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Permakultur 3 – Ein Element, viele Funktionen — One element, multiple functions

Ein weiteres Prinzip der Permakultur ist das der vielen Funktionen. Ein Element im System, hier also eine Pflanze, ein Tier, ein Gegenstand im Garten sollte nicht nur eine Funktion, sondern möglichst viele haben. Gegenbeispiele dazu findet man in vielen Vorgärten, in denen die Pflanzen oft ausschließlich Zierwert haben und ansonsten weder den Besitzern noch der Tierwelt in der Umgebung nutzen. In der Permakultur ist es wie gesagt umgekehrt und ich denke, das ist am einfachsten mit ein paar Beispielen zu erläutern:

Beispiel-Element 1: Die Bienen

Mein erstes Beispiel-Element sind die Bienen. Sie haben eine große Rolle als Bestäuber, liefern mir Honig, und bringen auch sonst einfach Leben in den Garten. Außerdem sind sie Futter für den Bienenfresser (worüber man sich als Imker natürlich nicht so freut).

Beispiel-Element 2: Der Grünkohl

Der Grünkohl (hier Russischer Roter) ist vordergründig natürlich ein tolles Gemüse und das ist sicher die Hauptfunktion. Wenn man ihn abblühen lässt, ist er aber nicht nur sehr hübsch anzusehen, sondern auch eine tolle Futterquelle für Bienen, ob Honig- oder Solitär-.  Weiterhin spendet er mir Samen und wenn ich zuviel habe, kann ich ihn als Mulch benutze oder kompostieren.

Und als letztes Beispiel:

Beispiel-Element 3: Der Holunder

Ich habe fünf Holunderbäume (bzw. Bäumchen) im Garten und wenn man nur kurz nachdenkt, fallen einem schon eine ganze Menge Funktionen ein: Als erstes natürlich die Basis-Baum-Funktionen, also Schattenspender, Habitat für Vögel, Insekten und meine Katzen, die Blätter sind Mulch und damit Futter für die Bodenlebewesen. Die Holunderblüten liefern theoretisch Nektar und Pollen für Bienen (theoretisch, weil ich in der Praxis hier noch keine Insekten beobachten konnte und diese Beobachtung auch von anderen Leuten gehört habe), die Beeren sind Futter für die Vögel. Außerdem sind die Blüten und Beeren auch für mich toll. Dann zieht der Holunder auch noch Blattläuse an, die sich dann von meinem Gemüse fernhalten und bietet damit auch Blattlausfressern wie den Marienkäfern eine tolle Futter- und Vermehrungsquelle. Die Stengel vom Holunder sind im Prinzip hohl (sie enthalten ein Mark, das man einfach rauskratzen kann), so dass sie sich toll als Rohre eignen und man daraus sicher auch Insektenhotels bauen kann. Außerdem habe ich Holunderblätter schon erfolgreich zum Ameisenvertreiben benutzt. Eine lange Liste, und Holunder hat noch viele weitere Funktionen!

Eigentlich ist es nicht schwer, den Garten funktionsreicher und damit auch ertragreicher zu gestalten. Einfach mal beim nächsten Gartencenter-Kaufrausch kurz innehalten und schauen, ob man vielleicht eine Pflanze mit mehr Funktionen finden kann…

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Another permaculture principle is multiple functions. One element in the system, that is here a plant, an animal or something else in the garden, should not only have one function, but as many as possible. Counterexamples are found in many front yards that often only sport plants of ornamental value and otherwise offer nothing for their owners and the surrounding fauna.
In permaculture it is as I said the other way around and I think it’s easiest to explain the principle with a few examples:

Example element 1: Bees

My first example element are the bees. They play a very big role as pollinators, give me honey and also bring a lot of life in the garden. Furthermore they are food for the bee-eater (which the beekeepers of course don’t like so much).

Example element 2: Kale

Kale (here: Russian Red) is foremost of course a great vegetable green and that is surely the main function. But if you let it flower, it’s not only very pretty, but also a great nectar source for bees, both honey bees and wild ones. Futhermore it gives me seeds to sow the following year and if I have too much, I can use it for mulch or compost it.

And the last example:

Example element 3: Elder

I have five elder trees (some of them tiny) in my garden and with only thinking for a few minutes, you can come up with a multitude of functions: First of course the usual tree functions: It makes shade; offers habitat for birds, insects and my cats; the leaves are mulch and therefore food for decomposers. The elder flowers theoretically offer nectar and pollen to insects (I say theoretically because I haven’t yet observed any insects on the flowers and the same observation has been made by other people I have talked to), the berries are food for birds. But of course, flowers and berries are great for people, too. Elder also attracts aphids and thereby keeps them off my vegetables, as well as offering an excellent food source for aphid eaters such as lady birds (sorry, American readers, I love the British word for lady bugs). The stems of elder are filled with a pith that is easily scraped out and the stems can then be used as pipes or for insect overwintering. And I have also used elder leaves successfully to ward off ants.
A long list, and there are many more functions of elder!

It isn’t hard to create a garden of multiple functions and thereby also increased yield. Next time you’re caught in a plant shopping frenzy, just pause for a moment and see if you can’t get a plant with more functions….

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Filed under garden, Permaculture

Selbstgemachtes Blattlausspray – Aphid Home Remedy

Blattläuse waren bisher immer mein Erzfeind. Meine Pflanzen dürfen den Sommer über draußen stehen und dann kommen sie ein – und bringen Blattläuse mit. Mit Spinnmilben und ähnlichem hatte ich nie Probleme, aber diese Blattläuse!
Was habe ich nicht alles probiert dagegen, Zwiebel- und Knoblauchbrühe, Neem-Öl-Spray, Seifenwasser, Marienkäfer (ja, wirklich!), alles ohne Erfolg. Die Marienkäfer halfen anfangs ganz gut, sind dann aber schnell wieder ab ins Freie geflogen.
Einmal habe ich sogar alle Pflanzen in die Dusche verfrachtet und dort gründlich kopfüber in einem Bottich mit Seifenwasser herumgewedelt. Das packt jetzt sicher die Pflanzenprofis mit Grauen und ich muss zugeben, dass es für die Pflanzen echt nicht so toll war. Und die Blattläuse kamen nach kurzer Zeit auch zurück…

Aber jetzt! Ich wollte schon aufgeben und nach einem Baumarkt-Produkt greifen, als ich im Internet noch einen letzten Tipp gesehen habe: Eine Mischung aus Seifenwasser und Öl.
Das Seifenwasser greift die Körperschutzschicht der Blattläuse an und läßt sie austrocknen, während das Öl ihre Saugrüssel verstopft. Außerdem schadet das Öl auch den Gelegen, so dass keine neue Blattläuse aus den Eiern schlüpfen.
Das klang gut, also habe ich es gleich mal ausprobiert. Ich habe keine bestimmten Mengenverhältnisse genommen, einfach π mal Daumen: Spüli, Erdnussöl und dann mit Wasser aufgefüllt. Bei der ersten Sprühflaschenfüllung habe ich auch noch Eukalyptusöl mitdazugetan, das mögliche nachkommende Blattläuse mit seinem Geruch verwirren soll. Davon hatte ich allerdings zuviel drin und es roch mir zu stark. Die zweite Füllung jetzt ist ohne.

Das Mittel sprüht man jetzt einfach auf seine Pflanzen und passt auf, dass man wirklich alle Stellen erwischt, Blattober- und unterseite. Das macht man jeden Tag, oder zumindest alle zwei, drei Tage und schon nach ein paar Tagen sieht man, dass nicht mehr so viele Biester herumkrabbeln.
Ich mache das jetzt seit zwei (?) Wochen und bin fast alle Blattläuse los. Es wird empfohlen noch ein paar Tage weiterzusprühen, auch wenn scheinbar keine Blattläuse mehr da sind, um ganz sicher zu gehen. Ich bin begeistert und werde das Mittel jetzt immer anwenden!

Draußen im Garten müssen aber immer noch die Marienkäfer ran.

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Aphids have always been my nemesis. My indoor plants spend the warm seasons outside and come back in before frost hits – and bring aphids with them.
I’ve never had any trouble with other pests, but aphids!
I’ve tried it all – onion and garlic ferment, neem oil, soap water, lady bugs (believe me!), without success!
The lady bugs worked well, but quickly disappeared outside again.

One time I even put all the plants in the shower and waved them upside down in a big tub of soap water. Not recommended! Even though the aphids seemed gone, the plants hated it and after a few days the aphids were back, too.

But then! I was going to give up and use some organic aphid-ex from the garden supply store, when I found this advice on the internet: A mixture of soap water and oil.
The soap water destroys the aphids’ coating so that they dry out. And the oil clogs their sucking devices so they starve. The oil also damages their eggs so that no new ones hatch.
It sounded great, so I tried it. I used no certain amounts, just whatever felt good: Dishwashing soap, peanut oil (or any other), and water. In my first batch I also used eucalyptus oil, but I used too much and it stank awfully, so I didn’t use in the second batch. It’s good stuff though, deterring new pests from your plants.

Put the mixture in a spray bottle and pray your plants every day or at least every other day. Make sure to get everything, even the underside of leaves!
After a few days you’ll notice less aphids already and now that I’ve been spraying for two (?) weeks, there are almost none left. It’s recommended to keep spraying for a few more days after the aphids are all gone, just to make sure.
I’m a believer now and I’ll keep using that spray!

Outside in the garden the lady bugs still have to do the work, though.

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