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Sommerzeit – Jauchezeit! — DIY Liquid Fertilizer

Der Beinwell und die Brennnesseln wachsen wie wild, es ist warm und bald brauchen die Starkzeher wie Tomaten ordentlich Pflanzenfutter um für uns schöne Früchte zu produzieren. Die perfekten Voraussetzungen für einen Jaucheansatz!

Man nehme:

* Blätter von Beinwell, Brennnessel, Fenchel, Kamille, Kohl, rote Beete oder einfach gejätetes “Unkraut” wie Vogelmiere, Löwenzahn oder Hirtentäschel.

* einen Eimer/Bottich/Gefäß (nicht aus Metall!), möglichst mit Deckel

* Wasser

Die Blätter werden in den Eimer gepackt (können auch kleingeschnitten werden) bis er etwa zu 3/4 voll ist. Dann das Wasser bis kurz unter den Rand hinzugießen. Deckel drauf und ca. 14 Tage warten.

Der Deckel sollte luftdurchlässig sein (es entstehen ziemliche Gärgase!), aber ich habe ganz gute Erfahrungen mit einem großen Plastikeimer mit entsprechendem Deckel gemacht, bei dem ich nur 2/3 des Rands fest angedrückt habe, damit noch ein bisschen Luft durchkommen kann.

Nach 14 Tagen (länger, wenn’s kühl ist) ist die Jauche fertig! Sie riecht sehr stark (=stinkt), dagegen hilft aber bei Bedarf etwas Steinmehl. Die Jauche wird durch ein Sieb gegossen und dann mit Wasser verdünnt (1:10 bis 1: 50) und dann zu den Pflanzen gegossen. Auf bloße Erde kann man die Jauche auch unverdünnt zur Bodenverbesserung gießen.

Die im Sieb zurückbleibende “Maische” schütte ich meist unter unsere Obstbäume.

Vorsicht, der Gärvorgang tötet die Samen der Pflanzen nicht ab. Wer also mit der Jauche nicht auch zB. Brennnesselsamen im ganzen Garten verteilen möchte, sollte die Pflanzen vor der Samenbildung nehmen.

Verschiedene Jauchen haben neben dem Düngen verschiedene Wirkungen und können auch als biologische Schädlingsabwehr eingesetzt werden. Eine ausführliche  Liste findet man hier.

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Comfrey and nettles are growing quickly, it is warm and soon high nutrient-demanding plants such as tomatoes will want their feed to grow us nice big produce. Perfect conditions for a batch of liquid fertilizer.

You need:

* leaves of comfrey, nettle, fennel, chamomile, cabbage, red beet or just “weeds” such as dandelion, chickweed, shepherd’s purse, ….

* a container (must not be made of metal), preferably with a lid

* water

Put the leaves in your container (you may cut them small if you like) until it is 3/4 full. Then add the water until a few centimeters under the rim. Put the lid on and wait for about 14 days.
The lid should let air through (there will be fermentation gases) and I have had good results with using a big plastic bucket with tight-fitting plastic lid that I only pushed down firmly on 2/3 of the rim, leaving a little space for the air to get through.

After 14 days (longer if the weather’s been cool) the liquid manure is ready! It smells quite strongly, but a bit of rock meal helps against that.
Strain your liquid through a sieve, add water to it (1:10 to 1:50) and give it to your plants. On bare soil you can also put it without dilution to improve the nutrient content of it.

The leftovers in the sieve I usually just plop under our fruit trees.

Caution! Plant seeds don’t die during the fermentation process and unless you would like to spread the plant you used all over your garden, better only use plants before they have produced seeds or only seedless parts.

Making your manure with different plants will add some other uses to it besides fertilizing and there’s a wonderfully extensive list here. It’s in German, but with machine translated, it’s still somewhat understandable and – in parts – am/confusing. I hope I get around to translating it myself sometime.

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Freiwillige vor! — Volunteers, anyone?

Als Samensammler lasse ich jedes Jahr einige Pflanzen ausblühen und Samen bilden und ab und zu bleiben hier und da auch Früchte wie Tomaten hängen. Deswegen habe ich auch dieses Jahr wieder viele “Freiwillige” in meinem Garten. Hier sprießen kleine Mangold-Pflänzchen zwischen den Trittsteinen hervor, dort kommen Babys der Tomate aus dem letzten Jahr aus dem Boden und Jungpflanzen der roten Melde überraschen mich als kleine Farbtupfer an den seltsamsten Orten.

Ich finde diese “Pioniere” sehr praktisch – sie sind abgehärtet, treten oft in Massen auf und ersparen mir eine Menge Anzuchtsarbeit: Ich muss sie nur noch ausgraben und an einen besseren Ort setzen (wie die Trittsteinmangolds) oder sie einfach dort lassen. Natürlich ziehe ich jedes Jahr auch meine eigenen Pflanzen an, aber wenn’s mal nicht so klappt, kann ich auf das jährlich wachsende Repertoire an Freiwilligen zurückgreifen und ich mag besonders den Überraschungseffekt sehr gerne.
Und wenn’s zuviele sind – wie oft beim weißen Gänsefuß – dann werden sie kurzerhand abgeschnitten und als Mulch genutzt oder kommen auf den Kompost.

Meine Lieblingspioniere sind Mangold, Tomaten, Krause Malve und Rettiche – wie sieht’s bei euch im Garten aus?

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As a seedsaver I let some of my plants go to seed every year, and here and there I forget to harvest the odd tomato or other fruit.
That’s why I have lots of “volunteers” in my garden this year – like every year.
Between the step stones Swiss chards are sprouting, babies of the previous year’s tomato are growing between the comfrey leaves and seedlings of the red orach surprise me with little bursts of colour in the strangest places.

I like these “pioneers” – they are hardy, often appear in mass and save me a lot of work: I just have to dig them up and transfer them to a better place (like in the case of the Swiss chard) or even just leave them. Of course I start my own little plants from seeds, too, but if something goes wrong I always have my spares in the yearly increasing mass of volunteers and I also like the surprises they give me.
And if they’re too many – as it often happens with lamb’s quarters (Chenopodium album) – I just cut them down for mulch or put them on the compost heap.

My favourite volunteers are Swiss chards, tomatoes, Chinese mallow and radishes – what are yours?

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Permakultur im Garten 1 – Gardening with Permaculture 1

Die ersten beiden Augustwochen verbrachten wir im schönen Dartmoor in England und lernten dort mehr über Permakultur. Wir hatten schon vorher Bücher darüber gelesen und im Garten einiges ausprobiert und jetzt nach dem Kurs sind wir umso inspirierter!
Hier also eine kleine Serie, was man mit ein paar einfachen Techniken im Garten so machen kann:

Heute: Die vertikale Ebene entdecken

Egal, wie groß der Garten ist, eigentlich hat man immer zu wenig Platz. Aber meistens wird vergessen, dass man nicht nur in der horizontalen Ebene pflanzen kann, sondern auch in der vertikalen und man vielleicht mehr Platz hat, als man denkt:

Wo ist der Zaun? Unterm Kürbis!

Wo ist der Zaun? Unterm Kürbis!

Das Paradebeispiel ist sicher der Kürbis (hier: Feigenblattkürbis, Curcubita ficifolia): Auf dem Boden nimmt er unheimlich viel Platz weg, aber eigentlich klettert er ja sowieso viel lieber sonstwo lang und so ist unserer jetzt auf dem Zaun gelandet. Je nach Zaun muss man eventuell noch ein wenig stützen, sonst kann sich der Zaun unter der Last der reifenden Früchte ganz schön biegen.

Kürbis im Busch

Kürbis im Busch

A propos Biegen: Gerade wenn Kürbisse in Bäume und Büsche hineinwachsen, sollte man ein Auge darauf haben. Sonst können ganz schnell Äste abbrechen, die man eigentlich lieber behalten hätte. Ein weiterer Bonus des Baum-Kürbisses: Die spannende Suche, wieviele Kürbisse man eigentlich hat. Manchmal verstecken sie sich gut!

Kürbis im Kirschbaum

Kürbis im Kirschbaum

Hier hängt ein Kürbis aus dem Kirschbaum. Obwohl wir die wachsende Pflanze immer wieder auf die dicken Zweige gelegt haben, hat sie sich als wir nicht da waren, wieder auf einen dünneren Zweig rübergeschlichen. Also wird dieser Kürbis bald geerntet, bevor er dem Baum zu schwer wird. Den Feigenblattkürbis kann man übrigens auch wenn er noch jung ist essen, dann schmeckt er mehr wie Zucchini. Wenn er ausgereift ist, hält er sich über mehrere Jahre, trocknet aber innen wie ein Flaschenkürbis langsam aus, also sollte man ihn schon innerhalb eines Jahres aufessen.

Flaschenkürbis im Zelt

Flaschenkürbis im Zelt

Der Flaschenkürbis (Lagenaria) ist auch ein Kletterkandidat. Bei uns hat er das Pflanzenzelt erobert und man muss schauen, dass man sich nicht Kopf stößt.

Tomate am Haus

Tomate am Haus

Bei Tomaten (hier: “Fence Row Cherry”) ist die Vertikale doppelt von Vorteil: Läßt man sie am Haus hochwachsen, wärmt die von der Sonne aufgewärmte Wand auch nachts und erzeugt so ein Mikroklima. So überleben die Tomaten länger als anderswo. Außerdem schützen meist auch überhängende Dächer vor übermäßigem Regen. Dieses Foto ist von vorgestern – während anderswo die Tomaten schlapp machen, legt die Fence Row Cherry hier erst richtig los und produziert Tomaten wie wild.

"Stapeln" im Vorgarten

"Stapeln" im Vorgarten

Das “Stapeln” von Pflanzen um den Platzverbrauch zu optimieren geht natürlich auch mit ornamentalen Pflanzen. Der Boden wird hier von Lavendel, Konkardenblättern und Escholtzie bedeckt,
daraus hervor ragen die Königskerze und der kleine Stachelbeerbusch und die rote Winde und der falsche Jasmin klettern daran hoch.

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We spent the first two weeks of August in beautiful Dartmoor in England and learnt more about permaculture. We’d been reading books on permaculture before and experimented in our garden, but now we were even more inspired.

So today I’ll start a little series on how to use permaculture principles in gardening.

Today: Exploring the vertical!

No matter how big the garden, there always seems too little space. But often people forget that you can not only use the horizontal plane, but also the vertical one:

Wo ist der Zaun? Unterm Kürbis!

Where's the fence? Hidden by the pumpkin!

The prime example is probably the pumpkin or squash (here: Malabar gourd, Cucurbita ficifolia): Takes up lots of space when grown on the ground, but it seems to prefer climbing anyway and so ours ended up on the fence.
Depending on the fence, make sure to support it some (the fence, not the pumpkin), otherwise it might bend under the weight of the growing pumpkins.

Kürbis im Busch

Bush pumpkin

Speaking of bending: Especially when pumpkins grow into bushes and trees, you should keep an eye on them! Otherwise the weight might break off branches that you would have preferred to keep. Another plus of the tree pumpkin: The exciting search for ripe fruit which sometimes like to hide well.

Kürbis im Kirschbaum

Pumpkin in the cherry tree

Here a pumpkin is hanging out of the cherry tree. Even though we kept winding the tendrils around a thick branch, it secretly fastened itself to a thinner branch while we were away. So we’ll harvest this gourd before it gets too heavy for the branch. Malabar gourds you can eat when they’re young and taste like zucchini or have them ripen all the way and then store them up to three years. While being stored it starts to dry out inside though, so you should eat it within a year.

Flaschenkürbis im Zelt

Bottle gourd in the tent

The bottle gourd (lagenaria) is also a climber. Ours conquered our plant tent and you have to watch your head in there!

Tomate am Haus

Tomato on the house wall

Tomatoes (here: “Fence Row Cherry”) profit doubly from the vertical plane if it’s a house wall: The wall stores the day’s heat and warms the plant all night, creating a microclimate that helps it survive colder nights than it normally would. Also, the overhanging roof protects the tomato from too much rain. This photo is from the day before yesterday – even though other tomatoes have already given up, the Fence Row Cherry is still going strong, producing flowers and tomatoes like mad!

"Stapeln" im Vorgarten

Stacking in the front yard

You can also “stack” ornamental plants: The ground here is covered by lavender, escholtzia and the leaves of a Gaillardia; the mullein and the little gooseberry bush protude from out of them and the Cardinal climber and the Jasmine nightshade climb up it.

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