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Haferwurz – Oyster Plant

Ein sehr schönes Gemüse, das ist erst letztes Jahr entdeckt habe, ist der Haferwurz (Tragopogon porrifolius).
Wegen seiner schönen Blüten wird er oft als Zierpflanze angebaut, ist aber auch essbar. Die Blätter sind lanzettlich und schmecken gut im Gemüse und die Wurzel soll einen Austerngeschmack haben (daher der englische Name oyster plant – Austernpflanze), allerdings habe ich das noch nicht probiert, weil ich bei den wenigen Pflanzen, die ich davon bisher habe, lieber die Blüten sehen wollte. Diese kann man übrigens als essbare Dekoration in den Salat geben. Die Samenstände sind später auch sehr dekorativ, mit großen, löwenzahnähnlichen Samen, und auch als Sprossen essbar.
Bei so vielen Verwendungsmöglichkeiten und so hübschen Blüten frage ich mich, warum nicht mehr Leute den Haferwurz im Garten haben.

P.S.: Von der Schwarzwurzel, die den Haferwurz in Vergessenheit gedrängt hat, kann man übrigens auch mehr essen als man denkt – auch die Blätter sind essbar und sehr lecker!

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A very nice vegetable I discovered only last year is the oyster plant (Tragopogon porrifolius).
It is often cultivated as an ornamental for its beautiful flowers, but it is also edible. The leaves are long and grass-like and taste good as steamed greens. The root’s oyster taste gave the plant its name, but since I was waiting for the flowers of the few plants that I have, I haven’t tasted the roots yet. The flowers are a great edible decoration in salads and the decorative seeds that resemble giant dandelion seeds can be sprouted and eaten, too.
With so many edible parts and such pretty flowers I really wonder why not more people grow oyster plant. Give it a try!

P.S.: Of scorzonera, the plant that replaced oyster plant, more parts are edible than one thinks: The leaves are very tasty cooked

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Winter-Säen – Winter Sowing

“Kompost? Jetzt schon?!” fragte mich heute der nette Herr an der Kompostierungsanlage ungläubig. Doch, er hatte richtig gehört.
Neben Kompostteeherstellung zum Düngen meiner kleinen Pflänzchen, von denen die ersten gestern ihre Hälschen hochgestreckt haben (Aubergine “Dourga” gewinnt das Rennen!), brauche ich den Kompost auch zum Mischen von (Anzucht-)Erde, denn ich bin schon fleißig am Säen.
Wiedermal ein Zufallsinternetfund, das Wintersäen. Ausgehend von der Annahme, dass die Samen selbst wissen, wann es Zeit ist zu keimen, sät Trudi Davidoff, die “Erfinderin” des “Wintersowing”, ihre Samen jetzt immer schon im Winter aus, wann sie gerade Zeit hat.
Die Samen werden in Plastikschalen mit Deckel gesät, wie man sie von Supermarkttomaten und – trauben kennt. Aber auch Plastikflaschen, die zum Säen in die Hälfte geschnitten, aufgeklappt und wieder zugeklappt werden, können verwendet werden. Oder was man sonst so da hat, denn schließlich sind Trudis Prinzipien Geld zu sparen und zu recyclen. Wichtig sind nur Löcher im Boden als Ablauf für das Wasser und Löcher im Deckel zur Luftzirkulation. Fehlen die Löcher im Deckel oder sind sie zu klein, kommt es bei Sonnenschein zu Stauhitze und die Saat geht kaputt! Bei beschlagenem Deckel also lieber die Löcher größer machen!
Als Anzuchterde nimmt Trudi die billigste Erde, die sie im Baumarkt findet – ich mische lieber selbst was zusammen. Die Erde wird in die Container gegeben und dann ordentlich gewässert, dann kommen die Samen in die Erde, Deckel drauf und man stellt die Container irgendwo in den Garten und wartet auf den Frühling. Ab und zu schaut man mal, was die Container machen, gibt evtl. ein bisschen Wasser. Nach und nach werden dann die Luftlöcher immer größer gemacht und wenn es warm genug ist oder die Pflänzchen groß genug sind, wird der Deckel ganz aufgemacht.
Trudi wendet dieses Prinzip nicht nur mit robustem Gemüse an, sondern sät so auch ihre Tomaten und Paprika. Und jeder, der schonmal “wilde” Tomatenpflanzen aus Samen vom vorherigen Jahr hatte, weiß ja, dass das auch klappt. Das spart auch das Abhärten.
Ich probiere das dieses Jahr mal aus, aber ziehe parallel meine Pflanzen auch ganz normal drinnen ab, bzw. warte bis es Zeit zum Freilandsäen ist. Aber gespannt bin ich schon!
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“Compost? Already?!” The nice guy at the composting facility made big eyes when I told him what I wanted to fetch. But he had heard correctly! Besides for making compost tea for my little plantlings that are just germinating (eggplant “Dourga” won the race!), I also need the compost for a potting soil mix because I’m already sowing the first seeds!
It was another coincidental internet find, the winter sowing. Since seeds in nature know themselves well enough when to germinate, Trudi Davidoff, the “inventor” of wintersowing, just sows seeds in winter whenever she has the time and lets them come up on their own.
The seeds are sown in plastic flats with lids, like the ones supermarket tomatoes or grapes come in. Plastic bottles can be used too and anything else you might have at home. After all the point is to recycle and save money!
It’s important to make holes in the floor of the container for drainage and in the lid for air circulation. If you forget the holes in the lid or they’re too small, the seeds will bake when the sun hits the container!
For potting soil Trudi takes the cheapest soil she can find in her local building supply store, but I’d rather mix something together myself. The soil is put into the container and then given a good drink. After that the seeds can be sown, lid gets closed and the container is put somewhere in the garden or outside. Now you can wait for spring to come! Every now and then, check on the containers, give a little water if necessary. By and by the size of the holes in the lid is increased and eventually the lid is propped open.
Trudi not only grows “hardy” vegetables that way, but also wintersows her tomatoes, peppers and squashes. And everyone who’s had volunteer tomato plants from last year’s seeds knows that it works. It also saves you the trouble of hardening your plants.
I’m trying wintersowing this year, but I’m also starting plants indoors like I always do. But I am excited, how is it going to work outdoors

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