put it simply, you create a garden bed by putting down some kinds of sheets on the existing vegetation.

Advantages and Disadvantages

Of course it’s not that simple, so first of all a little digression into the advantages of sheet mulching:

  • The soil structure stays the same which is more favourable for soil organisms
  • the mulch gives the soil organisms food directly so that soil life is stimulated and they’re starting to work the soil more
  • the mulch prevents drying out of the soil, erosion and loss of nutrients
  • the mulch inhibits unwanted vegetation, such as persistent weeds like ivy and ground ivy
  • the mulch creates a habitat for spiders that will then eat pests
  • and of course the mulch saves me, the gardener, a lot of work

Disadvantages of sheet mulch are…

  • you don’t get the bare soil-look that some gardener loves so dearly
  • slugs love mulch (and sadly, the spiders won’t eat them)
  • in the first year the mulch greatly increases the amount of nutrients in the soil, which can be disadvantageous for some plants (Austrian permaculturist Sepp Holzer recommends only planting high nutrient-demanding plants in the first year in his hill beds which are similar to sheet mulched beds)
  • and that you need quite a bit of resources for the creation of your new bed

Application

Sheet Mulch can be applied especially for the creation of new beds that will later be planted with potted plants, such as perennials, trees and shrubs. But also beds for seeds or “problem zones” of existing beds can be improved with sheet mulch.
What do you need?

For the new bed you basically need two things: Sheets and mulch.
Sheets are anything flat and bio-degradable, such as cardboard, paper, newspaper, old clothes/fabric.
I like especially cardboard because it’s quite thick and smothers weeds well. Usually a household doesn’t generate enough cardboard for a big bed, but look around at companies in the area – they often have big heaps of waste cardboard boxes. A bike shop in our area has a great XXL cardboard boxes that their bikes come in!

The mulch can be any organic material and is divided in two categories: weed-free and non-weed-free.
If the spot of your new bed already has vegetation, just cut it down or shred it and you already have a lot of mulch. This is non-weed-free mulch though as it is likely that there are seeds in it and of course root bits that can regenerate.
Also in this category is normal straw or hay which usually contains a lot of seeds.
The non-weed-free mulch is a great first layer which will then be covered by the weed-smothering layer, but I digress.
Weed-free mulch is then logically mulch that does not contain any seeds or root bits, such as wood chips, bark mulch, grain-free straw (available specially for straw-bale architecture, so it’s maybe not a feasible option for small-scale gardeners), paper chips and newspaper.

While the sheets (f.e. cardboard) are relatively easy to procure, mulch is a bit more tricky. It’s useful to talk to your gardener friends, to drive to a composting plant or to find out where organic material is disposed of in the your area. Landscaping, gardening and tree caring companies often have a lot of organic waste and have to pay money to have it removed, so often they will gladly give some of their “waste” to a nice gardener.

How is it done?

This is probably the most simple part: Find a nice spot for your new bed. Cut down existing vegetation if necessary.
If you want to have bigger plants (shrubs, trees) in your future garden bed, plant them now to avoid making big holes in your sheet mulch later.
Also the spot should be watered very well now because the sheet mulch will impede the water flow later on.
Gras and other short plants can just be covered in the sheet mulch and that’s exactly what’s happening now:
First you cover your future bed with the non-weed-free mulch. Then your “sheets” that function as weed-barrier, e.g. your cardboard or whatever you have at hand.
If your bed already contains big plants such as shrubs or trees, lay the cardboard with a distance of an inch (2.5 cm) to the trunk
On top of that you put layers of weed-free mulch such as wood chips and other bio-degradable materials. Then a layer of compost and at last a layer of straw or a similar material that protects from erosion and evaporation.
While assembling your bed, it’s good to water every now and then to speed up the composting process and, as I said before, because the mulch hinders the water from going through.
If your last layer is straw or other light material, watering it will keep it from flying away.

Sheet Mulch does not have to be applied scientifically correct – it can be anything from a layer of cardboard with a thick layer of straw on top to a super sheet mulch with 10 layers in an exact order,… There are no limits to your ideas apart from your resources.

How to plant

The bed is now ready for plants. You can also use sheet mulch in fall, though, so that in spring you have a wonderfully composted bed.

To plant potted plants, just pull apart the upper lays of the mulch and cut an X into the weed-barrier using a trowel. Depending on the size of the plant, either put the root ball on top of the X or fold the weed barrier aside, dig a little deeper, put in the root ball and fold back the weed barrier. After that pack some soil or compost around the roots and push the mulch back around it. Water it and you’re done!

To plant seeds again the mulch is being pushed aside and compost or soil is added on top of the weed barrier. On top of that you plant your seeds, water them and wait for your plants to grow.

So much for sheet mulch – questions anyone? Within the next few days I’ll post some pictures of our latest sheet mulch bed.
Sources: My own experience; Permaculture Design Course 2009, Aranya, Steward Wood; Sepp Holzers Permakultur by Sepp Holzer; Edible Forest Gardens von Dave Jacke, Vol. 2, pp. 402-406.

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Drohnenschlacht — Drone Eviction

In der Bienenwelt geht es im Moment heiß her: Die Bienenvölker, bei denen die Königin im Sommer befruchtet wurde (oder es vorher schon war), bereiten sich jetzt auf den Winter vor und im Zuge dessen werden die Mitglieder des Volks, die man nun nicht mehr braucht, ausgestoßen: Die Drohnen.
Die männlichen Bienen, die Drohnen, erkennt man daran, dass sie wesentlich größer als die Arbeiterinnen sind und riesige Augen haben. Sie werden von Bienenforscher Jürgen Tautz in seinem Buch “Phänomen Honigbiene” als “fliegende Spermaträger” bezeichnet und das sind sie im Prinzip auch. Ihre einzige oder zumindest wichtigste Aufgabe ist es, Königinnen zu befruchten. Jeden Tag fliegen sie zu einer bestimmten Zeit aus und sammeln sich an so genannten Drohnensammelplätzen, um auf potentielle Königinnen zu warten. Sofern keine Königin vorbeikam, fliegen sie dann auch brav wieder zurück zu ihrem Volk (nach/während der Befruchtung sterben die Drohnen) und verbringen den Rest des Tages dort oder in anderen Völkern. Sie sind die einzigen Mitglieder des Volkes, die auch andere Völker besuchen können ohne zu riskieren, dass man sie zu Tode sticht. Sie werden gefüttert und eine ausgewogene Anzahl von Drohnen zu Arbeiterinnen gibt dem Volk ein Gefühl der Harmonie.
Um Juli und August herum sinkt allerdings die Wahrscheinlichkeit, dass Königinnen befruchtet werden müssen. Gleichzeitig gibt es auch weniger blühende Pflanzen, obwohl die Bienen gerade jetzt für den Winter sammeln müssen. Deswegen werden nun “nutzlose Esser” rausgeschmissen und es geht den Drohnen an den Kragen. Sie werden weniger und weniger gefüttert und man kann Arbeiterinnen betrachten, die Drohnen aus dem Flugloch zerren und versuchen, sie buchstäblich in den Abgrund zu schubsen. Die wesentlich größeren Drohnen dagegen streben wieder zurück zum Eingang. Manchmal heben sie sogar ab und versuchen, im Flug die störende Arbeiterinnen loszuwerden.
Aber selbst wenn sie es wieder in den heimeligen Stock schaffen – sie verzögern nur das Unvermeidliche…
Hier ein paar Impressionen:

Eine Arbeiterin zerrt an einem Drohn (hinten links auf dem Flugbrett)

Jetzt hängt er schon über dem Abgrund - schafft er es noch zu entkommen?

Seitlich kriechend versucht er der Arbeiterin zu entwischen...

...doch diese hält felsenfest!

Der Drohn arbeitet sich langsam wieder Richtung Eingangsloch vor.

Von den spannenden letzten Minuten habe ich leider kein Foto, aber ich kann euch berichten, dass der Drohn nochmal Glück hatte und schnell wieder in die Beute flitzen konnte.

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Things are rough in the world of the honey bees at the moment: The bee colonies that have fertilized queens are preparing for winter and therefore, the less useful members of society are evicted: The drones.
The male bees, the drones, are easily recognized by being much bigger than the female worker bees and by their huge eyes. German ethologist and bee scientist Jürgen Tautz calls them “flying sperm carriers” in his book “The Buzz about Bees” and that is what they basically are. Their most important task is to fertilize young queens.
Every day at a certain time they fly out to gather at so called drone gathering places, waiting for queens. If no queen came by, the drones return to their colonies (drones die while/after fertilizing a queen) and spend the rest of the day there or at other colonies. They are the only members of the colony that can just go and visit other colonies without risking certain death by being stung.
They get fed and a certain ration of drones to workers gives the colony a sense of harmony.
Around July and August the probability of unfertilized queens decreases rapidly and at the same time the amount of flowering nectary plants sinks, even though the bees are stocking up for winter.
Therefore, “useless eaters” are being kicked out and the drones are the ones to go. They are being fed less and less to weaken them and you can watch worker bees dragging drones out of the entrance hole, trying to literally push them over the edge.
The drones, much bigger in size, however, try to get back to the entrance hole. Sometimes they even lift off and try to shake off the annoying worker bees in flight.
But even if they make it back into the homely hive – they are only postponing the inevitable…

Here are some pictures:

A worker bee is dragging a drone (back left on the entrance board)

Now he is already hanging over the abyss - will he still escape?

Crawling sideways he's trying to break free from the worker bee...

...who is holding on with all her strength!

The drone is slowly making it back towards the entrance...

Unfortunately, there are no pictures of the exciting last minutes, but I can assure you that the drone was luckily enough to escape back into the hive.

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Sonnenstrahlen sammeln – Catching Sun Rays

Ich mags gerne bunt und gerade an grauen Wintertagen sind erhellen kleine Sonnentrahlen das Gemüt. Meine Sonnenstrahlen finde ich im selbstgemachten Haustee.

Wie das geht? Jetzt im Sommer blühen alle möglichen Pflanzen, deren bunte Blüten getrocknet den Haustee optisch aufpeppen. Hierzu sammelt man essbare Blüten oder Blütenblätter von zum Beispiel…

Malve

Rose

Königskerze

Ringelblume

Sonnenblume

Wegwarte

…und weitere essbare Blüten.
Die Blütenblätter oder Blüten werden dann im Schatten getrocknet. Ich nehme alte Papp-Obststiegen (kostenlos und stapelbar!), deren Böden ich zum Teil mit Fliegennetzen ersetzt habe, um bessere Luftzirkulation zu gewährleisten. Die Farben der Blüten bleiben erhalten (wenn man sie in der Sonne trocknet, bleichen sie aus!) und wenn sie richtig trocken sind, kann man sie in beschriftete Behälter (z.B. Schraubgläser) umfüllen.
Ob sie trocken sind, verrät ein einfacher Test: Sind die Pflanzenteile noch biegsam, müssen sie noch mehr trocknen. Zerbrechen oder zerbröseln sie hingegen einfach, sind sie trocken genug.
Man kann die Blüten einfach in den Schwarztee mischen, in dem die bunten Farben einen schönen Kontrast bilden oder man mischt sich einen Haustee zusammen. Ich nehme für meine Hausteebasis Pfefferminze, Zitronenmelisse, ein wenig Salbei und Zitronenverbene. Alles gut vermischt und dann kommen die Blüten hinzu.

Fertig ist der Sonnenstrahlentee für gute Laune im Winter!

P.S.: Für nächstes Frühjahr schonmal vormerken: Veilchen-, Holunder- und Lindenblüten machen sich auch wunderbar im Tee.

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I love beautiful colours and especially on grey winter days little colourful sun rays lighten the mood. I find my sun rays in my homemade tea mixture.

How that works? Now that it’s summer lots of plants are flowering and their beautiful flowers can be dried and used to visually enhance your own homemade tea.
Just collect edible flowers or flower petals of local plants such as…

Malva

Rose

Mullein

Calendula

Sun flower

Chicory

…and other edible flowers.

The flowers or petals are then dried in the shade. I use old cardboard boxes that have been used for transporting fruit to stores (free and stackable!) and some of them I modified the floor to have a fly screen for better air circulation.
The colour of the flowers stay if you dry them in the shade – in the sun they bleach!
When they are completely dry, they can be put into labeled containers (I use glass screw top jars).
If they are completely dried you can find out with this simple test: Are the plant parts still bendy? Then they’re not dry enough! Do they crumble and snap? They are dry enough!
You can mix your flowers into black tea for a wonderful contrast of the black and the colours or you make your own tea mixture: For a base I use peppermint, lemon balm, a little sage and lemon verbena.
Mix it well and then add your flowers.
There you go – your own sun ray tea for a good mood in winter!

P.S.: For your spring to-do-list: Violet, elder and linden flowers are also wonderful in tea!

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Das Jahr der Biodiversität — The Year of Biodiversity

2010 wurde von der UNO als das Jahr der Biodiversität ausgerufen. Das hatte ich eigentlich gar nicht im Kopf, also ich dieses Jahr viele Nektarpflanzen in meinem Garten säte und pflanzte – eigentlich wollte ich damit meinen Bienen was Gutes tun.

Woran ich allerdings nicht gedacht hatte: Bienen gehen gerne so genannte “Massentrachten”, d.h. sie holen sich den Nektar von den Blüten, von denen es viele an einem Platz gibt. Sie lieben zum Beispiel Bäume wie die Linde oder die Robinie, an der sich Tausende von Blüten befinden. Oder Himbeer- und Brombeerhecken, in denen sie “blütenstet”, wie sie es gerne machen, von Blüte zu gleichartiger Blüte trudeln können. Meine Mischung aus Bienenweidepflanzen ließen sie bisher größtenteils links liegen – es gab immer Orte in der Umgebung, in der mehr Blütenmonotonie herrschte.
Was meine Nektarpflanzenaktion allerdings bewirkte, ist eine enorme Steigerung der nektartrinkenden Insektenbesuchern im Garten, denen es egal ist, welche Art Blüte sie nacheinander anfliegen, solange es Nektar gibt. Da gibt es die “normalen” Hummeln, die schwarz-gelb-weiß sind; die schwarzen mit den roten Hinterleiben; dann die Schwebfliegen; winzige Bienchen; riesige Bienenbrummer; alle möglichen anderen Wildbienen; Schmetterlinge, etc pp. Wow! Das hatte ich ja gar nicht erwartet! Überall schwirrt und summt es jetzt.

Ich kann es nun wirklich nicht genug empfehlen, etwas für die nicht-menschlichen Besucher des Gartens zu tun oder ein Eckchen im Garten “wild” zu lassen.
Was macht ihr im Jahr der Biodiversität?

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2010 was announced the year of biodiversity by the UN. Yet, that’s was not what I was thinking of when I sowed and planted all kinds of nectary plants in my garden this year – I had wanted to improve the food possibilities of my bees.

What I didn’t consider, though, is that bees like to get their nectar and pollen from flowers that appear in mass in a very small space. They love flowering trees like linden and locust that bear thousands of flowers. Or raspberry or blackberry hedges where they can fly from flower to like flower like they like to do it.
My mix of bee plants they mostly ignored – they have always been places in the area with a great “flower monotony”.
What bee plants did create though, was an increase in visits of other nectar-drinking insects in my garden – the ones that don’t care what flower they’re drinking from as long as they get nectar. There are the “normal” bumblebees that are black, yellow and white; the black ones with the red bottoms; the hoverflies; tiny bees; giant bees; and all kinds of other wild bees; butterflies; etc.
Wow! I had not expected that! Everywhere there’s humming and buzzing now!

I can only recommend you to do something for the non-human visitors of your garden or to leave a little corner “wild”.
What do you do in the year of biodiversity?

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Freiwillige vor! — Volunteers, anyone?

Als Samensammler lasse ich jedes Jahr einige Pflanzen ausblühen und Samen bilden und ab und zu bleiben hier und da auch Früchte wie Tomaten hängen. Deswegen habe ich auch dieses Jahr wieder viele “Freiwillige” in meinem Garten. Hier sprießen kleine Mangold-Pflänzchen zwischen den Trittsteinen hervor, dort kommen Babys der Tomate aus dem letzten Jahr aus dem Boden und Jungpflanzen der roten Melde überraschen mich als kleine Farbtupfer an den seltsamsten Orten.

Ich finde diese “Pioniere” sehr praktisch – sie sind abgehärtet, treten oft in Massen auf und ersparen mir eine Menge Anzuchtsarbeit: Ich muss sie nur noch ausgraben und an einen besseren Ort setzen (wie die Trittsteinmangolds) oder sie einfach dort lassen. Natürlich ziehe ich jedes Jahr auch meine eigenen Pflanzen an, aber wenn’s mal nicht so klappt, kann ich auf das jährlich wachsende Repertoire an Freiwilligen zurückgreifen und ich mag besonders den Überraschungseffekt sehr gerne.
Und wenn’s zuviele sind – wie oft beim weißen Gänsefuß – dann werden sie kurzerhand abgeschnitten und als Mulch genutzt oder kommen auf den Kompost.

Meine Lieblingspioniere sind Mangold, Tomaten, Krause Malve und Rettiche – wie sieht’s bei euch im Garten aus?

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As a seedsaver I let some of my plants go to seed every year, and here and there I forget to harvest the odd tomato or other fruit.
That’s why I have lots of “volunteers” in my garden this year – like every year.
Between the step stones Swiss chards are sprouting, babies of the previous year’s tomato are growing between the comfrey leaves and seedlings of the red orach surprise me with little bursts of colour in the strangest places.

I like these “pioneers” – they are hardy, often appear in mass and save me a lot of work: I just have to dig them up and transfer them to a better place (like in the case of the Swiss chard) or even just leave them. Of course I start my own little plants from seeds, too, but if something goes wrong I always have my spares in the yearly increasing mass of volunteers and I also like the surprises they give me.
And if they’re too many – as it often happens with lamb’s quarters (Chenopodium album) – I just cut them down for mulch or put them on the compost heap.

My favourite volunteers are Swiss chards, tomatoes, Chinese mallow and radishes – what are yours?

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Haferwurz – Oyster Plant

Ein sehr schönes Gemüse, das ist erst letztes Jahr entdeckt habe, ist der Haferwurz (Tragopogon porrifolius).
Wegen seiner schönen Blüten wird er oft als Zierpflanze angebaut, ist aber auch essbar. Die Blätter sind lanzettlich und schmecken gut im Gemüse und die Wurzel soll einen Austerngeschmack haben (daher der englische Name oyster plant – Austernpflanze), allerdings habe ich das noch nicht probiert, weil ich bei den wenigen Pflanzen, die ich davon bisher habe, lieber die Blüten sehen wollte. Diese kann man übrigens als essbare Dekoration in den Salat geben. Die Samenstände sind später auch sehr dekorativ, mit großen, löwenzahnähnlichen Samen, und auch als Sprossen essbar.
Bei so vielen Verwendungsmöglichkeiten und so hübschen Blüten frage ich mich, warum nicht mehr Leute den Haferwurz im Garten haben.

P.S.: Von der Schwarzwurzel, die den Haferwurz in Vergessenheit gedrängt hat, kann man übrigens auch mehr essen als man denkt – auch die Blätter sind essbar und sehr lecker!

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A very nice vegetable I discovered only last year is the oyster plant (Tragopogon porrifolius).
It is often cultivated as an ornamental for its beautiful flowers, but it is also edible. The leaves are long and grass-like and taste good as steamed greens. The root’s oyster taste gave the plant its name, but since I was waiting for the flowers of the few plants that I have, I haven’t tasted the roots yet. The flowers are a great edible decoration in salads and the decorative seeds that resemble giant dandelion seeds can be sprouted and eaten, too.
With so many edible parts and such pretty flowers I really wonder why not more people grow oyster plant. Give it a try!

P.S.: Of scorzonera, the plant that replaced oyster plant, more parts are edible than one thinks: The leaves are very tasty cooked

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Permakultur 3 – Ein Element, viele Funktionen — One element, multiple functions

Ein weiteres Prinzip der Permakultur ist das der vielen Funktionen. Ein Element im System, hier also eine Pflanze, ein Tier, ein Gegenstand im Garten sollte nicht nur eine Funktion, sondern möglichst viele haben. Gegenbeispiele dazu findet man in vielen Vorgärten, in denen die Pflanzen oft ausschließlich Zierwert haben und ansonsten weder den Besitzern noch der Tierwelt in der Umgebung nutzen. In der Permakultur ist es wie gesagt umgekehrt und ich denke, das ist am einfachsten mit ein paar Beispielen zu erläutern:

Beispiel-Element 1: Die Bienen

Mein erstes Beispiel-Element sind die Bienen. Sie haben eine große Rolle als Bestäuber, liefern mir Honig, und bringen auch sonst einfach Leben in den Garten. Außerdem sind sie Futter für den Bienenfresser (worüber man sich als Imker natürlich nicht so freut).

Beispiel-Element 2: Der Grünkohl

Der Grünkohl (hier Russischer Roter) ist vordergründig natürlich ein tolles Gemüse und das ist sicher die Hauptfunktion. Wenn man ihn abblühen lässt, ist er aber nicht nur sehr hübsch anzusehen, sondern auch eine tolle Futterquelle für Bienen, ob Honig- oder Solitär-.  Weiterhin spendet er mir Samen und wenn ich zuviel habe, kann ich ihn als Mulch benutze oder kompostieren.

Und als letztes Beispiel:

Beispiel-Element 3: Der Holunder

Ich habe fünf Holunderbäume (bzw. Bäumchen) im Garten und wenn man nur kurz nachdenkt, fallen einem schon eine ganze Menge Funktionen ein: Als erstes natürlich die Basis-Baum-Funktionen, also Schattenspender, Habitat für Vögel, Insekten und meine Katzen, die Blätter sind Mulch und damit Futter für die Bodenlebewesen. Die Holunderblüten liefern theoretisch Nektar und Pollen für Bienen (theoretisch, weil ich in der Praxis hier noch keine Insekten beobachten konnte und diese Beobachtung auch von anderen Leuten gehört habe), die Beeren sind Futter für die Vögel. Außerdem sind die Blüten und Beeren auch für mich toll. Dann zieht der Holunder auch noch Blattläuse an, die sich dann von meinem Gemüse fernhalten und bietet damit auch Blattlausfressern wie den Marienkäfern eine tolle Futter- und Vermehrungsquelle. Die Stengel vom Holunder sind im Prinzip hohl (sie enthalten ein Mark, das man einfach rauskratzen kann), so dass sie sich toll als Rohre eignen und man daraus sicher auch Insektenhotels bauen kann. Außerdem habe ich Holunderblätter schon erfolgreich zum Ameisenvertreiben benutzt. Eine lange Liste, und Holunder hat noch viele weitere Funktionen!

Eigentlich ist es nicht schwer, den Garten funktionsreicher und damit auch ertragreicher zu gestalten. Einfach mal beim nächsten Gartencenter-Kaufrausch kurz innehalten und schauen, ob man vielleicht eine Pflanze mit mehr Funktionen finden kann…

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Another permaculture principle is multiple functions. One element in the system, that is here a plant, an animal or something else in the garden, should not only have one function, but as many as possible. Counterexamples are found in many front yards that often only sport plants of ornamental value and otherwise offer nothing for their owners and the surrounding fauna.
In permaculture it is as I said the other way around and I think it’s easiest to explain the principle with a few examples:

Example element 1: Bees

My first example element are the bees. They play a very big role as pollinators, give me honey and also bring a lot of life in the garden. Furthermore they are food for the bee-eater (which the beekeepers of course don’t like so much).

Example element 2: Kale

Kale (here: Russian Red) is foremost of course a great vegetable green and that is surely the main function. But if you let it flower, it’s not only very pretty, but also a great nectar source for bees, both honey bees and wild ones. Futhermore it gives me seeds to sow the following year and if I have too much, I can use it for mulch or compost it.

And the last example:

Example element 3: Elder

I have five elder trees (some of them tiny) in my garden and with only thinking for a few minutes, you can come up with a multitude of functions: First of course the usual tree functions: It makes shade; offers habitat for birds, insects and my cats; the leaves are mulch and therefore food for decomposers. The elder flowers theoretically offer nectar and pollen to insects (I say theoretically because I haven’t yet observed any insects on the flowers and the same observation has been made by other people I have talked to), the berries are food for birds. But of course, flowers and berries are great for people, too. Elder also attracts aphids and thereby keeps them off my vegetables, as well as offering an excellent food source for aphid eaters such as lady birds (sorry, American readers, I love the British word for lady bugs). The stems of elder are filled with a pith that is easily scraped out and the stems can then be used as pipes or for insect overwintering. And I have also used elder leaves successfully to ward off ants.
A long list, and there are many more functions of elder!

It isn’t hard to create a garden of multiple functions and thereby also increased yield. Next time you’re caught in a plant shopping frenzy, just pause for a moment and see if you can’t get a plant with more functions….

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