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Das Jahr der Biodiversität — The Year of Biodiversity

2010 wurde von der UNO als das Jahr der Biodiversität ausgerufen. Das hatte ich eigentlich gar nicht im Kopf, also ich dieses Jahr viele Nektarpflanzen in meinem Garten säte und pflanzte – eigentlich wollte ich damit meinen Bienen was Gutes tun.

Woran ich allerdings nicht gedacht hatte: Bienen gehen gerne so genannte “Massentrachten”, d.h. sie holen sich den Nektar von den Blüten, von denen es viele an einem Platz gibt. Sie lieben zum Beispiel Bäume wie die Linde oder die Robinie, an der sich Tausende von Blüten befinden. Oder Himbeer- und Brombeerhecken, in denen sie “blütenstet”, wie sie es gerne machen, von Blüte zu gleichartiger Blüte trudeln können. Meine Mischung aus Bienenweidepflanzen ließen sie bisher größtenteils links liegen – es gab immer Orte in der Umgebung, in der mehr Blütenmonotonie herrschte.
Was meine Nektarpflanzenaktion allerdings bewirkte, ist eine enorme Steigerung der nektartrinkenden Insektenbesuchern im Garten, denen es egal ist, welche Art Blüte sie nacheinander anfliegen, solange es Nektar gibt. Da gibt es die “normalen” Hummeln, die schwarz-gelb-weiß sind; die schwarzen mit den roten Hinterleiben; dann die Schwebfliegen; winzige Bienchen; riesige Bienenbrummer; alle möglichen anderen Wildbienen; Schmetterlinge, etc pp. Wow! Das hatte ich ja gar nicht erwartet! Überall schwirrt und summt es jetzt.

Ich kann es nun wirklich nicht genug empfehlen, etwas für die nicht-menschlichen Besucher des Gartens zu tun oder ein Eckchen im Garten “wild” zu lassen.
Was macht ihr im Jahr der Biodiversität?

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2010 was announced the year of biodiversity by the UN. Yet, that’s was not what I was thinking of when I sowed and planted all kinds of nectary plants in my garden this year – I had wanted to improve the food possibilities of my bees.

What I didn’t consider, though, is that bees like to get their nectar and pollen from flowers that appear in mass in a very small space. They love flowering trees like linden and locust that bear thousands of flowers. Or raspberry or blackberry hedges where they can fly from flower to like flower like they like to do it.
My mix of bee plants they mostly ignored – they have always been places in the area with a great “flower monotony”.
What bee plants did create though, was an increase in visits of other nectar-drinking insects in my garden – the ones that don’t care what flower they’re drinking from as long as they get nectar. There are the “normal” bumblebees that are black, yellow and white; the black ones with the red bottoms; the hoverflies; tiny bees; giant bees; and all kinds of other wild bees; butterflies; etc.
Wow! I had not expected that! Everywhere there’s humming and buzzing now!

I can only recommend you to do something for the non-human visitors of your garden or to leave a little corner “wild”.
What do you do in the year of biodiversity?

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Filed under Animals, garden, Permaculture

Löwenzahnkaffee – Dandelion Coffee

Man kennt das ja aus den Geschichten vom Krieg – Kaffee gab’s nicht, man machte Ersatzkaffee aus Gerstenmalz, Zichorie, Eicheln und wer was noch alles… Malzkaffee aus Gerstenmalz trinken wir auch gerne und haben auch schon andere Arten ausprobiert, aus Feigen, aus Zichorie, aber mein Lieblingsersatzkaffee wird aus der Löwenzahnwurzel gemacht. Löwenzahn ist eine tolle Pflanze und ich freue mich, wenn sie sich in meinem Garten ausbreitet, denn sie hat für mich viele Zwecke: Ich mache Sirup aus den Blüten, Salat aus den Blättern und die Wurzeln werden getrocknet.
Im Herbst (da hat sich die Pflanze in die Wurzel zurückgezogen und sie sind am wirkstoffreichsten) erntet man also die Wurzeln und macht sich aus den Blättern, die noch oben dranhängen, einen leckeren Salat oder dünstet sie kurz als Gemüse an. Vorsicht, kleine Nacktschnecken verstecken sich meiner Erfahrung nach gerne an der Blattrosette unten!
Dann wäscht oder bürstet man den Schmutz von der Wurzel, tupft sie trocken und legt sie zum Trocknen an einen luftigen, schattigen Ort.
Wenn die Wurzeln ganz trocken sind (sie sind noch ein bisschen biegsam), kann man sie gut in einem Stoffbeutel oder in einem Schraubglas (das schützt vor Motten) aufbewahren. Wir essen sie auch gerne so als gesunde Knabberei (getrocknet schmecken sie eher süß als bitter) und natürlich finden die Wurzeln auch als leberstärkende Medizin ihre Anwendung.
Für den Kaffee nimmt man die getrockneten Wurzeln und röstet sie kurz (5-10 min auf dem Gitter im Backofen), bis sie so trocken sind, dass sie leicht zerbrechen:

Die gerösteten Wurzeln

Dann kommen sie in einen Mörser oder ein anderes Zerkleinerungsgerät und werden kleingestampft und dann zermahlen:

Im Mörser kleingestampft...

...und zermahlen.

Wenn die Wurzeln klein genug gemahlen sind, kommen sie wie normal in den Kaffeefilter und werden mit kochendem Wasser übergossen. Mit Milch schmeckt das entstehende Getränk wie Kaffee mit Haselnussaroma, sehr lecker!
Für einen Liter Kaffee haben wir ca. 12 Wurzeln verbraucht – also Löwenzahn gut im Garten verbreiten, damit man genug zum Ernten hat!

Viel Spaß beim Ausprobieren und wohl bekomm’s.

Mehr Koch- und Hausapotheken-Rezepte zum Löwenzahn findet man in diesem (leider nur englischen) Buch: “Healing Wise” von Susun Weed.

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You always hear it in the story about the war – there was no coffee and people made coffee substitutes by using barley malt, chicory, acorns, and who knows what else… We love barley malt coffee and have tried other kinds, too; made from figs, from chicory… but my favourite substitute coffee is made from dandelion root. Dandelion is a great plant and I love it when it spreads in my garden, because for me it has many uses: I made syrup from the blossoms, salad from the leaves and the roots gets dried.
In autumn, the plant has withdrawn into its root and latter has the most nutrients and medicinal value. That is when you harvest it. Make yourself a nice salad from the leaves that are still on the root, or steam them shortly (Watch out for little slugs on the lower leaves!).
The roots are washed or brushed to get the dirt off and then you pat them dry and leave them to dry in a airy, shady place.
When the roots are dry (they will still be a bit flexible), you put them into a cloth bag or a screw-top glas (that protects them from moths) to store. We like to eat them as a healthy snack, too (when dry, they taste more sweet than bitter), and of course we also appreciate them for their medicinal value.
To make coffee you take the dry roots and roast them shortly in the oven (5 – 10 min on a grill), until they’re so dry that they break easily.

The roasted roots

Then you put them into a mortar or some other curshing/milling device of your choice and grind them small:

First crushed...

...then ground

When the roots are ground finely enough, you put them into a coffee filter and pour boiling hot water over them. With milk the resulting drink tastes like coffee with a hazelnut aroma, very delicious!
For one litre of coffee we used ca. 12 roots, so make sure you spread the plant in your garden well, so that you have enough to harvest!

Have fun trying it out!

More cooking recipes and medicinal advice about dandelion you find in this wonderful book: “Healing Wise” by Susun Weed.

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