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Essbare Bodendecker — Edible Groundcover

Vor kurzem ist jemand mit den Suchbegriffen “essbare Bodendecker” auf meinen Blog gestoßen. Das fand ich interessant und dachte, darüber könnte ich ja mal schreiben….

Bodendecker sind toll – sie helfen gegen Austrocknung und Erosion, halten den Boden kühl und sind oft auch noch trittfest.
Wenn man sie dann auch noch essen oder anderweitig nutzen kann, ist es eigentlich perfekt, oder?

Hier ein kleiner Überblick über einige essbare (oder sonstwie nützliche) Bodendecker:

Neuseeländer Spinat (Tetragonia tetragonioides): Dieses bei uns einjährige Blattgemüse sät sich selbst aus. Bodendeckend bleibt er aber nur, wenn man ihn regelmäßig beerntet, sonst bildet er aufsteigende Triebe, die bis zu zwei Meter hoch werden! Er hat sehr fleischige Blätter und ist daher nicht trittfest. Er ist eher etwas für sonnige Standorte.

Portulak (Portulaca oleracea): Wie der Neuseelandspinat sät auch er sich selbst aus und hat fleischige Blätter. Die Blätter sind kleiner, aber trotzdem sehr lecker. Er ist auch eher etwas für sonnige Standorte. Portulak bleibt auch ohne Ernten klein, ist aber auch nicht trittfest.

Kapuzinerkresse (Tropaeolum majus): Kapuzinerkresse verteilt sich auch schön auf dem Boden und sät sich ebenso begeistert selbst aus. Hier wird man auch noch mit hübschen Blüten belohnt und kann nicht nur Blüten und Blätter essen, sondern auch die unreifen Samenkapseln als Kapern-Ersatz einlegen. Auch nicht trittfest.

Gundermann (Glechoma hederacea): Gundermann ist ein wunderbarer Bodendecker – er bleibt klein, ist einigermaßen trittfest (keine Pflanze für einen viel benutzten Weg), wächst fast überall (sicher auch unbemerkt in deinem Garten) und hat hübsche violette Blüten. Die Blätter haben einen sehr intensiven Geschmack und machen sich gut in Kräuterbutter. Gundermann vermehrt sich fröhlich selbst schlägt beim Wachsen immer mal wieder Wurzeln, so dass man ihn gut über Ableger vermehren kann.

Scheinerdbeere (Potentilla indica): Auch sie breitet sich schnell selbst durch Ableger aus und ist trittfest. Sie hat kleine gelbe Blüten und Erdbeerähnliche Blätter. Den Walderdbeeren am ähnlichsten jedoch sind die fade schmeckenden, aber essbaren Früchte. Martin Crawford vom Agroforestry Research Trust nutzt die jungen Blätter der Scheinerdbeere als Salat.

Walderdbeere (Fragaria vesca): Ist der Standort eher schattig, bietet sich die Walderdbeere an. Sie ist relativ trittfest, blüht schön und die kleinen Erdbeeren sind meist viel aromatischer als die großen Arten. Die Blätter können auch für Tee verwendet werden.

Himalaja-Himbeere (Rubus nepalensis): Diese Himbeerart habe ich auch in Martin Crawfords essbarem Waldgarten kennengelernt. Sie wächst auch im Vollschatten, wird bis 20 cm hoch, ist absolut trittfest und macht leckere Beeren. Außerdem ist sie nicht so stachelig wie die “normale” Himbeere.

Thymian: An warmen, sonnigen Standorten eignen sich kleinbleibende Thymianarten, die einen duftenden Teppich bilden (Thymus caespititius) und mit ihren Blüten auch noch Insekten anlocken. Relativ trittfest, hat man dann einen dichten Rasen, den man für den Küchen- und Teegebrauch auch beernten kann.

Kamille: Neben der strahlenlosen Kamille (Matricaria discoidea) gibt es auch Sorten der römischen Kamille (Chamaemelum nobilis), die kleinbleibend sind und als Rasenkamille verkauft werden. Gut trittfest und duftend.

Giersch (Aegopodium podagraria): Während die Gärtner, die Giersch in ihrem Garten haben, jetzt sicher die Hände über dem Kopf zusammenschlagen, führe ich ihn der (un-)Vollständigkeit halber mal auf. Giersch ist sehr trittfest und absolut robust. Man kann die jungen Blätter essen und wenn man ihn lässt, bildet er weiße Blüten (die aber schon mal einen Meter hochstehen). Es gibt ihn in grün und auch in panaschiert. Allerdings ist beim Giersch höchste Vorsicht geboten: Er breitet sich gerne aus und ist sehr schwer wieder “einzufangen”. Zum Glück kann man ihm ganz gut mit Sheet Mulch Einhalt gebieten.

Beeren: Es gibt viele kleinbleibende Beerenarten, wie die europäische Blaubeere (Vaccinium myrtillus), Preiselbeere (Vaccinium vitis-idaea), Krähenbeere (Empetrum nigrum), Cranberry (Vaccinium oxycoccos) und die Shallon-Scheinbeere (Gaultheria shallon).
Einige von ihnen haben allerdings ganz bestimmte Bodenansprüche (sauer, mager…) weswegen “normaler” Gartenboden meist nicht geeignet ist. Ansonsten sind sie aber trittfest und als Waldpflanzen in der Regel auch schattentolerant.

Niedere Scheinbeere (Gaultheria procumbens): Diese Pflanze ist in den Wäldern des Nordostens Amerikas heimisch. Die Blätter ergeben einen leckeren Tee und die Früchte haben ein minziges Aroma. Wie die anderen Heidekrautgewächse bevorzugt auch die Niedere Scheinbeere saure Böden, ist daher eher was für moorige Gegenden.

Kriechende Mahonie: Ein weiterer interessanter Bodendecker ist die kriechende Mahonie (Mahonia repens). Sicher trittfest ist sie trotzdem eher was für Stellen, die man nicht betritt, denn sie ist ziemlich stachelig. Allerdings blüht sie im Frühjahr wunderbar gelb und zieht mit ihrem starken Duft nicht nur Bienen an. Die Beeren sind essbar, allerdings sehr sauer.

Kriechender Rosmarin (Rosmarinus officinalis ‘Prostratus’): Wie der Thymian liebt auch der kriechende Rosmarin sonnige Fleckchen, bedankt sich aber mit aromatischen Blättchen, die ein tolles Gewürz sind, und mit schönen Blüten. Bedingt trittfest und vom Boden her meiner Meinung nach anspruchslos.

Vogelmiere (Stellaria media): Eine meiner Lieblingspflanzen ist die Vogelmiere. Sie wächst gerne wo es feucht ist, gerne auch ein wenig schattig und breitet sich dort auch gerne aus. Sie schmeckt saftig, erdig und lecker, steckt voller Vitamine und Mineralien und ist auch medizinisch nutzbar. Wie der Name schon sagt mögen sie auch Vögel. Da sie sehr fleischig ist, nimmt sie es einem übel,wenn man sie häufig betritt.

Breitwegerich (Plantago major) : Ihn kann man direkt auf den Weg pflanzen – er wird nicht umsonst Wegerich genannt. Mit seinen essbaren Blättern und seiner großen Heilkraft gehört auch er zu meinen Lieblingspflanzen. Er wächst auch auf trockenem harten Boden und ist eine der Pionierpflanzen, wenn es gilt “Erdwunden” zu besiedeln.

Beinwell: Beinwell reichert den Boden mit Stickstoff an und seine im Überfluss wachsenden Blätter sind toller Mulch und gut für Jauchen. Die Zwergformen (Symphytum ibericum) bleiben recht klein, sind aber nicht sonderlich trittfest. Dafür wachsen sie eigentlich überall. Beinwell breitet sich über Wurzelstückchen aus, aber wenn man in seiner Nähe nicht umgräbt (oder Mäuse und Maulwürfe hat), bleibt er wo er soll.

Nun hoffe ich einen kleinen Überblick und neue Inspirationen zum Thema Bodendecker gegeben zu haben. Habe ich was vergessen? Habt ihr noch interessante Bodendecker?

Edit: Dank meiner aufmerksamen Leser hier noch zwei Bodendecker, die ich selber im Garten habe und lieber, aber dennoch vergessen hatte:
Waldmeister (Galium odoratum), Blätter bis zur Blüte für Maibowle; Vorsicht, enthält Cumarin.
Duftveilchen (Viola odorata), Blätter und Blüten essbar, wunderbarer Duft.

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Recently somebody found my blog using the terms “edible ground cover” in his search. I found that very interesting and decided to write something about it…

Groundcover is great – it helps against evaporation and erosion, keeps the ground cool and often you can even walk on it.
And if you can then also eat it or use it for something, it’s perfect, right?

Here a little overview about edible (or otherwise useful) groundcover plants:

New Zealand Spinach (Tetragonia tetragonioides): In temperate climate only annual this groundcover plant with edible leaves reseeds itself happily. It only stays a groundcover, however, if you harvest it regularly, otherwise it forms erect shoots that can grow up to two meters! NZ spinach has very succulent leaves and stems and therefore shouldn’t be stepped on. It’s something for sunny spots.

Common Purslane (Portulaca oleracea): Like the NZ Spinach it also reseeds itself and has succulent edible leaves. Those are smaller but nevertheless delicious. Purslane is happy in sunny, moist spots and stays low even without harvest. Shouldn’t be stepped on.

Nasturtium (Tropaeolum majus): Nasturtiums like to sprawl and will reseed itself. It doesn’t only have edible leaves, but also beautiful edible flowers that will add both beauty and spice to your salad! Even the unripe seedpods can be used as a pickled caper substitute. Not to be stepped on.

Creeping Charly (Glechoma hederacea): A wonderful ground cover – it stays small, is pretty tolerant to being stepped on, grows almost everywhere and has beautiful purple flowers. The leaves have a very strong taste and are nice in herb butters. Creeping Charly propagates itself happily by taking root here and there where it touches the ground, so you can easily layer it.

Mock Strawberry (Potentilla indica): It also likes to take root along its way and will spread quickly. It can be stepped on and sports little yellow flowers and strawberry-like fruit that are bland but edible. Martin Crawford of the Agroforestry Research Trust recommends the young leaves for salads.

Forest Strawberry (Fragaria vesca): Is the spot for your future ground cover rather shady, forest strawberries will do well. It can be stepped on, has pretty flowers and will reward you with tiny strawberries that are usually a lot more aromatic than any big one you can find! The leaves can also be used for tea.

Nepalese Raspberry (Rubus nepalensis): I first met this kind of raspberry in Martin Crawford’s edible forest garden in Devon, England. It grows even in full shade, gets only up to 20 cm high, is absolutely tolerant to being stepped on and makes delicious berries. And what’s best: It’s not as prickly as the common raspberries!

Thyme: Sunny, warm spots are great for thyme and varieties that stay small (Thymus caespititius) will form a lovely smelling carpet and attract pollinators with their little flowers. Relatively tolerant to being stepped on, thyme creates the sort of lawn that can be harvested for kitchen and medicinal use.

Chamomile: Apart from the pineapple weed (Matricaria discoidea) there are also kinds of the Roman chamomile (Anthemis nobilis) that stay small and are being sold as “lawn chamomile”. Can be stepped on and smells good.

Ground ivy (Aegopodium podagraria): While the gardeners amongst you who have it in their garden are probably shaking their heads now, I will still mention the ground ivy. It is very tolerant to being stepped on and absolutely robust. You can eat the young leaves and if you let it it flowers nicely (but grows then up to 1 meter high). The “wild form” is green, but there are also variegated varieties. Watch out though, ground ivy likes to spread like mad and if you once let it get out of control, it’s hard to get rid of. Luckily it’s well to deal with if you use sheet mulch.

Berries: There are many prostate kinds of berries such as the European blueberry (Vaccinium myrtillus), lingonberry (Vaccinium vitis-idaea), crowberry (Empetrum nigrum), cranberry (Vaccinium oxycoccos) and shallon (Gaultheria shallon).
Some of them have very specific requirements as to where they like to grow (acid soil, …), so “normal” garde soil often doesn’t suit them. Otherwise they’re ok to walk on every now and then and being forest plants often also shade-tolerant.

Wintergreen (Gaultheria procumbens): Winterberry is a native to Northeast America. The leaves make for a nice tea and the fruit has a minty flavour. Just like other heather family plants, winterberry also prefers acid soil.

Creeping mahonia: Another interesting groundcover is the creeping mahonia (Mahonia repens). It doesn’t mind being stepped on, but since it is quite prickly I wouldn’t recommend it. It flowers beautifully in spring and the strong scent and yellow blossoms area bee magnet. The berries are edible, but very tart.

Creeping rosemary (Rosmarinus vulgaris ‘Prostatus’): Just like thyme, rosemary is something for sunny spots. The aromatic leaves are a great spice, however, and it has pretty blueish blossoms. Nothing for paths, but otherwise pretty easy to keep.

Chickweed (Stellaria media): One of my favourite plants is chickweed.  It likes to grow in moist and also shady areas and likes to spread. Chickweed tastes juicy, earthy, fresh and delicious, is full of vitamins and minerals and Susun Weed recommend some medicinal use for it, too. The name also tells you how much birds love it. Shouldn’t be stepped on much.

Greater plantain (Plantago major): You can plant it right in the path, it’s so hardy! Its edible leaves and its amazing medicinal value make it also one of my favourites. It is a pioneer plant that comes to “heal” disturbed ground, so it can even grow in dry compacted soil.

Comfrey (Symphytum sp.): Comfrey is a nitrogen-fixer and its abundantly growing leaves are great for mulch and compost teas. S. ibericum stays small, but none of the comfreys is very happy about being stepped on. However, they grow pretty much everywhere. Comfrey can spread like mad by root cuttings, but as long as you don’t dig in its vicinity (and as log as the cats keep a check on mice and moles), it stays where it should.

I hope you enjoyed this little overview over edible ground covers! Do you know any other interesting ground covers?

NOTE: I live in a temperate climate. So any time I write “warm and sunny” I am talking about warm and sunny in a temperate zone. If you’re living, for example, the south of the US, a plant that I described as loving it warm and sunny might prefer partial shade. Ask your neighbours, friends, local nurseries or consult a book before planting!

Edit: Thanks to my faithful readers, here two more groundcovers I have in my own garden and love, yet forgot:

Woodruff (Galium odoratum), leaves until flower for May wine; watch out, contains cumarin.
Violet (Viola odorata), leaves and flowers edible, lovely scent.

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Haferwurz – Oyster Plant

Ein sehr schönes Gemüse, das ist erst letztes Jahr entdeckt habe, ist der Haferwurz (Tragopogon porrifolius).
Wegen seiner schönen Blüten wird er oft als Zierpflanze angebaut, ist aber auch essbar. Die Blätter sind lanzettlich und schmecken gut im Gemüse und die Wurzel soll einen Austerngeschmack haben (daher der englische Name oyster plant – Austernpflanze), allerdings habe ich das noch nicht probiert, weil ich bei den wenigen Pflanzen, die ich davon bisher habe, lieber die Blüten sehen wollte. Diese kann man übrigens als essbare Dekoration in den Salat geben. Die Samenstände sind später auch sehr dekorativ, mit großen, löwenzahnähnlichen Samen, und auch als Sprossen essbar.
Bei so vielen Verwendungsmöglichkeiten und so hübschen Blüten frage ich mich, warum nicht mehr Leute den Haferwurz im Garten haben.

P.S.: Von der Schwarzwurzel, die den Haferwurz in Vergessenheit gedrängt hat, kann man übrigens auch mehr essen als man denkt – auch die Blätter sind essbar und sehr lecker!

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A very nice vegetable I discovered only last year is the oyster plant (Tragopogon porrifolius).
It is often cultivated as an ornamental for its beautiful flowers, but it is also edible. The leaves are long and grass-like and taste good as steamed greens. The root’s oyster taste gave the plant its name, but since I was waiting for the flowers of the few plants that I have, I haven’t tasted the roots yet. The flowers are a great edible decoration in salads and the decorative seeds that resemble giant dandelion seeds can be sprouted and eaten, too.
With so many edible parts and such pretty flowers I really wonder why not more people grow oyster plant. Give it a try!

P.S.: Of scorzonera, the plant that replaced oyster plant, more parts are edible than one thinks: The leaves are very tasty cooked

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Essbare Waldgärten – Edible Forest Gardens

Warum habe ich im Moment mal wieder so wenig Zeit zum Bloggen? Weil ich zu Weihnachten ein paar echt tolle Bücher bekommen habe!

Im Moment lese ich “Edible Forest Gardens” von Dave Jacke und Eric Toensmeier. Es ist unheimlich spannend und wenn ich es mal beiseite lege, möchte ich nur noch in den Garten springen und mir auch einen Waldgarten anlegen.

Was ist nun aber so ein Waldgarten? Im Prinzip ist es ein Garten, der nach dem Vorbild eines Waldes angelegt ist. Es gibt verschiedene Schichten (hohe Bäume, niedrige Bäume, Sträucher, Stauden, Bodendecker, Wurzelschicht und Kletterpflanzen), die so zusammengepflanzt werden, dass sie sich gegenseitig ergänzen, helfen und als kleines Ökosystem zusammenarbeiten. Die Ziele des Waldgartens sind Diversität, niedrige Erhaltungskosten (das System erhält und erneuert sich selbst), hohe Belastbarkeit und Stabilität. Da es neben Zehrern auch Pflanzen gibt, die Nährstoffe binden, also Stickstoffbinder und Nährstoff-Akkumulatoren, müssem dem System keine Nährstoffe zugeführt werden. Da die Pflanzen zum großen Teil ausdauernd sind oder sich selbst wiederaussäen, ist auch kein Umgraben etc. nötig. Weiterhin reduziert die Vielfalt den Schädlingsdruck und die Wahrscheinlichkeit eines Totalausfalls.
Anfangs wird schon viel Energie in das System gesteckt, um es zum Laufen zu bringen – man muss den Garten ja anlegen, mulchen, etc. pp. -, aber wenn der Garten einmal läuft, ist die Arbeit, die noch fällig ist, sehr gering: Hier da vielleicht mal eingreifen und zurückschneiden, vielleicht ein wenig nachmulchen und natürlich ernten.
Martin Crawford vom Agroforestry Research Trust, dessen 0.8 ha großen Waldgarten wir besucht haben, zählt auf, was er im Laufe des Jahres an Zeit investiert: “In den Monaten April, Mai und Juni verbringe ich pro Monat etwa 6 Tage mit Unkrautjäten; in Juli und August sind es etwa zwei Tage monatlich.” (Jacke, 294) Ansonsten verbringt es ein wenig Zeit damit, frisch bepflanzte Stellen zu mulchen, hier und da ein paar Änderungen anzubringen und zu ernten. Martin bewirtschaftet seinen Hektar allein und managt nebenbei noch seinen Saatgut- und Pflanzenhandel, sowie andere Dinge!
Ein weiterer Waldgärtner, Charlie aus Greensboro, North Carolina, USA, gibt als Arbeitsstunden an: “Im Jahresdurchschnitt muss er nur 10 Stunden pro Woche für zwei Wochen jeweils im Frühling und Herbst aufbringen.“ Zu den Arbeiten gehören Mulchen, Beschneiden, Ausdünnen und Kompost verteilen, sowie ab und zu das “Überarbeiten” und Ändern von Teilen des Gartens. „Abgesehen von den Frühlings- und Herbsthauptarbeitszeiten arbeitet Charlie nur maximal eine Stunde pro Woche im Garten, hautpsächlich um sich um seine einjährigen Gemüsepflanzen zu kümmern.” (Jacke, 61).

Das Buch hat einen Fokus auf essbare oder sonstig verwertbare Pflanzen (also medizinisch, handwerklich, etc. nutzbare) und hat einen Anhang mit einer riesigen tollen Liste voller Pflanzen. Da wünscht man sich echt mehr Platz und Geld.

Im eigenen Garten haben wir ein bisschen angefangen, den Garten hin zum Waldgarten zu gestalten, indem wir die Baumscheiben mit einjährigen und ausdauernden Pflanzen bepflanzt und Kletterer hochklettern haben lassen, aber es fehlen noch mehr Bodendecker, Sträucher und außerdem Verbindungen zwischen den Bauminseln. Aber 2010 steht ja gerade erst vor uns und wir haben mal wieder viele Gartenideen.

Das System der Waldgärtern kam mir letztens auch in den Kopf, als ich ein Interview in der National Geographic (Dez. 09) mit Landschaftsökologen Wolfgang Haber las, der einerseits dafür plädiert, CO2-Senken wie Wälder zu vermehren, aber auch einräumt, dass das die Welternährungssituation nicht verbessert. “Wälder kann man nicht essen”, sagt er (Nat. Geo., Dez 09, S. 40).
Dem gegenüber stehend ist die lange Einleitung des Edible Forest Garden-Buches, das beschreibt, wie die Indianer Nordamerikas die Wälder in Sinne von Waldgärten bewirtschafteten und Erträge der bevorzugten Nahrungspflanzen durch verschiedene Techniken erhöhten und eine Art riesiges essbares Paradies schafften. Einen großen Waldgarten eben.
Fichtenmonokulturen kann man nicht essen, aber wenn wir ein bisschen umdenken und unsere herkömmliche Landwirtschaft einjähriger Pflanzen mit so arbeitsextensiven Systemen wie den Waldgärten verbinden, dann wäre das vielleicht eine Lösung.
Dave Jacke beschreibt in seinem Buch auch eine schöne Vision, in der die großen Rasenflächen der US-amerikanischen Vorstädte vielen Waldgärten weichen, die alle verbunden sind und so neben Nahrungs- und Materialquellen der Menschen auch noch als Wildkorridore dienen (Jacke 50 f).

So, bevor ich hier noch weiter schwärme, beende ich mal diesen Post und empfehle nur noch schnell das Buch:

Dave Jacke und Eric Toensmeier. „Edible Forest Gardens“, Chelsea Green. Hat zwei Bände, Band 1 ist Vision und Theorie; Band 2 die „Werkzeugkiste“ des Waldgartendesigners.

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Why do I have so little time for blogging at the moment? Because I got some great books for Christmas!

At the moment I’m reading „Edible Forest Gardens“ by Dave Jacke and Eric Toensmeier. It’s very exciting and when I put it down, I just want to jump up and into the garden and start creating my own forest garden.

So, what is a forest garden? It’s basically a garden that has been designed with a forest in mind. There are several layers (canopy, low trees, shrubs, herbacious layer, ground cover, root layer and vines), that are planted together to supplement and help each other and work like a little ecosystem.
The goals of the forest garden are diversity, sustainability, low maintainance (the system maintains and renews itself), high resilience and stability.
Since next to „hungry“ plants grow nutrient accumulators and nitrogen fixers, the system doesn’t require the gardener to add any nutrients, and no tilling is necessary because the majority of the plants is perennial or resows itself. The diversity reduced pest pressure and the probability of a complete crop failure.
In the beginning quite some energy has to be put into the system to get it going – you have to plant the garden after all, mulch, etc. -, but once it’s running, the work that remains is very little: Here and there some directing, some pruning, some mulching and, of course, harvesting.
Martin Crawford of the Agroforestry Research Trust, whose 0.8 ha garden we visited, lists how much time he invests during the course of a year: „I tend to spend about six days per month in April, May, and June and two days in July and August on weeding patrols.“ (Jacke 294) Otherwise he spends some time mulching freshly planted spots and changing his garden here and there, and harvesting. Martin works his hectare alone and besides it also manages his seed and plant business and some other things!
Another forest gardener, Charlie from Greensboro, NC, USA, says about his work „load“: „On an annual basis, he has to put in only about ten hours per week for two weeks in spring, and the same for two weeks in the fall. This includes mulching (usually in the fall), and pruning, thinning, and spreading compost around younger trees and bushes in spring. […] Other than his spring and fall activity bursts, he puts in up to an hour per week during the eight-month growing season, mainly to care for his annual vegetables.“ (Jacke 61).

The book focusses on edible or otherwise useful plants (medicine, crafts, etc.) and has an appendix with a wonderful and huge list of plants. Makes you wish for more garden space and money.

In our garden we have started to design the garden more towards a forest garden by planting annual and perennial herbs under the trees and having vines climbing up them, but there are still ground cover and shrubs missing, and connections between the tree islands.
But 2010 just only started and we have again lots of garden ideas.

I also had to think of forest gardening when I read an article in National Geographic (German Dec 09 issue) the other day: A German landscape ecologist named Wolfgang Haber proposes to increase carbon sinks like forests, but complains that this won’t improve the global food situation. „You can’t eat forests“, he says (Nat. Geo, Germany, Dec 09, p. 40).
Opposing that is the long introduction of Dave Jacke’s Edible Forest Garden book, which describes the forest gardening of the Native Americans which increased yields of forest food plants with different techniques and managed the forests intensively to form a kind of giant edible paradise. A big forest garden.
Pine monocultures you can’t eat, but if we change our point of view just a little bit and connect our conventional agriculture of annual crops with such work extensive systems like forest gardening then that might pose a solution.
Dave Jacke describes a beautiful vision in which the lawns of subarban USA are turned into forest gardens which are all connected and function not only as food and craft material producers but also as wildlife corridors (Jacke 50p).

Ok, before I keep rambling on about forest gardening, I’ll end this post and recommend the book:

Dave Jacke und Eric Toensmeier. „Edible Forest Gardens“, Chelsea Green. Two volumes, Vol 1 is vision and theory; Vol 2 the forest garden designer’s toolkit.

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